Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 19. Januar 1958 (Tübingen)


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Tübingen, den 19.I.58.
Meine geliebte Freundin!
Da ich jede Woche knapp einmal eine Nachricht über Deine Ergehen erhalte, bin ich nie so gut unterrichtet, wie es mir lieb wäre. Aber ich glaube, annehmen zu dürfen, daß der Plan einer kurzen Untersuchung durchgeführt wird. Möge daraus keine besondere Anstrengung für Dich erwachsen, aber eine Förderung in der zweckmäßigen Behandlung!
Die vergangene Woche war für mich recht anstrengend: 2 sehr ausgedehnte Sitzungen, davon die eine in Stuttgart, was immer heißt: von ½8 bis 18½ weg sein. Ferner Besuch aus der Ostzone, das Seminar, Besuch von einem Präsidenten, der 25 Wochen
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| mit Oberschenkelhalsbruch gelegen und dann die Grippe bekommen hatte. Gestern war Litt 6 Stunden bei uns, heute noch 2 Stunden. Bähr kam dazu.
Susanne hat seit dem Besuch in HeidelbergMannheim einen chronischen Bronchialkatarrh, gegen den sie nichts tut.. Zusammen kommen wir wenig hinaus, nur neulich nach Reutlingen (vgl. Ansichtskarte), wo wir einen jungen Bildhauer besucht haben.
Frl. Mathy hat die Güte gehabt, mir die von Dir unterschriebene Verfügung zu schicken. Diese war "der Ordnung wegen" zweckmäßig. Hoffentlich entspricht dies auch Deiner Auffassung.
Es ist heute ein müde machendes Wetter. Ich bin von gestern noch erschöpft, <re. Rand> und das wirst Du diesen Zeilen anmerken. Sie sollen Dir nur ein Zeichen meines unablässigen Gedenkens und <li. Rand> meiner warmen Wünsche sein. Susanne und Ida grüßen mit mir
<Kopf>
Innigst Dein Eduard