Rundbrief der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft 6. Jahrgang 1997, Brief 1 - Mai 1997


Diese "online"-Ausgabe des Runbriefes ist eine gekürzte Ausgabe der Druckfassung, die die Mitglieder der Historischen Kommission zweimal im Jahr kostenlos erhalten. Letzte Aenderung: 28. Mai 1997.

Bei Rueckfragen, Wuenschen und Anregungen wenden Sie sich bitte an die Redaktion: Hanno Schmitt, Joerg-W. Link: link@rz.uni-potsdam.de

Inhalt:


1. In eigener Sache

2. Aus der Arbeit der Historischen Kommission

3. Aus der Forschung

4. Nachrichten und Berichte

5. Veranstaltungskalender

6. Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte 1997/I


1. In eigener Sache

Einen Schwerpunkt des vorliegenden Heftes bildet die Dokumentation der ersten von der Historischen Kommission veranstalteten wissenschaftlichen Nachwuchstagung, die vom 20.-22. Maerz 1997 in Ludwigsfelde bei Potsdam stattfand. Neben einem Bericht aus dem Teilnehmerkreis drucken wir dazu die Exposés der gehaltenen Vortraege ab. Mit diesen ausfuehrlichen Informationen moechten wir nicht zuletzt den Mitgliedern der Historischen Kommission einen Eindruck von Gehalt und Ergebnis der Tagung vermitteln. Darueber hinaus stossen die Beitraege aber sicher schon alleine wegen ihrer Themen auf breiteres Interesse.

Manuskripte werden nach Moeglichkeit auf Diskette erbeten!

Mit Namen gekennzeichnete Beitraege stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Kleinere redaktionelle Veraenderungen vorbehalten.

Redaktionsschluss fuer Brief 1/97 war der 31. Maerz1997.

Redaktionsschluss fuer den naechsten Rundbrief ist der 30. September 1997.


IMPRESSUM:

Herausgeber: Historische Kommission der Deutschen Gesellschaft fuer Erziehungswissenschaft

Redaktion: HANNO SCHMITT, JOERG-W. LINK

Anschrift: Universitaet Potsdam,
Professur fuer Historische Paedagogik
Postfach 60 15 53, 14415 Potsdam
Tel.: (0331) 977-2572; 977-2146; Fax: (0331) 977-2063;
e-mail: link@rz.uni-potsdam.de
privat: Im Bogen 15 c, 14471 Potsdam, Tel. (0331) 961383.

ISSN 0943-7754


2. Aus der Arbeit der Historischen Kommission


"HISTO-KIDS": Ueber die Nachwuchstagung der Historischen Kommission der DGfE vom 20. bis 22. Maerz 1997

Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass die Berichterstatterin ziemlich hilflos und verlassen ihre erste Tagung, die Jahrestagung 1995 der Historischen Kommission der DGfE, in Ludwigsfelde besuchte. Mittlerweile mit dem "Tagungs-Tourismus" etwas vertrauter, ging es nun wiederum an das Paedagogische Landesinstitut Brandenburg (PLIB) in Ludwigsfelde. Diesmal nicht nur als Teilnehmerin, sondern auch als Referentin einer Nachwuchstagung der Historischen Kommission der DGfE, die vom 20. bis 22. Maerz 1997 stattfand.

UWE SANDFUCHS (Dresden) und JOERG-W. LINK (Potsdam) hatten die Tagung fuer den wissenschaftlichen Nachwuchs bestens vorbereitet und organisiert. Die fuenfundvierzig gemeldeten Teilnehmer, davon allein 20 Referenten, erwartete ein interessantes und inhaltsreiches Programm. Bei den vorgestellten Projekten handelte es sich ueberwiegend um laufende oder bereits abgeschlossene bildungshistorische Dissertationen, ergaenzt durch Habilitationen sowie die Vorstellung einer erfolgreich abgeschlossenen Magisterarbeit. Trotz offener Themengestaltung konnten die Projekte zu sechs inhaltlichen Schwerpunktthemen zusammengefasst werden. Bereits im Vorfeld der Tagung waren die Summaries der Beitraege zur Vorbereitung der Diskussion an alle Referenten und Teilnehmer verschickt worden.

Fuer die Vorstellung der Arbeiten standen den Referenten fuenfundvierzig Minuten zur Verfuegung. Erfreulicherweise wurde die zeitliche Vorgabe, nur die Haelfte der Zeit dem eigentlichen Vortrag, die andere Haelfte der Diskussion zu widmen, von allen Teilnehmern eingehalten. Hier zeigte sich deutlich, wie sehr den Referenten an Gespraech und Meinungsaustausch mit juengeren und aelteren Kollegen in der Plenumsrunde gelegen war.

Nach der Begruessung durch die Organisatoren eroeffnete BERND FEIGE (Hildesheim) die Tagung am Donnerstag Nachmittag mit seinem Vortrag ueber den Philanthropen JOHANN PETER HUNDEIKER. In zwei weiteren Beitraegen ging es um die paedagogischen Biographien von FRANZ HEINRICH ZIEGENHAGEN (BARBARA RICHTER, Hamburg/Bonn) und WILHELM KIRCHER (JOERG-W. LINK, Potsdam). Bei der sich an das letzte Referat anschliessenden Diskussion zur Frage: "Was ist eine sozialhistorische Biographie und welches Erkenntnisinteresse laesst sich aus eben dieser ableiten?" waere es sicher wuenschenswert gewesen, diese einmal uebergreifend in Bezug auf alle drei Vortraege zu eroertern. Leider musste aus Zeitmangel und aufgrund des dichten Programms eine abschliessende allgemeinere Diskussion zu den einzelnen Schwerpunktthemen oefter abgebrochen werden.

Der zweite thematische Block beschaeftigte sich mit dem juedischen Bildungswesen. Neben aufschlussreichen Beitraegen zum Dialogischen bei MOSES MENDELSSOHN (BRITTA L. BEHM, Hamburg) und der Reform zweier juedischer Schulen in Preussen (PETER DIETRICH, Hamburg), konnte MICHAEL GEBEL (Duisburg) anhand eines Briefwechsels von FRIEDRICH FROEBEL selbst zu spaeter Stunde noch sehr anschaulich verdeutlichen, mit welchen Schwierigkeiten die historische Erziehungswissenschaft bei groesseren Editionsprojekten zu kaempfen hat. Nach dem Tagungsprogramm bot sich die Gelegenheit, erste persoenliche Kontakte knuepfen oder bereits bestehende wiederaufleben lassen.

Am Anfang des dritten Themenkomplexes "Ausserschulische Jugendbildung / Erwachsenenbildung" stand ein Referat zur Geschichte des Jugendfunks im SWF Baden-Baden (SABINE MAYER, Tuebingen). In den sich anschliessenden Vortraegen interessierte die Geschichte der Volkshochschulen. BETTINA ROELKE (Weimar) stellte die Praxis der Volksbildung in der VHS Thueringens von 1919-1933, BARBARA SCHUELER (Oestrich-Winkel) die Gruendungsgeschichte der "vh ulm" dar.

Als weitere thematische Klammer diente die bildungshistorische Frauenforschung: PETRA BRINKMEIER (Potsdam) stellte in ihrem Vortrag die evangelischen Jungfrauenvereine in Deutschland 1890-1934 vor. PENNY SMITH EIFRIG (Berlin) untersuchte amerikanische Frauen an deutschen Universitaeten von 1865 bis 1915. Auch die sich aus den zwei thematisch so verschiedenen Vortraegen ergebenden Diskussionen fanden rege Beteiligung und verdeutlichten das Interesse an den Ausfuehrungen und Forschungsvorhaben der Referenten.

