Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 21. Juni 1958 (Tübingen)


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Johannistag
<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

21.6.58.
Meine geliebte Freundin!
Ich schreibe schon am Samstag. Denn morgen sind wir den ganzen Tag in Bad Boll, wo ich ein kleines Referat zu halten habe. Das ist dann für längere Zeit die letzte Redeverpflichtung. Ich fühle mich schwach und habe viel mit dem Arzt zu tun.
Trotzdem bestehen Pläne. Am 26. Juni mittags wollen wir nach Alpirsbach fahren und am Abend meines Geburtstages nach Tübingen zurückkehren.
Vom 4. Juli bis ca 9. Juli ist die Reise nach Bonn zum Pour le Mérite geplant.
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Wir hatten Besuch von einer Studentin, deren Vater Lehrer an der Eduard Spranger-Schule in Buer ist. Außerdem war ein Studienrat hier, der bei mir vor dem 1. Weltkrieg studiert hat. Heute Mittag kommt ein Oberstudiendirektor aus Hamburg, den ich schon seit 1910 kenne. Er ist ein Nachkomme des Bildhauers Schadow und heißt auch so.
Das Wetter wechselt viel. Du wirst in den letzten Tagen auch nicht auf dem Balkon gesessen haben. Aber hoffentlich wird es bald wieder besser. Frl. Mathy ist für 1 Woche in Freiburg. Vielleicht kommt anderer lieber Besuch zu Dir.
Wir grüßen herzlich mit den wärmsten Wünschen für Dein <li. Rand> Wohlergehen. Dein getreuer Eduard