Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 15. Oktober 1957 (Heidelberg)


[1]
|
Heidelberg. 15. Okt. 1957.
Mein geliebter Freund!
Nur einen Dankgruß muß ich Dir heut noch schicken für Deinen lieben Brief vom 10.10., den ich so lebhaft herbei wünschte, daß ich ihn bereits im Traum deutlich voraus sah. Die Nachricht über Frau Tirok scheint mir nicht eindeutig – vielleicht kann es eine radikale Wendung sein, zu der man sich schwer entschlossen hat? Möchten doch Eure Tage in Alpirsbach nur gute Eindrücke gebracht haben! Was Du von den häuslichen Bedingungen zuhause schreibst, ist mir recht wenig tröstlich.
[2]
|
Hier war es recht unruhig, der ärztliche Wechsel ist damals sogleich in die Wege geleitet und ich nehme Infludo und Carminativum; die Ärztin war erst einmal bei mir. Ich habe aber das Gefühl, daß ich mich immer mit etwas erhöhter Temperatur herumschlage, so angegrippt. Aber nicht schlimm. Vermeide aber Ausgänge bei dem dauernden Nebel, der aber seit heute nachzulassen scheint. – Von Frl. Dr. Clauß ist sehr schlechte Nachricht. Man darf sie nicht besuchen. –
So heißt es für uns "Übrige": die Ohren steifzuhalten. Diese gute Absicht, hoffe ich, hast Du auch – jetzt nun nach Überwindung all der Dankbriefe! Mit diesem Wunsch für Dich und alle im Hause, besonders auch Susanne, will ich versuchen diesen Zettel noch in den Kasten zu befördern!
<li. Rand>
Deine Käthe.

[Kopf] Ruges sind in Nußdorf am Überlinger See!