Innerhalb des umfangreichsten Themenschwerpunktes zur Schulgeschichte konnten sodann aus zeitlichen Gruenden leider nur die Beitraege zum Strukturwandel im hoeheren Schulwesen der Preussischen Provinz Brandenburg 1890-1933 (FRANK TOSCH, Potsdam) und zu den Technischen Fachschulen in Deutschland 1890-1938 (FRIEDHELM SCHUETTE, Berlin) als Plenumsveranstaltung stattfinden. Fuer die vier weiteren Themen, mussten zwei Parallelgruppen gebildet werden. Neben der schwierigen Entscheidung fuer die Teilnehmer, sich entweder in der Gruppe A den Referaten zur Entwicklung der Schulen in Tuebingen (WOLFRAM HAUER, Tuebingen) und der Laienschulen der Bettelorden in der Erzdioezese Koeln im 17. und 18. Jahrhundert (JOHANNES KISTENICH, Bonn) zuzuwenden oder doch lieber in der Gruppe B den Ausfuehrungen MONIKA BALTES (Hamburg/Potsdam) zum Schultheater der 20er Jahre und DIETER TODERS (Ulm) Vortrag zur Geschichte des evangelischen Landerziehungsheims Ursprings zu verfolgen, war es fuer die Referenten bedauerlich, dass die gemeinschaftliche Arbeitsatmosphaere mit den Parallelgruppen durchbrochen werden musste und eine Diskussion im Plenum nicht stattfinden konnte, wodurch das Feedback vielleicht etwas geringer als erwartet ausfiel.

Der letzte Themenblock am Samstagmorgen beschaeftigte sich mit Lehrerbildung, -fortbildung und -organisation. Als erstes stellte ANDREAS KRASS (Marburg/ Potsdam), der die Lehrerlager im Nationalsozialismus untersucht, in seinem Vortrag das Thema exemplarisch anhand von Lagerzeitungen dar. Im Anschluss an das Referat entwickelte sich eine heftige Debatte zur Funktionsbestimmung der Lehrerlager im Nationalsozialismus. Nach der Akademisierung der Volksschullehrerausbidung am Paedagogischen Institut der TU Dresden 1923-1931 fragte JUTTA FROTSCHER (Dresden) in ihrem Beitrag. Dem gegenueber stand das letzte Referat von OTTO REICHERT (Weingarten), der sich bei seiner Untersuchung des Wuerttembergischen Lehrervereins mit der ausseruniversitaeren Professionalisierung der wuerttembergischen Volksschullehrerschaft beschaeftigte. (Die Exposés der Vortraege sind im Anschluss an diesen Bericht abgedruckt; vgl. auch S. 2; die Red.)

Dass der thematisch breit gefaecherte und dennoch gebuendelte Ablauf der Tagung keine Zeit fuer ein Rahmenprogramm freiliess, war fuer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unwichtig. Viel wichtiger war es wohl, dass die formelle wie informelle Tagungsdynamik es ermoeglichte, einen wissenschaftlichen Austausch und persoenliche Kontakte herzustellen. Das Tagungsziel, unter Nachwuchswissenschaftlern eine verstaerkte Kooperation und Zusammenarbeit zu ermoeglichen, aus der sich dann im Laufe der Jahre fruchtbare Arbeitskontakte entwickeln koennen, wurde sicherlich erreicht. Natuerlich fiel der Zeitfaktor gerade bei den Diskussionen und bei der Entscheidung fuer Parallelgruppen etwas ungluecklich ins Gewicht. Andererseits konnten nur so die Organisatoren der Tagung es allen Interessenten, die sich angemeldet hatten, auch ermoeglichten, ihr Projekt vorzustellen. Es wurde keine Vorauswahl getroffen und niemand musste abgewiesen werden. So bot sich fuer viele Nachwuchswissenschaftler hier erstmals ein Forum, um ihre Forschungsprojekte vor einer groesseren Gruppe von Fachkollegen zu praesentieren.

Was die Tagungskultur anbelangt, muss hervorgehoben werden, dass wirklich sehr engagiert und diszipliniert gearbeitet wurde. Auch wenn es den juengeren Teilnehmern anfaenglich schwerfiel, sich vor Ende der Vortragszeit in die laufenden Diskussionen einzuschalten und sich gegenueber den bekannteren Kollegen durchzusetzen, so konnten doch viele Gespraeche und Diskussion ungezwungen zwischen den Vortraegen, in den Kaffee- und Essenspausen sowie abends in geselliger Runde fortgefuehrt werden.

Kritisch moechte die Berichterstatterin hervorheben, dass von den aelteren Kollegen teilweise direkt im Anschluss an die Vortraege eine - von ihnen vielleicht gar nicht als solche wahrgenommene, aber kraft ihres Amtes von uns so empfundene - scharfe Kritik geaeussert wurde. Solche harten Urteile oder Provokationen, koennen dazu fuehren, dass juengere Kollegen einschuechtert und fuer den Rest der Diskussion - die ebenso wichtig ist wie der eigentliche Vortrag - aus dem Konzept gebracht werden oder blockiert sind. Man sollte sich vor Augen fuehren, dass es fuer viele Referenten der erste Vortrag vor einer groesseren Gruppe von Fachkollegen war und sachliche und inhaltliche Kritik sich auch an eine 'positive Verstaerkung' anschliessen kann. Da es darum geht, Vortragserfahrung zu sammeln und vielleicht auch rhetorische Routine zu gewinnen, kann es also auch nicht darum gehen, wenn wohlmeinende 'Doktorvaeter' bei einer ins Stocken geratenen Diskussion dem Plenum die Dissertationsprojekte ihrer 'Histokids' eroertern.

Insgesamt, da waren sich aber wohl alle Teilnehmer einig, war die Tagung "eine schoene Sache, die man in zwei Jahren unbedingt wiederholen sollte". Es waere sicherlich wuenschenswert, wenn dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein so kritisch-konstruktives, inhaltlich weiterfuehrendes und relativ repressionsfreies Forum auch weiterhin fuer erste Vortragserfahrungen zur Verfuegung staende. Die Bedenken einiger Mitglieder der Historischen Kommission, eine solche Nachwuchsveranstaltung koenne zu einem besseren Doktorandenkolloquium 'verkommen' oder aber die Teilnehmer in einem "Nachwuchsghetto" verschwinden lassen, konnten durch den Ablauf der beschriebenen Tagung sicherlich widerlegt werden. Der Vorbehalt, bei einer solcher Nachwuchstagung koenne es sich um ein den Generationendialog behinderndes Modell handeln, wird sicher dann entkraeftet, wenn juengere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - wie es bei der diesjaehrigen Jahrestagung in Thurnau der Fall sein wird - auch in Zukunft die Gelegenheit erhalten, als Referenten der Historischen Kommission ihre Forschungsergebnisse vorzustellen.

BARBARA RICHTER

Es folgen nun in der Reihenfolge der thematischen Buendelung der Tagung die fuer den Rundbrief z.T. leicht ueberarbeiteten Exposés der Vortraege:



BERND FEIGE (Hildesheim): Philanthropische Reformpraxis in Niedersachsen. Johann Peter Hundeikers paedagogisches Wirken um 1800

