Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 7. November 1957 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

7.XI.57.
Meine geliebte Freundin!
Auch nur auf dem Umschlag Deine eigene Handschrift wieder zu sehen, ist für mich beglückend. Strenge Dich aber nicht vorzeitig an; danke vielmehr dem hochverehrten Fräulein Mathy für ihre stete Hilfsbereitschaft.
Es scheint Gottlob, daß wirklich nur eine kräftige Grippe vorlag, die im Anfang nicht genügend beachtet worden war. Obwohl sie in diesem Jahr harmlos sein soll, wird doch empfohlen, die Rekonvalescenz recht sorgfältig zu behandeln. Die Unterstützung des Herzens ist dabei wohl das Wichtigste. 3 x 10 Tropfen Crataegus habe ich übrigens schon vor 3 Jahren regelmäßig genommen. Jetz nehme ich Scilloral.
Das herrliche Wetter scheint verbraucht zu sein. Wir habe es nur
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| im Bot. Garten genießen können. Übermorgen Nachm. wollen wir nach Horb, um Frau Tierok zu besuchen.
Bei Bährs war nicht Taufe – die hat schon im Februar durch den Heidelberger Großvater stattgefunden, sondern der 1. Geburtstag. Es hat uns aber nur der Vater besucht, weil der Kleine gerade eingeschlafen war und nicht gestört werden sollte.
Zur Anmeldung für die Übungen waren heute wohl ein Dutzend Leute da. Ich habe aber von den Deutschen nur – Einen aufnehmen können. Die anderen Deutschen waren ungeeignet. Außerdem werden teilnehmen 3 Südamerikaner und 1 Nordamerikaner. Hoffentlich finden sich noch 3–4 mehr.
Die sog. große Festschrift enthält nur wenige Beiträge von wirklichem Gewicht. Ich bin nicht ohne Grund immer Gegner des Festschriften-machens gewesen. Sie ist übrigens in der heutigen Nummer von "Christ und Welt" gut rezensiert.
<re. Rand> Die Flasche Cognac ist heute abgegangen. Es ist leichter deutscher. Trotzdem empfehle ich, ihn mit Wasser zu mischen, <li. Rand> schon damit er nicht im Halse kratzt. Innige Wünsche und Grüße Dein Ed