Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 28. Juli 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 28.VII.57.
Mein geliebter Freund!
Immerfort habe ich für eine liebe Sendung aus Tübingen zu danken: für Deinen Brief vom 25. mit der Einlage des Schreibens von Frl. Hohenadel, das mich durch die Erwähnung meiner Schwester besonders freute; über die allerlei Photos, die mir von Eurem Aufenthalt in Stuttgart erzählten – und ich hätte von mir auch allerlei zu berichten, aber bin leider zu behindert durch die große atmosphärische Ermüdung und allerlei netten Besuch. Von den Brüdern Matussek berichtete ich wohl schon. Außerdem war ich mit Elisabeth Vetter (Du weißt: die "Wahrsagersche") mehrmals zusammen und heute kam nun noch Gisela Gaßner, die mir ein hübsches Bild von Dir "mit Cigarre" aus dem Mannheimer Morgen mitbrachte. Kurz meine Verbannung hier
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| wurde recht angenehm unterbrochen und ist auch sonst erfreulich aufgelockert.
Am meisten aber wird dazu verhelfen, wenn ich von Dir Nachricht über ein besseres Befinden bekomme. Den ganzen Tag heut suchen Dich meine Gedanken auf dem Wege nach Lenzkirch. Möge die ganze Gesellschaft eine angenehme Fahrt und gutes Wetter dazu gehabt haben.
Eigentlich wollte ich Euch gern mit einem Gruß dort empfangen, aber ich bin eben jetzt von einer unerhörten Langsamkeit – um nicht zu sagen Faulheit. Es entspricht der Constellation am Himmel, immerfort zogen Gewitter herum, aber es kam zu keiner reellen Entladung. Ebenso mit all dem Verlangen zu schreiben – – aber die Hauptsache ist, daß all die guten Wünsche für Dich und Eure Erholung ihre Wirkung tun!
<li. Rand>
Ich grüße herzlich alle, die mich kennen und besonders Dich in treuer Liebe

<Kopf>
Deine
Käthe.