Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 22. Mai 1956 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 22.V.1956
Mein geliebter Freund!
Hoffentlich kommt dies noch vor Deiner Abreise an und erzählt Dir, daß die Trauung und die Taufe sehr zu meiner Zufriedenheit verlaufen sind, daß ich heut recht müde bin. Pünktlich wurde ich abgeholt von der "Tante Sophia", der das Fuhrwesen Seppich gehört und kam mit ihr als erste Gäste ins Pfarrhaus Rohrbach! Um 3 Uhr wurde zur Kirche geläutet und da waren auch schon alle im Garten versammelt. Ich habe da auch die Schwiegereltern gesehen. Einzug aller mit mehrfachem Fotografieren! Dann eine recht persönliche und herzliche Predigt und ich saß ganz
[2]
| in der Nähe des Brautpaars mitten unter der Verwandtschaft. Es war aber alles so feierlich und hübsch, daß ich nicht bedauerte mit einem heroischen Entschluß alles über mich ergehen zu lassen. Heut kam ganz überraschend die "Wahrsagersche", die aber sehr nett und mitteilsam war. Dadurch war aber mein geplanter Schreib-Vormittag fort und ich mußte nach der verkürzten Mittagsruhe 2 Geburtstagsbriefe auf einmal schreiben: Frau B. und Frl. Ingold, die leider von hier nach Buchen im Odenwald versetzt ist. Jetzt im Mai ist es überhaupt toll mit Geburtstagen: Renate Klauser, Mechtild Schlotheim (Malcus), Mädi, Irmgard Lehbert (Hermanns Älteste) und dazu die Patienten, die ich gern öfter besuche – kurz ich warte sehnlich auf Deinen lieben Besuch, der mich aus all der Verpflichtung erlöst. Voller Erwartung und Liebe grüßt Dich Deine Käthe <li. Rand S. 1> und auch herzliche Grüße an Susanne und Ida.