Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 3. Juni 1958 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

3. Juni. 58
zu Tantchens Geburtstag!
Meine geliebte Freundin!
Ich habe immer noch keine Nachricht darüber, wie der "Umzug" verlaufen ist. Aber ich hoffe das Beste.
In der vorigen Woche hatte ich eine recht lästige Verdauungsstörung, die vom 2. Pfingsttage herstammte. Trotzdem haben wir 3 Tage den hier stattfindenden Landpädagogischen Kongreß mitgemacht. Ich habe sogar das Schlußwort sprechen müssen, habe also noch einmal im vollbesetzten Auditorum maximum geredet. Das alles war recht anstrengend. Ich erhole mich nur
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| langsam davon.
Nach vielen Jahren hat die ehemalig Liselotte Henrich wieder einmal geschrieben. Strenge Dein Gedächtnis an! Bei Dir und Änne Knaps hieß sie "Doktorinchen." Sie hat sich dann mit einem Kommunisten verheiratet und hält auch heute noch zu dieser guten Sache. Ich weiß nicht, ob ich antworten und die Verbindung wieder aufnehmen soll.
In Hamburg ist morgen Doppelhochzeit: Mutter Erika feiert die silberne, Tochter Erika die grüne. Vielleicht erinnerst Du Dich noch an den Bernhard Runge, der in Baumschulenweg Pflegebruder der Erika war.
Sonst gibt es nichts zu schreiben als immer wieder gute Wünsche und Grüße, mit denen ich bleibe

<li. Rand>
Dein getreuer
Eduard