Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 19. Juli 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 19. Juli 1957.
Mein geliebter Freund!
Nur vielen Dank sagen möchte ich Dir für Deine lieben Zeilen vom 15.VII., die mich ganz besonders erfreuten, weil ich, trotz gegenteiliger Versicherung, anfing, doch etwas – nicht gerade ungeduldig, aber recht sehnsüchtig zu werden. Eine gewisse Unruhe ist natürlich immer dabei, die mir durch das Bewußtsein Deiner unbeschreiblichen Überschüttung mit Freundschafts- und Verehrungszeichen immer gegenwärtig war, und die durch die Erwähnung des langsamen Pulsschlages nur bestätigt wurde. Aber das haben wir ja auch schon
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| vor langer Zeit in der Rohrbacher Straße erlebt mit den 60 in der Minute und ist überwunden worden. Also wollen wirs wieder hoffen. Nimm Dir ein Vorbild an mir. Eben war Frl. Dr. bei mir, und stellte den Blutdruck fest: normal, 120–80. Es scheint: ich bin sehr dauerhaft.
Jetzt werde ich nun mit Hedwig M. zum Essen ins Lamm gehen und wir werden mit einem guten hellen "Offenen" auf Dein Wohl trinken. – Es ist bedeckter Himmel, die drohende Schwüle ist vorbei, hoffentlich auch bei Euch, und erleichtert Euch die große Arbeit.
Ich lese täglich in der Festschrift und fühle alles wie ein Wunder.
Herzliche Grüße für Susanne und Ida, und <li. Rand> Dir, in alter Treue
Deine Käthe.