Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. August 1957 (Lenzkirch)


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Lenzkirch, den 9. Aug. 57.
<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>
Meine geliebte Freundin!
Soeben habe ich Deinen Gruß aus Konstanz vorgefunden. Wir können über das Wetter nicht klagen. 7 Tage war es sonnig mit Ostwind. Seit vorgestern allerdings ist Föhn, und in der Nacht war ein starkes Gewitter, (allerdings) mehr nach Südwesten. Wir können fast den ganzen Tag draußen sein und unternehmen auch Ausflüge, die manchmal etwas zu lang werden. Neulich war der ganze Verkehr hier in Unordnung wegen des Unfalles bei Offenburg. Gerade am Dienstag kommen hier 4 Touropazüge an. "BremenBonndorf."
Am 3.8. haben wir uns für 3 Stunden mit Käthe Silber in Neustadt getroffen Sie erkundigte sich
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| lebhaft nach Dir. Jetzt ist sie nach Graubünden weitergefahren.
Übermorgen müssen wir unser Zimmer räumen, weil es bestellt ist. Wir siedeln in den Bahnhof über und bleiben im übrigen Gäste des Hôtels. Am 16. Wollen die 3 Damen Meinecke hierher kommen; [über der Zeile] wir wollen sehen, ob sie es diesmal ausführen.
Zum Danken für die Festschriftbeiträge habe ich mich noch nicht aufraffen können. Es ist für meine Augen zu schwierig. Im ganzen wären wohl noch 80 Briefe zu schreiben.
Ida ist mit ihrer Schwester nun doch abgereist, nach Freundpolz bei Immenstadt. "Ich habe nicht zugeraten." Hoffentlich geht es gut!
Wenn die Gewitterstimmung vorbei ist, wirst Du Deinen Rundgang wieder aufnehmen. Ich wünsche schöne Blicke auf den Abendhimmel. Susanne <li. Rand> grüßt herzlich. Im Gedenken an unsre Wanderungen hier
<re. Rand>
innigst Dein
Eduard

[li. Rand S. 1] Prof. Tomoeda, mein Hörer 1912 in Leipzig u. Mentor 1937 in Tokyo