Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 3. Juni 1957 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. Montag 3.VI.x [unter der Zeile] x Tante Thes!
1957.
Mein geliebter Freund!
Heute morgen hatte dieser Gruß Dich in Tübingen begrüßen sollen, aber die drückende Luft ließ es nicht zu. Ich will nur hoffen, daß Du es in Bonn und auf der Reise nicht ebenso getroffen hast, und daß Du die Anstrengung nicht büßen mußtest. Ich bin heute nur schwer bis zur Apotheke geschlichen. Die Hoffnung auf ein erlösendes Gewitter war vergeblich.
Jetzt will ich nur im Konterfei zu Dir kommen, der Rudi, der Jüngste von Onkel Hermann, der mich mit seiner Frau auf der Durchreise besuchte, und das sie
[2]
| hier auf dem Balkon knipste, zugeschickt hat. Jetzt um 20½ ist endlich ein kräftiger Regen ausgebrochen, vorher waren nur 2 verlorne Donnerschläge.
Hoffentlich bist Du nicht allzu erschöpft von der Reise gekommen, das wünsche ich Dir von Herzen, und wünsche es auch ebenso dringend auch um meinetwillen, im Hinblick auf den Plan, hierher zu kommen! Denn ich könnte es ja nicht wünschen, wenn es Dir schaden würde. Also sorge, daß es Dir gut gehe, und daß Du meiner Erschöpfung aufhelfen kannst durch die erneuernde Lebenskraft Deines Besuches. Herzliche Grüße für Susanne und Ida, besonders aber immer für Dich von
Deiner   Käthe.

[li. Rand] Wäre es möglich mir einen ungefähren Zeitpunkt anzugeben?