Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 11. Mai 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

11.V.58.
Meine geliebte Freundin!
Mit großer Freude habe ich durch Frl. Mathy gehört, daß Du ein paar Stunden auf dem sonnigen Balkon sein konntest. Von Rechts wegen fangen heute die Eisheiligen an. Wenn die vorüber sind, wird es wohl endlich voller Frühling werden, und Du kannst dann den schönen weiten Ausblick häufiger genießen.
Wir waren gestern mit neu immatrikulierten Studenten – eigentlich mehr Studentinnen – auf dem Traifelberg (750m) Es blühte alles, und das Grün war bezaubernd frisch. Eigentlich aber war es für mich wieder Dienst. Ich mußte einen
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| Vortrag halten, an den sich eine Diskussion anschloß. Dann aber war es für uns schon wieder Zeit zur Heimfahrt. Wenigstens habe ich mal wieder ganz junge Akademiker um mich gehabt
Am Freitag haben wir einen neuen Rektor bekommen. Das ist immer mit einem kleinen Festessen verbunden, bei dem man einige Kollegen und andere Leute wiedersieht.
Heute besuchte uns das Ehepaar Niemeyer (Verleger der "Lebensformen"), der seinen 75. Geburtstag in Rom und Sizielien gefeiert hatte. Sie haben viel Verlockendes erzählt.
Ich denke immer an Dich und wünsche Dir, daß es weiter bergan geht. Susanne und Ida grüßen <re. Rand> auch herzlich. Innigst Dein
Eduard