Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. Februar 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

16.II.58
Meine geliebte Freundin!
Wie ich höre, bist Du gut ins Philippushaus zurückgekommen. Hoffentlich fühlst Du Dich da wieder gut und täglich besser. Das Wetter ist allerdings für jedermann angreifend. Gestern waren hier 18° in der Sonne. Ich konnte im Botanischen Garten im Freien sitzen. Heute gießt es.
Das Semester nähert sich dem Ende. Wir hatten gestern 9 Seminarmitglieder zum geselligen Beisammensein im Hause. Vorher hatte ich manche Sitzungen etc. ausfallen lassen, weil es mir nicht gut ging. Für morgen aber haben wir den großen Plan, auf 1½ Tage nach Alpirsbach zu fahren. Susanne hat ihre Schwestern seit 5 Monaten
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| nicht gesehen. Hoffentlich schneien wir nicht ein. Neulich sind viele unterwegs im Schnee stecken geblieben. Wir hatten Hochwasser. Die Ammer war 4 Meter breit.
Der liebenswürdige Afghane aus Reutlingen war noch einmal bei uns. Wir bedauern sehr, daß er in den nächsten Tagen nach Frankreich geht.
Es hat uns sehr leid getan, daß Frl. Mathy eine Schwester verloren hat.
Frl. Lampert ist wieder sehr krank. Ob sie ein viertes Mal durchkommt?
Ich denke täglich an Dich. Anfang März will ich auch wieder einmal kommen, um zu sehen, welche Fortschritte du gemacht hast. Die wünsche ich von Herzen. Das gleiche tun Susanne und Ida.
Innigst Dein Eduard