JOHANN PETER HUNDEIKER (1751 - 1836) wuchs als Sohn eines Dorfkraemers in Gross Lafferde im Fuerstentum Hildesheim auf. Durch autodidaktische Studien erschloss er sich zeitgenoessische neologische und paedagogische Literatur. Dabei rezipierte er vor allem Schriften von anti-orthodoxen Geistlichen. Vernunftgemaesser Zugang zur Religion, Antidogmatismus, Naturzugewandtheit und die Erziehung zu einer christlich-sittlichen Moral kennzeichneten daher in der Folgezeit Hundeikers religioese und paedagogische Einsichten. Bei letzteren holte er sich besondere Zuruestung durch die Lektuere von ROUSSEAU und LOCKE. Nachhaltig praegten ihn die Schriften von JOHANN BERNHARD BASEDOW (1723-1790). Diesen lernte er durch die Vermittlung des Braunschweiger Mediziners und Aufklaerers CARL GOTTLIEB WAGLER (1731-1778) bald naeher kennen. WAGLER wiederum wurde auf HUNDEIKER aufmerksam, als dieser bei ihm BASEDOWS Elementarwerk (1774) vorbestellen wollte. WAGLER knuepfte HUNDEIKER in die Aufklaerungsbewegung in und um Braunschweig mit ein und machte ihn mit BASEDOW bekannt. Im Fruehjahr 1778 besuchte HUNDEIKER BASEDOW in Dessau. Nach einem sechswoechigen Aufenthalt kehrte er in sein Heimatdorf zurueck. Hier entfaltete HUNDEIKER umfassende volksaufklaererische Aktivitaeten. Dabei fand er zusprechende Unterstuetzung von seinem adligen Freund Herzog FERDINAND VON BRAUNSCHWEIG (1721 - 1792) und von dem Hildesheimer Superintendenten HERMANN HEIMART CLUDIUS (1754-1835). Zunaechst wandte HUNDEIKER sich nach dem Tod seines Mentors WAGLERS (1778) staerker dem Hildesheimer Raum zu. So verfasste er zeitgleich mit dem Hildesheimer Domherrn MORITZ VON BRABECK (1742-1814) eine Werbeschrift fuer das Dessauer Philanthropin. Ihren Hoehepunkt erreichten seine volksaufklaererischen Anstrengungen aber in der Gruendung einer Reformvolksschule in seinem eigenen Hause. Schon frueh hatte sich HUNDEIKER um die Alphabetisierung der Landbevoelkerung gekuemmert und bereits 1773 einen sogenannten Lesekasten entwickelt und eingesetzt. 1791 publizierte er eine Fibel, die in CAMPES Schulbuchverlag erschien. Ein Jahr spaeter eroeffnete er eine Volksschule in seinem Dorf, um Reformdruck auf die oeffentliche Gemeindeschule auszuueben. Tatsaechlich wurde HUNDEIKERS "Bauernschule" ein Erfolg. Konzeptionell orientierte Hundeiker sich an den Reformschulen von FRIEDRICH EBERHARD VON ROCHOW (1734-1805). Parallel zu seinem Volksschulprojekt, das er nach erfolgter Verbesserung der Gemeindeschule 1796 wieder einstellte, entwickelte sich ebenfalls in seinem Hause ein Privatinternat. Von 1791 an nahm HUNDEIKER Zoeglinge auf, deren Zahl bis zum Ende des Jahrhunderts auf etwa 30 anstieg. HUNDEIKER stellte Lehrer ein und fand unter ihnen in FERDINAND G. BECKER (geb. in den 70er Jahren des 18. Jh.) seine groesste Stuetze. Realien, neue Sprachen und Mathematik waren die Hauptinhalte des Unterrichts, aber auch Latein wurde gelehrt. Neben diesem Angebot einer "philanthropischen Allgemeinbildung", beschulte er angehende Kaufleute mit Hilfe eines auf sie zugeschnittenen Curriculums. Der Erfolg der Schule machte sie bei Zeitgenossen weithin bekannt. Auch der Braunschweiger Herzog KARL WILHELM FERDINAND (1735-1806) wurde auf HUNDEIKER aufmerksam. Er bewegte ihn schliesslich dazu, seine Schule nach Vechelde ins dortige Sommerschloss zu verlegen. Die Napoleonische Zeit hinterliess unklare Besitzverhaeltnisse, und es kam zu einem Prozess zwischen HUNDEIKER und der Braunschweiger Regierung. Dieser endete 1819 mit einem Vergleich. Er siedelte zu seinen Toechtern ins Koenigreich Sachsen ueber und verfasste noch mehrere Andachtsbuecher. Auch die Vechelder Schule war - mit vielen Schwierigkeiten kaempfend - paedagogisch erfolgreich. 1807 nahm HUNDEIKERS Sohn, WILHELM THEODOR (1786 - 1828) die Arbeit als Lehrer bei HUNDEIKER auf. Der Halle-Absolvent und Schueler von FRIEDRICH AUGUST WOLF (1759-1824) brachte neuhumanistische Einfluesse in die Schule mit ein. Es gelang, angestammte philanthropische Positionen mit neuhumanistischen Elementen zu verknuepfen und ein paedagogisch tragfaehiges Konzept zu entwickeln.

Vgl: FEIGE, BERND: Philanthropische Reformpraxis in Niedersachsen. Johann Peter Hundeikers paedagogisches Wirken um 1800. Boehlau-Verlag: Koeln, Weimar, Wien 1997 (im Druck).



BARBARA RICHTER (Bonn): Franz Heinrich Ziegenhagen - Kaufmann und engagierter Philanthrop im Zeitalter der Spaetaufklaerung

Das Dissertationsprojekt beschaeftigt sich mit Leben und Werk FRANZ HEINRICH ZIEGENHAGENS. Gerade weil er nicht zu den erstrangigen Repraesentanten der deutschen Aufklaerungsbewegung gehoert, macht ihn seine 'aufgeklaerte Durchschnittlichkeit' interessant: sein Wirken ist viel enger mit den historischen Basisprozessen und dem handlungsleitenden Denken seiner Zeitgenossen verbunden als das der 'grossen Denker'. Sein Lebensweg, seine geistige Entwicklung, seine Aktivitaeten als Schriftsteller, Freimaurer und Physiokrat scheinen auf der einen Seite prototypisch das Leben eines Buergers im 18. Jahrhundert widerzuspiegeln, durch sein paedagogisches Wirken als engagierter Philanthrop und als Verfasser einer Sozialutopie nimmt er jedoch innerhalb der Kaufmannsschicht in vielerlei Hinsicht eine Aussenseiterposition ein.

FRANZ HEINRICH ZIEGENHAGEN (1753-1806), als Sohn eines Arztes in Strassburg geboren, wird von den Bruedern OBERLIN im Geist des Pietismus erzogen. Spaeter wendet er sich ganz vom Protestantismus ab und wird zu einem der schaerfsten Religionskritiker seiner Zeit. Genauso wie die Religion laesst er immer wieder seinen Beruf als erfolgreicher Kaufmann hinter sich, um sich ganz seinen paedagogischen Plaenen und der Schriftstellerei zu widmen. Nach gescheiterten Versuchen, seine philanthropischen Vorstellungen in Dessau und Hamburg zu verwirklichen, veroeffentlicht er 1792 die gesellschaftsutopische "Lehre vom richtigen Verhaeltnis zu den Schoepfungswerken". Darin beschreibt er landwirtschaftliche Kinderkolonien, aus denen spaeter eine auf Gemeineigentum beruhende Gesellschaftsform entstehen soll. Der Illustrator DANIEL CHODOWIECKI liefert mehrere Kupferstiche, MOZART komponiert eine Kantate fuer das Buch. ZIEGENHAGEN, der dem Projekt und der Verbreitung seiner Schrift sein gesamtes Vermoegen opfert, appelliert an wohlhabende Eltern, Lehrer, Fuersten und Universitaeten sowie an den franzoesischen Nationalkonvent, findet aber bei der Umsetzung seiner 'Realutopie' keinerlei Unterstuetzung. 1806, nach dem endgueltigen Scheitern seines Lebenswerkes, setzt er, verarmt und vereinsamt, seinem Leben ein Ende.

ZIEGENHAGEN blieb in der Aufklaerungforschung unter Historikern, Philosophen, Erziehungs- und Literaturwissenschaftlern weitgehend unbekannt. Dabei laesst sich in seiner Biographie exemplarisch die eigentliche Traegerschicht der Aufklaerungsbewegung darstellen. Aufklaerungs-, Modernisierungs- und Demokratisierungsprozesse wurden eben nicht 'von oben' durchgesetzt oder als Volksaufklaerung pragmatisch 'von unten' geleistet, sondern gingen zu einem grossen, bislang aber eher vernachlaessigten Teil, 'von der Mitte' aus.

ZIEGENHAGENS philanthropische Aktivitaeten sowie die Idee einer 'Erziehungs-kommune', in der Kinder ohne Titel-, Vermoegens- und Rangunterschiede gleichberechtigt erzogen werden sollten, blieben innerhalb der bildungshistorischen Forschung bislang unberuecksichtigt. Neue Quellenfunde belegen, dass er, bevor er in Hamburg ein eigenes Erziehungsinstitut gruendete, einige Zeit an BASEDOWS Philanthropinum verbracht hat. Zu den Grundpfeilern von ZIEGENHAGENS Erziehungskonzeptes gehoerten neben der Landwirtschaft, eine fortschrittliche Sexualaufklaerung und Koedukation, die nicht nur im theoretischen Unterricht, sondern auch in der kaufmaennischen Ausbildung und bei praktischen Arbeiten verwirklicht werden sollte.

