Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 24. Dezember 1957 (Heidelberg)


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Heidelberg. Weihnachtstag 1957.
Mein geliebter Freund! Wenigstens einen selbständigen Gruß möchte ich Dir gerne schicken, wenn ich auch recht schwächlich bin. Der Gruß ist aber so lebhaft wie immer und wie er mir auch aus Deinen lieben Zeilen vom 4.XII. entgegen klingt, in denen freilich eine unverkennbare Unzufriedenheit über die unzureichende Berichterstattung der Nachricht von Hanne Heraucourt durchklingt. Es ist mir nicht recht deutlich, wie das zuging, denn in Gedanken war ich immer bedacht, Dir öfters Nachricht zu geben. Aber mein Kopf ist
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| noch immer so benommen, daß ich keine klare Erinnerung von dem habe, was vorgeht. Es vergeht nur ein Tag nach dem andern mit viel Schlafen und hie und da Menschen, die mit mir sprechen. Frau Dr. Edinger Hodap, Hans-Thoma Platz 8 ist leider diese Woche verreist. Hedwig Mathy hat ihre anspruchsvolle Schwester, die sie nicht alleine ausgehen lassen kann, und seitdem sind auch Héraucourts bei den Verwandten zu Weihnachten. Ich habe hier gute Musik gehört von dem Handschuhsheimer-Kirchenchor etc. Und im Herzen war ich dankbar für die Fügung meines Lebens. Bleibt nur Ihr gesund trotz der kalten Kirche die Euch einen Schnupfen brachte, der hoffentlich vorbei ist. Ich wünsche Euch recht angenehme stille Feiertage und möglichste Ruhe, trotz der Post und von <li. Rand> Seminarstunde u. allen Patienten, die Euch betrüben.
<re. Rand S. 1>
Immer in treuer Liebe  Deine Käthe.