Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 4. Februar 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

4. Febr. 58.
Meine geliebte Freundin!
Die Nachricht von Deiner Übersiedlung ist erst gestern hier angekommen. Sie ist wohl irgendwo hängen geblieben. Nun bist Du wieder in Deinem altangestammten Stadtteil. Ich habe allerdings früher von diesem Krankenhause nichts gewußt. Hoffentlich hast Du auch dort den Blick in die Sonne, die jetzt schon kräftiger wird. Die Fahrt wird kaum Anstrengung gebracht haben, eher schon einige Gemütserregung. Ich bin nun auf weitere gütige Nachrichten von Frl. Héraucourt gespannt. Grüße sie von mir mit meinem herzlichen Dank für alle Hilfe!
Vermutlich sind einige Untersu
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|chungsstationen zu durchlaufen. Aber wehtun wird es auf keiner. Ich wünsche Dir freundliche Schwestern und bin ihnen im vorraus für alles dankbar, was sie für dich tun.
Seit Sonntag bin ich wieder aufgestanden. Die Kräfte sind vorläufig noch mäßig, und der alte Tagesrhythmus kann noch nicht wieder aufgenommen werden. Ich habe viel Dinge ausfallen lassen, an denen mir gelegen gewesen wäre. Man muß eben nachgeben.
Frau Buttmi wird es auch leichter haben, dich zu besuchen; leider nicht Frl. Matthy. "Alle hier" wünschen das, was für Dein Befinden und Deine Genesung förderlich ist, vor allem aber
Dein Dich innig grüßender getreuer
Eduard.