Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 4. Mai 1960 (Tübingen, Postkarte)


4. Mai 60.  M L!  Die letzte Woche war hier sehr bunt. Mein Referat bei der Tagung der Darmstädter Akademie hier wurde beifällig aufgenommen. Vielleicht hat auch in Eurer Zeitung darüber etwas gestanden. Es gab gleich hinterher den Besuch einer ehemaligen Studentin, die ganz blind geworden ist und doch noch herumreist, z. T. allein. Samstag waren wir in Reutlingen bei der Preisverleihung der Hans-Thoma-Gesellschaft. Gestern gingen wir tief in den Wald, weil Erholung sehr nötig ist. Da gerieten wir mit einem Bauern in Unterhaltung, der einen Wagen mit riesigem Pferd lenkte. Wir saßen eine ganze Weile,
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| und das Pferd legte sich dazu. So etwas sieht man jetzt selten. – Frl Héraucourt danke ich sehr für gütige Nachricht. Es hat uns sehr betrübt, daß sie so geplagt war und daß auch ihre verehrte Mutter zu leiden hatte. Hoffentlich geht es jetzt allerseits ordentlich – auch Dir. Viele innige Grüße Dein Eduard <li. Rand> Susanne. Ida.