Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 25. Juni 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 25. Juni 1957.
Mein geliebter Freund!
Heut morgen haben meine Gedanken Euch nach Stuttgart begleitet, und erfreut über die günstige Wendung des Wetters, nahm ich das als eine gute Vorbedeutung für das kommende Lebensjahr des Jubilars und ebenso dafür, daß die Verlegung der Feierlichkeiten von Tübingen fort, womit hoffentlich eine Verminderung der Anstrengung, vielmehr eine ungetrübte Freude an aller Festlichkeit und der von Herzen kommenden Ehrung verbunden sein kann.
Ganz still und bescheiden werden auch meine innigen Wünsche für Dich, mein geliebter Freund, dabei sein, und meine unendliche Dankbarkeit, daß Du in mein Leben kamst, von göttlicher Fügung geführt, entscheidend und befreiend aus der dunkeln Rätselhaftigkeit des Lebens.
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Du kamst an einem 31. August, dem Geburtstags meines Vaters, der mir durch einen so grausamen Tod entrissen wurde. Vielleicht hat auch das Bedeutung! Und von jenem ersten Sehen an, war ich Deiner Bedeutung gewiß, nicht für mich – sondern überhaupt.
Und in dieser Gewißheit grüße ich Dich auch an Deinem Festtage von ganzem Herzen in unvergänglicher Liebe
Deine
Käthe.