Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 4. August 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 4.VIII.57.
Mein geliebter Freund!
Noch immer will die Müdigkeit und die Tintenscheu nicht nachlassen, und jetzt eben wollte ich eigentlich gern an die Luft gehen, aber es verlangt mich doch zu sehr, Dir einen Gruß zu schicken und Dir zu danken für den lieben Brief vom 2' August für die Photo-abzüge der Büste, die im Gesamteindruck doch besser sind, als der erste nach dem Gipsmodell war, für die Mitsendung des Briefes von Frl. Hohenadel, der baldigst wiederkommt, nur heute nicht, weil ich noch schnell an die Postkasten will. Die Bilder von den Festgästen in Stuttgart auch, denn die wirst Du nicht übrig haben. Zunächst haben sie nur noch für mich bei dem Lesen der Festschriftbeitrage eine willkommene Ergänzung
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| bedeutet. So vor allem für Prof. Diem, der eigentlich garkeinen sportlichen Eindruck macht. Das macht wohl die Festgala! –
Ich bilde mir ein, die Adresse an Hotel Vogt schon geschrieben zu haben. Jedenfalls hat es auch nur einen Zettel enthalten. Briefe schreibe ich täglich in Gedanken an Dich, alles sonst fällt völlig aus, und auch heut blieb der Sonntag gänzlich tatenlos. Ich könnte beständig einschlafen. Aber fragen möchte ich doch gern noch, ob der kleine Sohn von Bährs jetzt wieder ganz gesund ist? Ich denke daran, daß meine Schwester Aenne im ersten Jahr auch solche Sorgen verursachte, und sie hat doch jetzt das zerbrochene Knie wieder so gut überwunden. – Wie mag es mit Ida und ihrer Schwester stehen? Ihr werde ich nach Tübingen schreiben, sie hat ja bald Geburtstag. – Und kam wohl mein kleiner Brief des Dankes an Herrn Dr. Bähr an? Ich würde ihn so gern mal kennen lernen, seit ich hier etwas eingelebt bin, ist ja leidlich Ordnung bei mir!!
<li. Rand> Täglich kontrolliere ich von früh an das Wetter, und hoffe, es ermöglicht Euch ein <li. Rand S. 1> erholendes Sitzen im Freien. Meine Wünsche und Grüße sind bei Euch!
<Fuß S. 1>
Wie immer von Herzen
Deine
Käthe.