Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 10. März 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

10.III.58.
Meine geliebte Freundin!
Heute ist der Geburtstag der Königin Luise. Da bist Du früher auch immer zu dem Denkmal im Tiergarten gegangen. Aber oft standen die Blumen noch im Schnee. Auch heute wirbeln die Schneeflocken. Gestern mußten wir sogar unsren kleinen Sonntagsspaziergang abbrechen, weil der nasse Schneesturm zu stark wurde.
Sonst ist seit unsrer Rückkehr von Heidelberg nichts geschehen, was zu berichten lohnte. Ich möchte mir gern ausmalen, daß Du täglich ein bißchen aufstehst.
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| Dies ist die Vorbedingung zum – "Herunterkommen."
Übermorgen ist der 111. Geburtstag meiner Mutter – eine hübsche Zahl; aber sie wird nicht gefeiert. Wenn ich mir klar machen will, wie alt ich schon bin, denke ich daran, daß mein Großvater bereits vor 108 Jahren gestorben ist. Ich glaube, er würde mich garnicht mehr wiedererkennen, wenn er mich zufällig in Pankow träfe.
Susanne, Ida und ich wünschen Dir gute Fortschritte Bitte grüße die Schwestern Marie Luise und Dora, die freundlichen Besucherinnen Mathy und Héraucourt.
In stetem treuem Gedenken
Dein
Eduard