Obgleich ZIEGENHAGENS philanthropische und sozialutopische Vorstellungen von besonderem Interesse sind, verdeutlichen diese wenigen Bemerkungen schon, dass die sozialbiographisch angelegte Arbeit sich nicht nur auf seine paedagogische Theorie und Praxis konzentrieren kann, sondern alle Bereiche seines Lebens beruecksichtigen und ihn mit Hilfe moderner Biographieforschung in den gesellschaftspolitischen und geistesgeschichtlichen Kontext des 18. Jahrhunderts einordnen muss. In diesem Zusammenhang soll ZIEGENHAGEN als Religionskritiker, Freimaurer, Physiokrat und Jakobiner (?) untersucht werden. Individuelle Determinanten seiner Person werden dann in Beziehung gesetzt mit soziokulturellen Tendenzen und gruppenspezifischen Verhaltensweisen, um so ein mehrdimensionales Bild entstehen zu lassen. Dabei sowohl die historische Bedeutung von ZIEGENHAGENS Leben und Werk herauszustellen als auch den historischen Kontext seiner Biographie zu verdeutlichen, ist ein wesentliches Anliegen der Arbeit.

Die Schilderung eines lueckenlosen Lebenslaufes kann nicht geleistet werden, da die Quellen fuer ein solches Unterfangen nicht ergiebig genug sind. Um ein ungefaehres Bild geben zu koennen, muessen sozial-, struktur-, mentalitaets- und ereignisgeschichtliche Perspektiven, sowie interdisziplinaere Aspekte beruecksichtigt werden, in die die Quellenfunde sich einordnen lassen.

Die Forschungsgrundlage zu dem Thema bilden die veroeffentlichten und unveroeffentlichten Quellen von und ueber ZIEGENHAGEN (Schriften, Briefwechsel, Rezensionen, Subskribentenliste etc.) Da kein gesammelter Nachlass vorhanden ist, kann sich die systematische Suche auf wenige Archive (Hamburg, Strassburg, Paris) beschraenken, daneben muss auf Zufallsfunde (Berlin und Dessau) und Hinweise von aussenstehenden Personen zurueckgegriffen werden.

Trotz der relativ duennen Quellengrundlage zu ZIEGENHAGEN, muss ebenfalls eine Abgleichung mit anderen Aufklaerern vorgenommen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden. Die ZIEGENHAGEN-Biographie soll so als Baustein einer vergleichenden Biographik dienen. Eine grosse Anzahl vergleichbarer Arbeiten koennten spaeter zu einer Gruppen- oder Kollektivbiographie addiert werden.

Ein weiteres Problem innerhalb der Quellenarbeit bildet die fachfremde Interpretation von Musik- und Bildmaterial. Inhaltlich ist die Arbeit in dem Bemuehen angelegt, die unbekannten, an verschiedenen Fundorten verstreuten Quellen kompilatorisch zusammenzufassen und die spaerlich vorhandene Forschungsliteratur zu ergaenzen und zu korrigieren.

Korrektur der Sekundaerliteratur und Neubestimmmung der Person und Position ZIEGENHAGENS sind noetig, da nach Aussetzen der ZIEGENHAGEN-Rezeption im 19. Jahrhundert der Name ZIEGENHAGENS lange Zeit nur in Fussnoten von MOZART-Biographien erschien. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts findet er wieder ein wenig Aufmerksamkeit. Allerdings handelt es sich fast ausschliesslich um Arbeiten aus der DDR und Sowjetunion, die ZIEGENHAGEN in die Reihe der utopischen Sozialisten einordnen und so teilweise zu Fehlurteilen gelangen. (1) Aufgrund seines sozialen Engagements und seiner Gesellschaftskritik wird ZIEGENHAGEN in fast allen vorliegenden Arbeiten fuer politische Aussagen instrumentalisiert. Eine neuere Untersuchung tituliert ihn als "Gruenen Aufklaerer". (2) Die verschiedenen politischen Praemissen, die ZIEGENHAGEN 'uebergestuelpt' werden, erscheinen vielfach anachronistisch. Vereinfachte Zuordnungen in verschiedene ideologische Spektren allein koennen seiner kontrastreichen und widerspruechlichen Person jedoch nicht gerecht werden.

Fussnote 1: Neben einigen Zeitschriftenaufsätzen vgl. besonders Steiner, Gerhard: Franz Heinrich Ziegenhagen und seine Verhältnislehre. Ein Beitrag zur Geschichte des utopischen Sozialismus in Deutschland. (Quellen und Texte zur Geschichte der Philosophie) Berlin 1962 und: Müller, Ruth: Pädagogische Gedanken bei Franz Heinrich Ziegenhagen und Carl Wilhelm Fröhlich. Diss. päd. Leipzig 1958.

Fussnote 2: Vgl. Wittwer, Regine: Grüne Aufklärung? Eine Fallstudie zum Werk Franz H. Ziegenhagens. (Salzburger Schriften zur Rechts-, Staats- und Sozialphilosophie ; 7) Frankfurt a.M. 1988.



JOERG-W. LINK (Potsdam): Wilhelm Kircher (1898-1968): Reformpaedagoge - Nationalsozialist - Kulturenthusiast

WILHELM KIRCHER gehoerte in der Weimarer Zeit zu den bekanntesten, engagiertesten und kreativsten Protagonisten einer reformpaedagogisch orientierten Landschulreform und war gleichzeitig ein Pionier des Schulfunks. In der letzten Phase des 'Dritten Reiches' entwickelte er sich zu einem der zentralen Funktionaere im Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB). Und in der Bundesrepublik machte er sich schliesslich erneut als Landschulreformer und nun auch als Erwachsenenbildner einen Namen. Dieser ist in der bildungshistorischen Forschung indessen nahezu voellig unbekannt. In krassem Gegensatz dazu steht die trotz nicht vorhandenem Nachlass ausgezeichnete Quellenlage: fast 600 veroeffentlichte Titel von KIRCHER werden ergaenzt durch ueberlieferte Manuskripte, Briefe und zeitgenoessische Veroeffentlichungen ueber Kirchers Arbeit (ca. 150 Titel) sowie Zeitzeugeninterviews; dazu kommen Quellengattungen, die in der Bildungsgeschichte bislang z.T. vernachlaessigt wurden: Schulchroniken, Personal- und Schulakten, Schuelerarbeiten, Schueler- und Tageszeitungen, Fotos und Rundfunksendungen je aus verschiedenen Landes-, Stadt-, Pfarr-, Rundfunk- und Schularchiven sowie privaten Sammlungen. Auch die fragmentarische Ueberlieferung des NSLB/ des Hauptamtes fuer Erzieher im Bundesarchiv ist fuer die Fragestellung der Arbeit sehr ertragreich.

In der auf den ersten Blick offenbar so kontrastreichen und widerspruechlichen paedagogisch-politischen Biographie WILHELM KIRCHERS buendeln sich exemplarisch Fragen nach Modernitaet, Kontinuitaet resp. Diskontinuitaet und Realitaet von (reformpaedagogischer) Schulreform ueber die grossen politischen Zaesuren der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert hinweg. Eine solche exemplarische Analyse gibt es bislang nicht. Allein daraus ergeben sich aber Schwierigkeiten, die gleichzeitig den methodischen Weg der Arbeit weisen. Wenngleich das Projekt biographisch angelegt ist, so kann sich die Untersuchung bei diesen Befunden nicht isoliert auf die paedagogische Theorie und Praxis KIRCHERS beschraenken, sondern muss seine Arbeit mit Methoden sozialgeschichtlicher Biographieforschung in den jeweiligen historischen und paedagogischen Zusammenhaengen kontextualisieren. Das bedeutet jedoch, dass diese Kontexte (etwa die Entwicklung der Landschulreform und einer schuelerorientierten Medienpaedagogik im Umfeld der Reformpaedagogik) erst einmal ueberhaupt aus den Quellen rekonstruiert werden muessen. Ein mehrdimensionales Gesamtbild kann dabei nur durch ein kontrolliertes Wechselspiel von real-, sozial-, struktur- und ideengeschichtlichen Forschungsperspektiven zusammengesetzt werden. Sowohl KIRCHERS individuelle Bedeutung als auch den bildungshistorischen Kontext seiner Biographie zu verdeutlichen, ist ein wesentliches Anliegen der Untersuchung.

