Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 17. November 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. 17.XI.57
Sonntag abend 18h
Mein geliebter Freund!
Heut ist niemand gekommen, der für mich geschrieben hätte und so hätte ich den Umschlag umsonst geschrieben!! Aber Du schreibst und schickst so getreu, und ich möchte da keine Pause im Danksagen eintreten lassen! Deine guten Wünsche sind von spürbarer Fernwirkung und der Cognak aus der Nähe wohltuend in entsprechender Verdünnung. Überhaupt glaube ich jetzt über den Berg zu sein und werde mich weiter in Geduld üben! – Ich bin am Tage lange auf dem Lehnstuhl gewesen, aber die Sonne hat nicht ins Fenster geschienen. Auch jetzt sitze ich am Tisch, aber will doch gern wieder in die Klappe kriechen!
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Ich bin sehr in Gedanken bei dem Seminarunternehmen gewesen. Die deutschen Hörer haben wahrscheinlich ihre Collegstunden schon mit Sachen belegt, die fürs Examen pflichtig sind. Möge sich für Dich etwas Erfreuliches aus der übernommenen Arbeit gestalten lassen.
Wenn umgekehrt die Leitung für gute Wünsche ebenso gut funktioniert, dann denke ich, sollt Ihr Ursache haben, zufrieden zu sein, auch in Bezug auf Gesundheit und wenig störende Besucher. Vor allem wünsche ich Ida gute Nachricht von ihrer Schwester und grüße Euch alle herzlich.
Also gute Nacht für heute und noch etwas Einreibung mit Forapin, das ich sehr wirksam finde, wie überhaupt alle Verordnungen der neuen Ärztin, die morgen, Montag wieder kommen will. Das ist immer erfreulich. —
Mit vielen innigen Wünschen, trotz dunkler Wintertage,
Deine
Käthe.