Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 10. Oktober 1957 (Tübingen)


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Tübingen, den 10.10.57.
Meine geliebte Freundin!
Die für dieses Blatt ausgesparte Zeit wird mir durch einen hereinbrechenden Besuch fast ganz weggenommen. Außerdem sind meine Augen jetzt besonders erschöpft. Erwarte daher nur einen "Gruß."
Ich bin heute vor 8 Tagen die schöne Neckarstrecke mit Genuß gefahren und habe dabei außer den äußeren Bildern noch viele liebe Erinnerungsbilder gesehen. Inzwischen bekamst Du zu dem nicht unerheblichen Doppelpfannkuchen noch das im Aufzug stecken gebliebene Fleisch. Von Stuttgart fuhr ich mit dem Omnibus weiter
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| Zu Hause war die große Neuigkeit, daß Frau Tierok plötzlich noch einmal operiert worden ist. Man versucht alles nur Mögliche. Aber .....
Wir hatten viel Besuch und recht unruhige Zeit. Seit 4 Wochen ist keine Schreibhilfe gekommen. Für das Vorlesen habe ich jetzt einen netten Primaner, dessen Schwester übrigens in Heidelberg ihre praktische Zeit als Theologin in allen möglichen Heimen absolviert. (Beyer.)
Susanne hat ihre Schwestern seit Ostern nicht gesehen. Wir wollen morgen (Freitag) Mittag nach Alpirsbach fahren, wo wir am 1. Tag noch Christiane treffen, die ihre Großmutter Jenny Honig besucht. Wenn
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| nichts dazwischen kommt, bleiben wir bis Montag Abend dort im Hôtel Löwen, in äußersten Fall bis Dienstag. Morgen früh ist noch der Besuch von Flitner sr. zu erwarten.
Hoffentlich war es bei Buttmis nett. Abendliche Auszüge, besonders Fahrten mit der Elektrischen, wirst Du nach Möglichkeit vermeiden. Die letzten Tage hier waren wettermäßig wirklich schön. Also wohl auch bei Euch.
Nimm vorlieb mit diesem Zettel! Ich wünsche alles Gute und grüße herzlich im Namen der ganzen Firma.
Dein
Eduard