Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 21. August 1958 (Tübingen, Postkarte)


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Tübingen, den 21. August. M. L!
Heute regnet es und es ist kühler. Wir erwarten Besuch aus Berlin: Frl. Hilgenfeld, die 1906–08 bei Knauer meine Kollegin war. Auch eine sehr alte Freundschaft. Mit Johanna Richter sind wir auf den Österberg gefahren, der von m. Arbeitszimmer aus zu sehen ist. Dort sitzt man auf einer Bank und hat eine weite Aussicht, die schon Goethe gerühmt hat. – Gestern wurde der 70. Geburtstag der in Heidelberg-Wieblingen lebenden Mutter von Bähr hier gefeiert. Wir kamen für ½ Stunde dazu. Es waren 15 Personen, darunter auch 4 aus der Steubenstraße. –  – Wir sind nicht mehr weit vom 31. August. An dessen Bedeutung erinnerst Du Dich hoffentlich noch. Dies Jahr ist reich an
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| Früchten wie lange keines. Sogar Wein gedeiht wieder einmal. Bekommst Du auch mal einen Pfirsich oder Weintrauben?
An den armen Patienten in Bonn schreibe ich auch alle 2 Tage. Er beweist eine großartige Geduld. Aber unter 6 Wochen kommt man mit einem Armbruch wohl nicht aus der Klinik heraus (vgl. 1953.)  Herzliche Grüße von uns <li. Rand> dreien. Dein getreuer
<Kopf>
Eduard.