Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. März 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

16.III.58.
Meine geliebte Freundin!
Seit unsrem Besuch bei Dir, das heißt: seit vollen 10 Tagen, habe ich wieder nicht das mindeste Wörtchen über Dein Befinden erhalten. Ich weiß wohl, daß alle die Dich besuchen, ihre Kraft sehr schonen müssen. Vergiß doch aber nicht, jedesmal darauf hinzuwirken, daß mir von Zeit zu Zeit eine Postkarte geschrieben wird.
Meinerseits teile ich mit: es ist dafür gesorgt, daß Dir Dein Zimmer unten erhalten bleibt, auch wenn Du vorläufig oben bist.
Wir sind am Samstag in
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| Reutlingen gewesen, wo jetzt eine kleine Ausstellung von Halbritters Graphik zu sehen ist. Sonst war recht viel zu arbeiten, und das bleibt auch noch so. Am 18.III und am 19.III habe ich Sitzungen in Stuttgart. Ich bleibe daher über Nacht im Hôtel Stafflenberg in der Stafflenbergstraße. Das ist nicht weit von Frl. Lampert. Aber sie ist noch immer im Krankenhause.
Es ist immer noch recht kalt. Aber am 21.III soll ja der Frühling anfangen. Dann wirst Du auch einmal auf deinem Balkon sitzen können. Wir alle hier wünschen Dir täglich einen spürbaren Fortschritt und gedenken Deiner unablässig, auch Freund Bähr.
Innigst Dein Eduard