Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. April 1960 (Tübingen, Postkarte)


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27. April 60 (Riehls 116. Geburtstag)  M. L!  Wir hatten inhaltreiche Tage. Am Sonntag holte uns ein jung verheirateter älterer Lehrer des Gymnasiums mit dem Auto in seine Wohnung, die im Schönbuch – ein Drittel des Weges nach Stuttgart liegt. Dort waren wir mit meinem Freunde Haag u. s. Frau, dem Gymnasialdirektor,
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| angenehm zusammen. Auf der Rückfahrt kamen wir in ein starkes Unwetter. Montag begann die Tagung der Darmstädter Akademie für Sprache und Dichtung, deren Ehrenmitglied ich bin. Vormittags Sitzung, nachm. Rede des Heidelberger Kollegen Gadamer. Gestern früh hatte ich selbst ein Referat zu halten. Lange Diskussion folgte. Gemeinsames Mittagessen im Museum. Abends Preisverteilung mit Rede von Bergengrün, von dem Du ja auch etwas gelesen hast. Wir sahen viele alte Bekannte und lernten neue Leute kennen. Echte Dichter sind allerdings spärlich. Morgen kommt ein Ukrainer, übermorgen eine inzwischen blind gewordene ehemal. Studentin aus Dahlem. Samstag Preisverteilung in Reutlingen. Es hat hier mehrfach in die Blüte hinein geschneit. Auch kalt <li. Rand> ist es wieder geworden. Christiane ist nicht versetzt <Kopf> worden u. beginnt nun neu in der <re. Rand> Ursulinenschule. Allerseits herzliche Grüße
<Kopf S. 1>
Deine Eduard, Sus. Ida

[li. Rand S. 1] Viele gute Wünsche für Dich.