Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 14. September 1956 (Heidelberg)


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Heidelberg. 14. Sept. 1956.
Mein geliebter Freund!
Obgleich schon gestern gefaltete Bogen zu einem Briefe an Dich bereit liegen, und ein großes Programm auf Mitteilung wartet, kann ich heut abend nur versuchen, ob ein kurzer Gruß Dich noch vor Sonntag erreicht. Danken möchte ich Dir für die liebe Absicht, mir in der Kassensache zu helfen, da handelt es sich aber nicht um den Kostenpunkt, ich habe auch gewissenhaft alle Vorschrift erfüllt, es ist aber dabei eine Confusion entstanden, die noch geklärt werden muß. Ich glaube aber, daß sie bald erledigt sein wird. – In dieser Woche war ich zweimal in der Peterstr. aber mit gutem Erfolg und nun steht mir die "Besuchswoche" bevor, die
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| Anmeldung von Gretli Schwidtal hat sie zum Glück verschoben. –
Augenblicklich ist die Umzugssorge nicht bedrohlich, vielmehr beschäftigt mich der Gedanke, ob Du jetzt zu Haus im gewohnten Leben den überflüssigen Katarrh abgeschafft hast? Was mag das Parteienrecht von Dir wollen? In unsrer Zeitung stand etwas von "politischem Strafrecht" oder ähnlich. Ich wollte es ausführlich lesen, konnte aber den Artikel nicht wiederfinden. Ich hatte ihn nicht rot angestrichen, und beim Suchen bin ich dann rasch verwirrt.
Nimm für heute vorlieb mit diesem sehr herzlichen Gruß, den ich noch aufs Postamt bringen will, und verzeih das eilige Geschmier. Morgen folgt es besser! Von Käte Silber hatte ich netten Brief, und zu besonderer Freude Nachricht von Lotte Reinhard, daß sie in 2 Wochen aus der Klinik in Göppingen entlassen wird.
Möchte doch auch bei Euch Luft und Stimmung, <li. Rand> und aller Befinden jetzt günstiger sein. Meine Wünsche möchten <Kopf> so gern dazu helfen! Deine
Käthe.