Die Dissertation folgt bis auf eine Ausnahme (Rueckblende: Kindheit, Jugend und Ausbildung) den biographischen Stationen KIRCHERS. Zwischen 1923 und 1934 leitete KIRCHER eine einklassige laendliche Versuchsschule in Isert im Westerwald, die unter dem Namen "Das Haus in der Sonne" international bekannt wurde und zahlreiche paedagogisch interessierte Besucher anzog. Kern dieses milieu- und schuelerorientierten Projektes, das KIRCHER als Projekt 'nach der Wiederentdeckung der Grenze' verstand, war eine praktische Umsetzung reformpaedagogischer Methoden und Motive (u.a. Arbeits- und Projektunterricht, Selbsttaetigkeit, Schuelerselbstverwaltung) zugeschnitten auf die Verhaeltnisse einer einfachen Dorfschule. Zum Konzept seines Kulturunterrichtes gehoerte auch die laendliche Erwachsenenbildung. Methodisch-didaktisch modernisierte er seinen Unterricht, indem er u.a. das damals noch junge Medium Rundfunk schueleraktiv und damit emanzipatorisch einsetzte (z.B. im Jahr 1930 live-Sendungen aus der Schule). KIRCHER engagierte sich darueber hinaus im "Weltbund fuer Erneuerung der Erziehung" fuer eine internationale Kommunikation unter den Landschulreformern und wurde bald ein vielgefragter Vortragsredner (u.a. im Auftrag des Zentralinisituts fuer Erziehung und Unterricht).

Mit seiner Befoerderung zum Hauptlehrer und der damit verbundenen Versetzung nach Winningen/ Mosel begann im Dezember 1934 eine kaum erwartete Karriere KIRCHERS im NSLB, die ihn 1939 zum Reichsreferenten fuer Landschulfragen und 1941 zum Reichsfachschaftsleiter der Fachschaft IV (Volksschulen) im NSLB machte. In diesen Aemtern verstand er sich dezidiert nicht als Erfuellungsgehilfe einer vorgegebenen Parteidoktrin, sondern als selbstaendig handelnder Interessenvertreter der Landschul- bzw. Volksschullehrer und uebte dadurch eine wichtige Integrationsfunktion aus. In seiner paedagogischen Praxis in Winningen lassen sich methodisch-didaktische Kontinuitaeten zum "Haus in der Sonne" nachweisen. Parallel dazu gibt es aber ebenso Indizien fuer Brueche (z.B. Internationalitaet; Schulfunk). Mit dem argumentativen Spurwechsel durch seine ideologisch recht eigenwillige Selbstgleichschaltung (Schluesselthema u.a.: "Schule und Leben") ging eine Nazifizierung der Unterrichtsinhalte einher (als "musische Nationalerziehung" bezeichnete er nun seine Praxis), die schliesslich eine Ideologisierung seiner gesamten Schulreform zur Folge hatte. Darin sah KIRCHER ueberhaupt keine Widersprueche. Mit der Ernennung zum Reichsfachschaftsleiter, vor allem aber nach der 'Stillegung' des NSLB (2/1943) und seiner Berufung zum "Reichsbeauftragten fuer die weltanschauliche Schulung der deutschen Erzieher" im Hauptschulungsamt der NSDAP im Maerz 1944, entwickelte er sich zunehmend vom engagierten paedagogischen Reformer zum willfaehrigen politischen Propagandisten. Auf diesen steilen Aufstieg in der Umbruchsgesellschaft folgte nach Kriegsende ein tiefer Fall in eine schwere persoenliche und familiaere Krise, bevor er 1950 erneut als Lehrer an einer einklassigen Dorfschule (in Hardert bei Neuwied) wieder an seine reformpaedagogische Schularbeit anknuepfte. Das zweite "Haus in der Sonne" unterzog er jedoch verschiedenen 'Wandlungen und Revisionen'. Ab Mitte der fuenfziger Jahre verlegte er aus paedagogischen und politischen Ueberlegungen heraus sein Engagement zunehmend von der Schulpaedagogik auf die laendliche Erwachsenenbildung. Neben die Frage nach paedagogischer Kontinuitaet tritt hier auch die Frage nach moeglichen individuellen biographischen und politischen Lernprozessen. Die Ambivalenz KIRCHERS, die Gleichzeitigkeit von aufgeschlossenem paedagogischem Engagement fuer seine Schueler und ideologischer Propaganda fuer den NS-Staat sowie seine paedagogische und politische Entwicklung nach 1945, machen den Fall KIRCHER zu einem Modellobjekt, an dem sich reformpaedagogische Unterrichtspraxis in einer laendlichen Versuchsschule, das Verhaeltnis von Reformpaedagogik und Nationalsozialismus ebenso wie der Versuch der Wiederanknuepfung an seine 'Weimarer Arbeit' nach 1945 quellenorientiert und ohne Spekulationen oder vereinfachende Dichtomien diskutieren laesst.




BRITTA L. BEHM (Hamburg): Elemente des Dialogischen bei Moses Mendelssohn. Ansaetze deutsch-juedischen Bildungsdenkens in der Spaetaufklaerung

Ziel der Dissertation ist die Aufarbeitung von Ansaetzen deutsch-juedischen Bildungsdenkens in der Spaetaufklaerung, die innerhalb der Erziehungswissenschaft bislang nicht beruecksichtigt worden sind. Fokussiert wird in dieser fuer die Entwicklung der modernen Erziehungswissenschaft konstitutiven Phase auf die dialogischen Traditionen juedischer Kultur in Deutschland. Sie sollen anhand des Werkes von MOSES MENDELSSOHN (1729-1786) rekonstruiert werden. Im erziehungswissenschaftlichen Kontext wurde Mendelssohns Anteil an der Konstituierung einer buergerlichen Oeffentlichkeit und Gespraechskultur sowie an der Formulierung des Bildungsbegriffes im 18. Jahrhundert erst in juengster Zeit, allerdings nur vereinzelt, thematisiert (vgl.: KRAUSE, HORST 1989: Zum Bildungsverstaendnis der Aufklaerungspaedagogik. In: O. HANSMANN W. MAROTZKI [Hg.]: Diskurs Bildungstheorie II: Problemgeschichtliche Orientierungen, Rekonstruktion der Bildungstheorie unter Bedingungen der gegenwaertigen Gesellschaft, Weinheim 1989, 13-42; LOHMANN, INGRID 1992: Ueber die Anfaenge buergerlicher Gespraechskultur - Moses Mendelssohn [1729-1786] und die Berliner Aufklaerung. In: Paedagogische Rundschau 46, H.1 [1992], 35-47. und: SCHNEIDER, BARBARA 1994: Dialogische Sprachauffassung und Bildungstheorie. Hat Humboldt von Mendelssohn gelernt? In: I. LOHMANN/ W. WEISSE [Hg.] 1994, 95-107). Eine genauere Untersuchung, gerade unter Beruecksichtigung des juedischen kulturellen Hintergrundes MENDELSSOHNS steht fuer dieses Feld noch aus.

Leitthese ist, dass sich im Werk dieses juedischen Philosophen eine alternative Lesart von Welt aufzeigen laesst, die mit juedischen Traditionen vor allem dialogischer Lehr- und Lernkonzepte in Zusammenhang steht. Es ist anzunehmen, dass mit der Ausblendung jenes Denkens seit dem fruehen 19. Jahrhundert ein spezifischer Ansatz der intersubjektiven, symbolvermittelten Weltkonstruktion und -sinngebung ins Abseits gedraengt worden ist. Von der "Zweiheit" schon im epistemologischen Sinne ausgehend, hebt MENDELSSOHNS Lesart auf die Etablierung einer Dialogkultur ab, die ihr Vorbild in der dialogisch strukturierten juedischen Lehr- und Lernsituation hat. MENDELSSOHN blieb der juedischen Religion und Kultur sein Leben lang verbunden und brachte einige von deren Ideen in die sich formierende buergerliche Oeffentlichkeit ein.

