Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 10. November 1957 (Heidelberg, Postkarte)


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<Poststempel: 10.11.57>
Heidelberg. Sonntag früh. ½10. Es scheint keine Sonne, und Besuch, der schreiben könnte, ist ungewiß, also mache ich mich selbst daran, und danke herzlich für die bisherigen 6 Briefe und 2 Karten, zuletzt aus Stuttgart! Bei mir sind langsam aber entschieden Fortschritte, trotz mancher Schwierigkeiten. Lesen kann ich aber, trotzdem auch ernste Sachen, so bin ich von der Magie d. S. 1849, die immer in greifbarer Nähe liegt, zu Faust II. Teil gekommen und verstand eigentlich zum erstenmal den lebensvollen Gehalt. Es wäre schön, darüber sprechen zu können. Aber auch die Erinnerung an das Zusammensein in der chirug. Klinik, wo Du am Fenster mit dem Blick auf den Neckar neben dem Bett saßest, ist mir auch heute ein Trost. Das gibt mir auch täglich neue Kraft und Lebensmut. Ich grüße Dich, m. gel. Fr. und Susanne, sowie alle in Deinem Hause, sowie Ida und Schwester.
Wie immer D. K.