Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 16. Oktober 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 16. Okt. 57.
Mein geliebter Freund!
Da kommt wieder nur solch kurzer Wisch statt des längst geplanten ausführlichen Briefes! Aber ich möchte doch die "wieder eröffnete" regelmäßige Adresse benutzen, um Dir zu danken für die liebe Karte mit dem recht erfreulichen Bericht aus Alpirsbach. Möge doch dabei noch etwas wirkliche Erholung herausgekommen sein! Die Wege von Schiltach leuchten für mich wie aus einer andern Welt und die Erinnerung gibt mir keinen zuverlässigen Zusammenhang mehr, auch fehlt mir eine Karte zur genauen Nachprüfung.
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Hier ist es mit den schönen Sonnenuntergängen auch vorbei. Der goldene Ball rutscht meist rasch errötend in einen dichten Nebelsack und am Himmel bleibt kaum noch Farbe. – Deine Erwähnung des Völkerschlachtdenkmals stimmt sehr zu meiner Grundstimmung in Bezug auf die krassen Veränderungen der Welt; da ist nur etwas unveränderlich geblieben –
– Bei Buttmis war ich nicht, sie schrieben ab, weil er Grippe bekam. Ich nehme Infludo und hoffe verschont zu bleiben. Und das hoffe ich auch für Euch. Ihr habt ja Sorge um [über der Zeile] einen Patienten genug. Daran denke ich mit vielen guten Wünschen, und grüße Dich innig, sowie <Kopf> Sowie herzliche Grüße auch an alle Anderen,
<li. Rand>
Deine Käthe.