Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 2. Januar 1958 (Heidelberg)


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Heidelberg. 2. Januar 1958.
Mein geliebter Freund!
Gestern schon habe ich den Briefumschlag gerichtet, um heut die Zeit auf dem Lehnstuhl in Ruhe mal wieder an Dich schreiben zu können. Aber es geht mit den Kräften absolut nicht vorwärts. Vor allem ist das Gedächtnis noch immer so, als wäre mein Selbstbewußtsein nicht gegenwärtig. Es bleiben lauter zusammen gesuchte Einzelheiten. Vor allem ist mir beständig im Sinn, daß Du zur Zeit so überlastet mit brieflichen Danksagungen bist sonst würde ich bitten, mich auch mit einem Gruß zu bedenken, denn Du weißt ja, wie mühsam ich versuche, mit guten Wünschen
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| auch Dich zu erreichen. Aber die Kräfte reichen nur bis zum Bewußten des Gegenwärtigen. Und da kehren die guten Wünsche bis bei Euch stündlich ein und suchen aus der Vergangenheit unvergänglichen Trost für die schwere Gegenwart. Da ist vor allem der Wunsch, daß Euch das neue Jahr gut und gesund angefangen hat, auch der Schnupfen glatt vorüberging und ohne Ansteckung. Bei mir liegt es lediglich an mangelden Kräften trotz der fortgesetzten Spritzen. Frau Dr. Edinger war in Urlaub, kommt aber morgen zu mir. Für das Weihnachtspäckchen noch ganz besonderen Dank. Es haben viel liebe Freunde an mich gedacht, aber schreiben konnte ich noch nicht. Besonders war auch ein sehr lieber Brief von Häbler. Viel gute Wünsche <re. Rand> und liebe Grüße. Deine Käthe