Meine Forschungsinteressen sind, entsprechend der Leitthese, in drei, eng miteinander verknuepften Ansaetzen zu fassen: Waehrend das "Sprachdenken" der klassischen deutschen Bildungstheoretiker als konstitutiv fuer ihre paedagogischen Ansaetze betrachtet wird (vgl. z.B.: PEUKERT, HELMUT 1992: Die Erziehungswissenschaft in der Moderne und die Herausforderungen der Gegenwart. In: Zeitschrift fuer Paedagogik, Beih. 29 (1992), 113-127), mangelt es innerhalb der Erziehungswissenschaft an entsprechenden Forschungen fuer die Aufklaerungszeit. Traditionsbildende oder auch alternative Ansaetze des "Sprachdenkens" im 18. Jahrhundert sind bisher kaum beruecksichtigt worden. Unter "Sprachdenken" sind, bezogen auf das 18. Jahrhundert, hier vor allem die Diskurse um den "Ursprung der Sprache", um die Zeichentheorie, aber auch die Auseinandersetzungen um die Darstellungs- und Lehrform des Dialogs zu verstehen. Ein Rueckgang auf MENDELSSOHNS sprach- und dialogtheoretisch fundiertes Bildungsdenken kann m.E. die Vorstellung von Aufklaerungspaedagogik, die bisher vor allem durch die Philanthropisten bestimmt ist, erweitern. Zum zweiten soll mit Beruecksichtigung von MENDELSSOHNS Bildungsdenken ein alternativer Denkansatz in den Blick kommen. Er wird konstituiert durch spezifische Traditionen juedischen Lehrens und Lernens sowie damit zusammenhaengender Weisen von Schriftlichkeit und Muendlichkeit. Zum anderen ruehrt er daher, dass MENDELSSOHN aus der Position eines Minderheitsangehoerigen sprach, dessen Kultur ueber Jahrhunderte hinweg den Minderheiten-Status einzunehmen hatte. Gerade vor diesem Hintergrund ist MENDELSSOHNS Versuch zu verstehen, unter Einbeziehung von universalistisch gerichteten und fuer die Aufkaerung typischen Konzepten (wie dem der allgemeinen Vernunft), die Individualitaet und Pluralitaet in MENDELSSOHNS Falle - die Wahrung der juedischen kulturell-religioesen Eigenstaendigkeit - zu behaupten. Zum dritten waere weitergehend anzufragen, ob die Ausklammerung von Denkansaetzen in juedischer Tradition Aussagen ueber den gegenwaertigen Begriffsbestand moderner Erziehungswissenschaft zuliessen. Anders ausgedrueckt waere kritisch zu fragen, ob sich die moderne deutsche Erziehungswissenschaft nur ueber die Ausblendung abweichender Weltkonzeptionen konstituierte. Die systematische Erforschung von MENDELSSOHNS Beitrag zum Bildungsdenken waere ein Schritt, diese Vermutung zu ueberpruefen.

Um Mendelssohns Bildungsdenken zu erfassen, sollen in seinem Werk drei - analytisch getrennte - Themenkomplexe verfolgt werden: Zum ersten sind die Dimensionen von MENDELSSOHNS Bildungsverstaendnis im Kontext der zeitgenoessischen paedagogischen Diskurse zu rekonstruieren. Damit eng verbunden, wird zweitens der Zusammenhang von MENDELSSOHNS Bildungsdenken mit seiner Zeichen- und Sprachtheorie zu eroertern sein. Zum dritten sollen von MENDELSSOHN favorisierte Dialogmodelle dargestellt und deren Anbindung an traditionell juedische Lehr- und Lernmodelle aufgezeigt werden. Hervorzuheben ist dabei das Dialogmodell des - nach MENDELSSOHNS Worten - "lebendigen Unterrichts", welches MENDELSSOHN explizit aus juedischen Lehr- und Lerntraditionen ableitete, und das fuer ihn das Ideal einer paedagogischen Situation darzustellen schien.

Diese drei Themenfelder zeichnen sich bereits im Vorfeld von MENDELSSOHNS damals bekanntester Schrift, dem "Phaedon oder ueber die Unsterblichkeit der Seele" (1767), ab und sind in MENDELSSOHNS Spaetwerk "Jerusalem oder ueber religioese Macht und Judentum" (1783) sowie seinem Aufsatz "Ueber die Frage. was heisst aufklaeren?" (1784) deutlich zu greifen.



PETER DIETRICH (Hamburg): Der preussische Staat und die Reform des juedischen Schulwesens. Eine Studie anhand der Geschichte der juedischen Freischule in Berlin (1778-1825) und der Koeniglichen Wilhelmsschule in Breslau (1791-1848)

Waehrend der juedischen Aufklaerungsbewegung, der Haskala, entstand im ausgehenden 18. Jahrhundert neben den traditionellen, auf das Talmudstudium konzentrierten, juedischen Lehrhaeusern ein saekularisiertes juedisches Schul- und Erziehungswesen mit buergerlich-aufklaererischer Orientierung. Nach philanthropistischem Vorbild wurden die modernen Sprachen zusammen mit den meist kaufmaennisch orientierten Realien zum ersten Mal zum Inhalt eines juedischen Schulunterrichts. Diese Veraenderungen sind Bestandteile eines umfassenden gesellschaftlichen Strukturwandels, von dem die grossenteils entrechtete juedische Minderheit in Preussen auf sozialer und kultureller Ebene betroffen war. Im Zuge dieser Entwicklung wurden die traditionellen juedischen Lehrhaeuser, die hauptsaechlich dem Talmudstudium dienten, weitgehend verdraengt. Im Rahmen einer angestrebten "buergerlichen Verbesserung der Juden" (DOHM 1781/83), unterstuetzte der preussische Staat diese Reform zunaechst; denn mit dem Beginn einer staatlichen Organisation des Erziehungswesens am Ende des 18. Jahrhunderts rueckten auch juedische Schulen in das Blickfeld der Administration. Prinzipiell wurden die paedagogischen Reformmassnahmen zwar begruesst und besonders die 1778 gegruendete Freischule entsprach am Anfang den Vorstellungen von einer zweckmaessigen Lehranstalt fuer die juedische Minderheit. Bedingt durch die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen unterschied sich jedoch das konkrete Verhalten der preussischen Bildungsadministrationen gegenueber den beiden ersten verwirklichten juedischen Reformschulen im preussischen Staat, der juedischen Freischule in Berlin (1778-1825) und der Koeniglichen Wilhelmsschule in Breslau (1791-1848), deutlich voneinander (vgl. zur Geschichte der Freischule: DIETRICH, PETER/ LOHMANN, UTA: "Dass die Kinder aller Confessionen sich kennen, ertragen, und lieben lernen." Die juedische Freischule in Berlin zwischen 1778 und 1825. In: LOHMANN, INGRID/ WEISSE, WOLFRAM [Hrsg.]: Dialog zwischen den Kulturen. Erziehungshistorische und religionspaedagogische Gesichtspunkte interkultureller Bildung. Muenster 1994, S. 37-47; vgl. zur Geschichte der Wilhelmsschule: REINKE, ANDREAS: Zwischen Tradition, Aufklaerung und Assimilation: Die Koenigliche Wilhelmsschule in Breslau 1791-1848. In: Zeitschrift fuer Religions- und Geistesgeschichte 43 [1991], H. 3, S. 193-214). Im Gegensatz zu der eher ideellen Unterstuetzung der auf Privatinitiative und -mitteln beruhenden Freischule ging die Gruendung der Wilhelmsschule auf eine staatliche Anordnung an die Breslauer juedische Gemeinde zurueck. Hier werden zwei alternative Handlungsweisen des preussischen Staats sichtbar, die sich zum einen als Duldungsvariante (in Bezug auf die Freischule), zum anderen als Unterstuetzungsvariante (in Bezug auf die Wilhelmsschule) charakterisieren lassen. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts zeichnete sich eine ablehnende Position des preussischen Staates gegenueber einem eigenstaendigen (saekularen) juedischen Schulwesen auf allen Ebenen der Administration ab. Ausgehend von der Klassifizierung des Judentums als bloss geduldete Religionsgesellschaft in einem sich christlich definierenden Staat wurde ab ungefaehr 1805 die Linie verfolgt, der juedischen Minderheit "die Neigung beizubringen, ihre Kinder in christliche Schule[n] zu senden [...], als dass der Staat die juedischen Schulen zu befoerdern suche" (Geheimes Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz, II. HA., Gen.-Dir, Gen-Dep, Tit. 57, Nr. 30, Acta wegen Verbesserung des juedischen Schulwesens, 1805, Bl. 2v).

