Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. März 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

26.III.58.
Meine geliebte Freundin!
Wir haben am Montag einem verdienten Mann in Stuttgart persönlich zu seinem 75. Geburtstag gratuliert. Dabei sind wir auf den Randhöhen der Stadt in den rauhen Nordost geraten. Der Husten, den ich mir schon beim vorigen Besuch in Stuttgart geholt hatte, verschlimmerte sich und wurde sogar sehr schmerzhaft (bis in die Ohren hinein.) Das ist aber nun im Besserwerden. Ich muß nur noch ein paar Tage zu Hause bleiben. Da Susannes Krächzen nie aufhört, geben wir ein ganz gutes Paar ab.
Frl. Héraucourt ist nun wohl auf der Reise nach Ronco, von der sie gesprochen hat. Hoffentlich hat sie es
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| dort wärmer, als es hier bis gestern war.
Heute vor 3 Wochen haben wir Dich im Philippushause besucht. Seitdem habe ich einmal (vor 10 Tagen) eine Nachricht über Dich gehabt [über der Zeile] (Mathy). Ich füge jetzt eine adressierte Karte bei und bitte Dich, sie von irgend jemand mit einer kurzen Angabe über Dein Befinden absenden zu lassen. Ich bitte nicht nur darum, sondern ich kann das wohl verlangen.
Anscheinend wird es jetzt wieder etwas wärmer. Aber es ist jedes Jahr die gleiche Geschichte: vor dem 1. Mai kommt der ungeduldig erwartete Frühling nicht.
Mit vielen guten Wünschen und Grüßen von allen hier
Dein
Eduard.