Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Januar 1960 (Tübingen, Postkarte)


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12.I.60. Meine Liebe!
Nun ist der Schnee da, und wir haben beide nichts davon. Von der Kälte wirst Du ja im wohlgeheizten Hause nichts bemerken. – Ich habe im Schwarzwald recht weite Waldwege gemacht. Vielleicht etwas zu viel. Denn seit der Rückkehr geht es mir nicht besonders, und mit den Augen steht es auch recht schlecht. Zur Zeit arbeite ich garnichts. Es freut mich sehr, daß
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| das liebe Frl. Héraucourt auch wieder da ist. Ich danke ihr für den gütigen Brief. Sie hat sogar einen "Spaziergang" mit Dir gemacht. – Am Donnerstag ist Alb. Schweitzers 85. Geburtstag. Wir werden telegraphieren. In dem Festheft der "Universitas" bin ich auch vertreten. Die Geburtstagsehrungen werden nicht wenig auf ihm lasten. – Die Neujahrspost brachte auch manche traurige Mitteilung. Der Junggeselle Dr. Möckel, der mein Famulus war, als ich 1911 nach Leipzig kam, ist einsam gestorben. Richard Merton, der große Frankfurter Mäcen, ist auch dahingegangen. Hingegen lauten die Nachrichten von Litt zum ersten Mal gut. Er ist in einem Sanatorium in Bad Nauheim und will am 2. Februar (Vorstands Geburtstag) hier durchkommen – auf <re. Rand> der Fahrt nach Zürich, wo er einen Vortrag <Kopf> hält! Herzlichste Wünsche von <li. Rand> uns dreien. Dein Eduard