Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 24. Februar 1959 (Tübingen)


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<Briefkopf: PROFESSOR DR. EDUARD SPRANGER
TÜBINGEN
Rümelinstr. 12>

24.II.59.
Meine geliebte Freundin!
Zu Deinem Geburtstag gedenken wir alle Deiner mit herzlichen Wünschen. Ich füge ihnen einen Aufsatz bei, der für das neue Bodenseebuch bestimmt ist. Er ist also für die Öffentlichkeit geschrieben, nicht als intime Erinnerung. Du findest daher den wichtigsten Namen, Deinen eignen, nicht darin. Wenn Du Dir die Blätter vorlesen lassen willst, entweder von Frl. Mathy oder von Frl. Héraucourt, dann muß die betreffende gütige Freundin ihn zuerst für sich selbst lesen, damit das Poetische des Textes gut herauskommt.
Denke dabei an unsere Tage auf der Reichenau. Es ist 1959 genau 20 Jahre her, daß wir zusammen da
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| waren. 1939 vertrieb uns von dort der zweite Krieg. Nach 1946 bin ich noch mehrfach dort gewesen, entweder allein oder mit Susanne. Von "unseren Leuten" lebt dort nur noch Hannelore Frommherz.
Ich habe mit dem Druck meines Pestalozzi viel Mühe und Ärger gehabt. Freund Bähr ist jetzt mehr in Heidelberg als in Tübingen. Sonntag hat uns Frl. Besser besucht, die demnächst auch 70 Jahre wird. Sie hat das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Wie ich höre, wird Dich am Festtage Frau Gaßner besuchen. Vielleicht kommen auch noch andere Gäste. Sorge dafür, daß die Blumen in die richtige Vase kommen und daß die linke immer neben der rechten steckt.
Susanne, Ida und ich grüßen Dich herzlich und hoffen, daß der 25. Februar für Dich ein recht freudiger Tag wird.
<li. Rand>
Stets Dein
Eduard