Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 23. Mai 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

23.V.58.
Meine geliebte Freundin!
Hoffentlich ist es bei Euch nicht so, wie bei uns: daß nämlich am 1. Pfingsttage keine Post bestellt wird. Denn dann würdest Du diesen Festwunsch erst am 3. Feiertag erhalten.
Mit Freude höre ich, daß Ruges Dich besucht haben. Nach dem Fest soll nun auch der Umzug stattfinden. Dann bist Du hoffentlich wieder gemütlich untergebracht. Allerdings: um die Sonne unmittelbar zu haben, müßtest Du auf den Gang gehen.
Es ist eben ein schweres Gewitter. Alle Nerven zucken in mir und alle Knochen knacken. Auch sonst ist mit mir "nicht viel los." Wir hatten 2 Tage hintereinander
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| "Kaffeegesellschaft". Da muß man liebenswürdig sein, und das strengt immer an. Heute Abend kommt Freund Bähr. Es soll die Platte abgehört werden, auf die die Reden zur Einweihung der Eduard Spranger Schule in Buer vor 6 Monaten aufgenommen worden sind. Für die eigentlichen Feiertage haben wir garnichts vor. Gleich danach ist hier 3 Tage lang "Landpädagogischer Kongreß."
Der Druck, in dem alle meine Schriften seit 1903 verzeichnet sind, ist fertig. Er umfaßt genau 99 (!) Seiten mit genau 777 Nummern.
Ich, als alter weiser Mann, gebe den Rat, den Umzug mit voller Gelassenheit geschehen zu lassen. Wir sind seit 12 Jahren nicht umgezogen, und trotzdem findet sich nichts wieder.
Mit herzlichen Pfingstgrüßen <li. Rand> von allen und vielen Wünschen Dein Eduard