Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 5. November 1957 (Heidelberg)


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<von fremder Hand> M. L. Fr.  Es ist für mich sehr unbequem zu schreiben, solange ich noch viel liegen muß, darum schreibt Hedwig, daß keine längere Pause entsteht. Das Briefebekommen ist aber garnicht anstrengend, und überhaupt bechäftigt mich der Inhalt derselben dauernd. Trotzdem hätte ich daher immer noch sehr viele Fragen. Ich bekomme noch immer stärkende Spritzen und sitze auch seelenruhig im berühmten Lehnstuhl. Leider heute ohne Nachmittag- und Abendsonne. Da ich offiziell als nicht mehr ansteckend bezeichnet bin, kam allerlei freundlicher
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| Besuch von Hausgenossen, was aber ziemlich anstrengend ist und meistens den Besuch von Hedwig stört. Die Beschwerden in Hals und Rachen sind wesentlich zurückgegangen, und ich gurgele fleissig, und freue mich auf den Cognak, der mir ja erlaubt ist. Und außerdem lasse ich mir sehr fühlbar von den 10 Tropfen Crataegus aufhelfen. Hoffentlich geht es Eurer Patientin [über der Zeile] in Horb weiter nach Wunsch. Ihr und allen Übrigen herzliche Grüße.
<ab hier von KH geschrieben:> So wird ja nun bald die abscheuliche Grippe überwunden sein! Ich lese viel in der Magie der Seele von 1949 und lebe in der inneren Welt. Gern hörte ich auch mal etwas von Dir und Deinem Eindruck der anderen Festschrift! Die Besuche von Hedwig sind sehr tröstlich. Innige Grüße von
<re. Rand>
Deiner Käthe