Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 1. März 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 1. März 57
Mein geliebter Freund!
Wenn morgen am Sonnabend der Brief noch zu Dir kommen soll, muß ich jetzt noch rasch einige Zeilen schreiben. Denn ich bin doch so dankbar für Deinen lieben Brief, der diesmal freilich nicht zeitlich, aber dennoch wie immer der Erste für mich war. Und der mir von Herzen wohltat an dem auch sonst erfreulichen Tage. Aber erschrocken war ich über die starke Erkältung, die mir nun ernstlich Sorge macht. Könntest Du mir wohl mal eine Karte schreiben, ob Du "Dich inzwischen gebessert" hast? – Von Susanne kam ein herzlich gepacktes
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| Kästchen mit "Alkohol", der immer willkommen ist und ich danke ihr vielmals, aber nur eine obenauf liegende Karte! Ich hatte aber unbescheidenerweise auf einen Brief gehofft! Daß Ihr beide gleich nach meinem Einzug hier nach dem Mittagessen an der Glastür standet, weiß ich wohl. Aber ich bildete mir ein, sie könnte vielleicht auch mal allein zu mir kommen! – Nach manchen angenehmen und unangenehmen Eindrücken werde ich mich doch allmählich einleben. Aber Besuche habe ich immer lieber einzeln für mich. Das glückt aber nicht oft. So auch heut, als ich schreiben wollte, kam Gisela Gaßner mit Tochter! Da nötigte ich sie, mit mir bei der herrlichen Sonne in der Straße nach Westen zu spazieren zu schleichen. Es war <li. Rand> dann ganz gemütlich, aber die Zeit war <Fuß> vorbei! ohne schreiben.
<li. Rand S. 1> Ich grüße Euch herzlich mit guten Wünschen und Dir danke ich in stetem <Kopf S. 1> fürsorgendem Gedenken.
Deine sehr alte Käthe.