Bei einer Annaeherung an Beispiele der Bildungspolitik gegenueber Minoritaeten in den verschiedenen deutschen Territorien sind gerade die historischen Situationen interessant, in denen die Frage nach dem staatlichen Umgang mit kultureller Differenz virulent wurde: welche Ansaetze und Moeglichkeiten standen angesichts der Reform des juedischen Erziehungswesens zur Diskussion oder wurden umgesetzt; wie wurde auf die Erscheinung und die paedagogischen Artikulationen, insbesonders in Bezug auf den Talmudunterricht, einer als fremd empfundenen Kultur reagiert; was fuehrte zum Verbot der juedisch-christlichen Koedukation in juedischen Schulen? Mit der Kenntnisnahme dieses Kapitels der bisher weitgehend vernachlaessigten juedischen Bildungsgeschichte in Deutschland wird eine Erweiterung der historischen Perspektive auf die Konstituierungsphase des modernen deutschen Bildungssystems versucht, die zu einer verstaerkten Auseinandersetzung ueber "das nationale Selbstverstaendnis der Bildung" einladen soll (GOGOLIN, INGRID [Hrsg.]: Das nationale Selbstverstaendnis der Bildung. Muenster, New York 1994).



MICHAEL GEBEL (Duisburg): Friedrich Froebel und Gabriel Riesser: ein (nahezu) unveroeffentlichter Briefwechsel

Die fuer die paedagogische Geschichtsschreibung wirkungsgeschichtlich bedeutsamste Phase in der Biographie FRIEDRICH FROEBELS (1782-1852) seit Mitte der dreissiger Jahre des 19. Jahrhunderts ueberschneidet sich mit der Bluetezeit der Emanzipationsbestrebungen und -teilerfolge des deutschen Judentums. So verwundert es nicht, dass sich unter den hunderten von Personen, deren briefliche Kontakte mit Froebel nachweisbar sind, sich auch solche "israelitischen" oder "mosaischen" Bekenntnisses befinden. Diese Kontakte sind ganz unterschiedlich motiviert: Der Berliner Brauereibetreiber ERNST LUDWIG BLUMBERG laesst zwei Kinder in Keilhau erziehen und ist in finanziell schwieriger Lage Darlehensgeber fuer FROEBELS Erziehungsanstalt. MICHAEL (ISAAC) HESS steht als Leiter des "Philanthropins" in Frankfurt/Main, an dem am 4.11.1839 eine Beschaeftigungsanstalt in FROEBELS Sinne eroeffnet wird, schon von Amts wegen mit FROEBEL im Kontakt. JOHANNA GOLDSCHMIDT gehoert zum Vorstand des "Allgemeinen Bildungsvereins deutscher Frauen" und ist massgeblich an der Gruendung des ersten Hamburger Buergerkindergartens im Maerz 1850 beteiligt, die im Zuge eines kindergartenpaedagogischen Ausbildungskurses FROEBELS im Winterhalbjahr 1849/50 erreicht wird. Diese beispielhaft genannten Beziehungen fuehren zur idealtypisch unterscheidenden Fragestellung, ob die Kategorisierung von Briefpartnern und sonstigen Kontaktpersonen als "juedisch" aus Sicht FROEBELS ueberhaupt eine relevante ist (dies ist bei H. HEILAND: Die Schulpaedagogik FRIEDRICH FROEBELS. Hildesheim 1993, S. 174, impliziert, wo von einer "philosemitische[n] Einstellung" die Rede ist), oder ob die Beziehungen nicht vorrangig sachorientiert sind, wobei sich die Frage der Religiositaet FROEBELS "menschheitlichen" Bestrebungen allenfalls unterordnet.

Im historischen Rueckblick ist sicher GABRIEL RIESSER (1806-1863) FROEBELS prominentester juedischer Briefpartner. Als Repraesentant des Herzogtums Lauenburg ist RIESSER im Oktober/ November 1848 zweiter Vizepraesident der Frankfurter Nationalversammlung. Die Analyse der Korrespondenz FROEBEL/ RIESSER ist nicht nur von inhaltlichem Interesse, sondern in ihr kulminieren bereits im Vorfeld der Interpretation entscheidende methodische Probleme (Editions- und Archivierungskritik) heutiger Froebelforschung.

Fuer die Frage nach der Bewertung "des" Judentums gilt wie fuer jede andere nach der Biographie, Philosophie oder Paedagogik FROEBELS: Eine authentische Gesamtausgabe als Basis liegt noch nicht vor. Posthum edierte Texte sind editionskritisch mit grosser Skepsis zu betrachten (vgl. M. Gebel u.a.: Die Froebelbriefgesamtausgabe. In: Z.f.Paed. 43 [1997], H. 3, bes. Abschnitt 2). Pointiert gesagt: Die Abfolge, nach der eine FROEBEL-paedagogische Praxis auf der Basis veroeffentlichter Originaltexte zu entwickeln ist, wird umgekehrt: Eine bestimmte Praxis sorgt zu ihrer Autorisierung fuer die Edition von unter dem Namen FROEBEL erscheinenden Texten - ggf. unter betraechtlichen Manipulationen handschriftlicher Quellen.

Die Suche nach edierten Teilen der Korrespondenz FROEBEL/ RIESSER fuehrt zunaechst zu einem negativen Ergebnis. Der Vergleich mit dem Nachlass zeigt jedoch, dass ein Versatzstueck veroeffentlicht ist: WICHARD LANGE druckt 1872 in den Rheinischen Blaettern fuer Erziehung und Unterricht (S. 155-162) "Paedagogische Quellenschriften. Gedanken aus verschiedenen ungedruckten Briefen Friedrich Froebel's". Es handelt sich um fuenf Texte. Bei Nr. 4 (S. 158-161) trennt ein Strich (S. 160) zwei Textteile voneinander. Der Vergleich mit den Autographen zeigt: Die einer Ueberschrift subsumierten, aber getrennten Teile von Nr. 4 entstammen zwei verschiedenen Briefen FROEBELS. Der zuletzt gedruckte Teil ist an RIESSER gerichtet (Brief v. 11.9.1839; DIPF, BBF/ Archiv: APWA. Sign.: 1.1.03, Mappe 609, Fol. 1-3). Terminus a quo des anderen Teils ist jedenfalls der 4.11.1839, da die o.g. Gruendung einer Spiel- und Beschaeftigungsanstalt am Frankfurter Philanthropin vorausgesetzt ist. Es handelt sich also um eine "Mischedition"; es wird ein Text generiert, der so von FROEBEL nie vorgesehen war, und es wird ein "FROEBEL"-Text rezipiert, der erst und nur durch den Eingriff LANGES zustande kam. Besondere editionskritische Relevanz kommt dem unscheinbar erscheinenden Trennstrich noch aus einem anderen Grund zu, denn in denselben "Quellenschriften" wird er noch in anderer Weise benutzt: Die Nr. 1 (S. 155) bietet Auszuege (deren Authentizitaet hier nicht kritisiert werden kann) aus einem Brief vom Maerz 1831, die in derselben Weise wie bei Nr. 4 abgetrennt sind. Aber: Hier fungiert der Strich als Auslassungszeichen und trennt Teile eines FROEBEL-Briefs voneinander ab. Es handelt sich dabei um den an JOHANN SCHMIDT vom 24.3.1831 (DIPF, BBF/ Archiv: APWA. Sign.: 1.1.03, Mappe 633, Fol. 3-6 u. Mappe 535, Fol. 1; die Auszuege sind aus Fol. 5 Vorder- u. Rueckseite bzw. Fol. 1 Rueckseite).

Die letzte Beobachtung leitet zur Archivierungskritik ueber. Durch die genaue Analyse des Nachlasses zeigt sich, dass der Brief an SCHMIDT irrig auf zwei Mappen mit Zuordnungen zu verschiedenen Briefpartnern verteilt ist (fuer Fol. 1 wird HEINRICH LANGGUTH als Adressat vermutet). Fehlerhafte Archivierung findet sich auch bei der Korrespondenz mit RIESSER. Waehrend diese der offiziellen Archivierung zufolge fuenf Stuecke umfasst (DIPF, BBF/ Archiv: APWA. Sign.: 1.1.03, Mappe 609, Fol. 1-3. 4-5. 6-7. 8-9 u. Mappe 735, Fol. 28-29), schliesst die Analyse fuer zwei Briefe (609, 4-5. 6-7) RIESSER als Adressaten aus. So bleiben neben dem Brief vom 11.9.1839 nur noch RIESSERS Antwort vom 24.9.1839 (609, 8-9) und FROEBELS Brief unter dem 1.6.1840 (735).

