Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. Februar 1958 (Tübingen)


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Tübingen, den 24.II.58.
Meine geliebte Freundin!
Morgen ist Dein Geburtstag. Meine Gedanken gehen mit besonderer Intensität zu Dir hin. Gerade heute früh ist ein freundlicher Brief von Fräulein Héraucourt gekommen. Ich weiß also, wie es Dir jetzt geht. Es könnte ja noch besser sein; aber es wird schon werden. Besonders dann, wenn draußen etwas mehr Frühling kommt. Vorläufig ist jeden Tag anderes Wetter. Die Feuchtigkeit draußen ist abscheulich.
Du hast jetzt den Blick auf den Heiligenberg. Auf ihm sind wir schon seit Jahrzehnten nicht mehr gewesen. Ich glaube, seit dem Weg auf den Weißen Stein sind wir nur noch einmal dort hinaufgekommen.
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| 55 Jahre sind eine schöne Zeit. Man darf sich nicht wundern, wenn wir beide inzwischen etwas müde geworden sind.
Einen Tag nach Deinem 86. Geburtstag feiert hier der Sohn von Anna Weise, Georg Weise, seinen 70. Geburtstag.
Ich habe am Mittwoch 26.II. und Donnerstag 27.II. lange Sitzungen in Stuttgart. Aber in der nächsten Woche werden wir Dich dann besuchen. Wenn ein Tag nicht paßt, so laß es bitte mitteilen.
Das kleine Seminar hat heute sein Ende gefunden. Damit hat auch mein 98. Semester geendet. Keine Kleinigkeit!!
Ich gedenke all der vielen guten Jahre und bleibe Dir in tiefer Dankbarkeit nahe. Herzliche Grüße auch von Susanne und von Ida!
<re. Rand>
Dein getreuer
Eduard