Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. Februar 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

13.II.58.
Meine geliebte Freundin!
Unser Freund Bähr hat sich telephonisch mit Frau Dr. Winger in Verbindung gesetzt. Und Näheres über dein Befinden berichtet. Sonst wüßte ich garnicht, wo Du inzwischen gewesen bist. Denn briefliche Nachricht habe ich zwischen dem 31.I. und dem 11.II. überhaupt nicht gehabt. Aber ich darf mich ja nicht beklagen, sondern muß Frl. Héraucourt sehr dankbar sein, daß sie auch noch zum Schreiben Zeit findet.
Die gute Auskunft über das Ergebnis der genauen Untersuchung im Josefskrankenhaus hat mich sehr
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| beruhigt. Wenn Du Dich von der Anstrengung des "Ausfluges" auch noch erholt hast, wirst Du gewiß in Dein Zimmer zurückkehren können. Inzwischen halte möglichst Frieden mit der Schwester Marie-Luise.
Die Wärme, die auf den gewaltigen Schneefall gefolgt ist, greift jeden Menschen furchtbar an; auch mich. Ich habe Dir jede Woche zweimal geschrieben. Was davon ankommt, kann ich nicht nachprüfen.
Mit Einzelheiten von hier will ich Dich nicht bemühen. Vielleicht macht es Eindruck auf Dich, daß ich soeben ein Telegramm von 240 Wörtern für 120 M nach New York aufgegeben habe.
Ich wünsche Dir weitere Genesung, auch im Namen von Susanne und Ida. Wir alle grüßen Dich herzlichst.
<re. Rand>
Dein getreuer
Eduard