Bei der inhaltlichen Betrachtung muss zunaechst beachtet werden, dass der Briefwechsel in biographische Umbruchsphasen beider Maenner faellt. Der gerade verwitwete FROEBEL steht kurz vor der "Stiftung" des Kindergartens. Aus Sicht RIESSERS steht der Briefwechsel am Ende des Bockenheimaufenthalts, nachdem er auch im Kurhessischen versucht hatte, als Jude das uneingeschraenkte Buergerrecht zu erhalten. Der Tenor des ersten Briefs ist werbend gegenueber einer mutmasslich einflussreichen Person in der Judenschaft in und bei Frankfurt. FROEBEL nimmt positiven Bezug auf Schriften RIESSERS. Er parallelisiert die Absichten beider Personen, beide strebten nach der Entwicklung der Menschheit, FROEBEL durch Erziehung, RIESSER durch sein publizistisches Engagement fuer die Stellung der Juden innerhalb der Menschheit. Dabei sieht FROEBEL RIESSER bewusst als Juden, aber die Einschaetzung von dessen "Glaubensgenossenschaft" geht nicht ueber eine grundsaetzliche Wertschaetzung hinaus. Im zweiten Brief gibt RIESSER seiner Freude ueber den erhaltenen Brief Ausdruck. Als Laie in Angelegenheiten der Erziehung sehe er besonders das Streben nach Menschenbildung als achtenswert an. Wenn es FROEBEL um die Menschheit als solche gehe, wuerden damit indirekt die Interessen seiner eigenen Glaubensgemeinschaft mitbefriedigt. Aeusserer Anlass fuer den dritten Brief ist die Gruendung einer weiteren Spiel- und Beschaeftigungsanstalt in Frankfurt. Die erziehenden Bestrebungen entspraechen schoepfungstheologischen Ueberzeugungen, die FROEBEL so formuliert, dass Juden wie Christen gleichermassen zustimmen koennen. FROEBEL kommt an nur einer Stelle auf das Judesein RIESSERS zu sprechen und funktionalisiert die Religionszugehoerigkeit des Adressaten, indem er den Einsatz RIESSERS fuer ein Lessingdenkmal hervorhebt und dies zum Aufhaenger fuer das von ihm forcierte Projekt einer Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst macht. Muessten nicht gerade Juden als Angehoerige einer Buchreligion, so die zwischen den Zeilen ausgesprochene Aufforderung FROEBELS, sich materiell daran beteiligen?

Das heisst: FROEBEL verspricht sich, gestuetzt durch gemeinsame Bekannte, im weitesten Sinne eine Unterstuetzung fuer seine erzieherischen Bestrebungen durch RIESSER als "Multiplikator". Positive Bemerkungen zum Judentum sind in diesem Licht zu interpretieren. Von einer dezidiert "philosemitischen" Haltung kann zumindest in diesem Briefwechsel, der bis auf weiteres nur archivalisch einzusehen ist, keine Rede sein, allenfalls von einer in heutiger Sprache gesprochen "Unbefangenheit". Es gilt, dieses eher punktuell gewonnene Ergebnis mit moeglichst allen Aussagen FROEBELS (gegen-) ueber Juden zu vergleichen, um sein Verhaeltnis zum Judentum zwischen aufklaererischem Toleranzanspruch und vorurteilsbeladener, protestantisch-christlicher Sozialisation zu verorten.



SABINE MAYER (Tuebingen): Der Jugendfunk im SWF Baden-Baden von der Gruendung unter franzoesischer Besatzung bis in die 60er Jahre

Das Spannungsverhaeltnis von Rekonstruktion vormaliger Standards und gaenzlich Neuem, das Nebeneinander von gesellschaftlichem Wandel und individuellem Beduerfnis nach Normalitaet, die "Modernisierung im Wiederaufbau" kennzeichneten die 50er Jahre (SCHILDT/ SYWOTTEK 1993).

Bei der sozialkulturellen und ideellen Gestaltung der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft spielt die beschleunigende und einflussreiche Wirkung der Massenmedien eine zentrale Rolle. Ohne den Rundfunk waere die Neuorientierung, die abschliessende Transformation zur Massengesellschaft, die Durchsetzung und Verstaerkung neuer ziviler und konsumistischer Leitbilder im Rahmen einer platzgreifenden Westorientierung nicht vorstellbar (SCHILDT 1996). Diese Integration in eine Wertegemeinschaft des Westens manifestierte sich in der Betonung des Zivilen nach amerikanischem Muster, den Veraenderungen im sozialen Umgang und der Relativierung traditioneller Autoritaeten und Hierarchien (DOERING-MANTEUFFEL 1996). Besonders frueh und eindruecklich ist das in der Jugendkultur zu finden (MAASE 1992). Jugendliche hatten eine fast seismographische Bedeutung fuer innergesellschaftliche Irritationen (DOWE 1986). Gerade sie waren von zunehmend komplexen und paradoxen Rollenanforderungen und voneinander getrennten, disparaten Lebensbereichen betroffen (LINDNER 1996).

Vor dem Hintergrund dieser Forschungsansaetze soll ein spezifisches Element des Rundfunks der 50er Jahre untersucht werden, der Jugendfunk. Konkret der Jugendfunk im Suedwestfunk. Dieser Jugendfunk richtete sich an 14- bis 29jaehrige aller sozialen Schichten und wurde zweimal woechentlich, jeweils 30 Minuten ausgestrahlt. Dabei hatte man sich der Idee verschrieben, von jungen Menschen fuer junge Menschen Programm zu machen. Themen, Ideen und Manuskripte fuer das Programm wurden nahezu ausschliesslich von freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geliefert, verantwortlich war eine Jugendfunkredaktion.

Auf der Grundlage des Bestandes des SWF-Jugendfunks ist zu fragen, welche Themen, und darin, welche Werte, Haltungen und Anschauungen ueber den Aether gingen und ob, bzw. wie sie sich veraenderten. Dabei liefern die Manuskripte und Nachweise der Sendungen eine vollstaendige Uebersicht ueber die Programminhalte. Die Vermittlungsebene und -wege, die Autorengruppe, Kontakte mit Jugendorganisationen, Jugendzeitschriften und Verlagen werden mittels der umfassenden Korrespondenz betrachtet, immer im groesseren Rahmen der zeitgenoessischen Jugenddebatten.

Im weiteren ist zu fragen, welche Vorstellungen von Jugend lagen den Sendungen bewusst oder nicht bewusst zugrunde und welche Traditionen erziehungstheoretischer Entwuerfe traten zutage. Wo verbanden sich Einfluesse, wo ueberformte ein Konzept ein anderes, welche Kontinuitaeten bestanden. Dabei ist gerade die Gruppe interessant, die als Traeger bestimmter Funktionen Themen waehlte und Werte und Auffassungen vermittelte. Im Kern ist zu fragen nach der Rolle und dem Beitrag des Jugendfunks zur kulturellen und politisch-ideellen Entwicklung der westdeutschen Gesellschaft in den 50er und 60er Jahren.

Gegliedert werden kann dieser Prozess des Wandels in mehrere Zeitabschnitte: Einer vorangestellten Phase des Wiederbeginns jugendlichen Lebens noch unter der franzoesischen Besatzungsmacht und Funkhoheit. Von den fruehen bis in die Mitte der 50er Jahre von einer Orientierungsphase, gekennzeichnet von zunehmender Skepsis gegen alte Ordnungen und einem Uebergang der Jugendfrage vom moralischen zum kommerziellen Code. In der zweiten Haelfte der fuenfziger Jahre ist die beginnende Etablierung einer originellen, neuen, west-deutschen Jugendkultur und Deutung von Jugend zu erkennen, die sich dann in der nachfolgenden Zeitspanne konsolidiert. Nachgezeichnet werden Veraenderungen durch diese Phasen hindurch an Themenfeldern wie Beruf, Freizeit, Jugendstatus und oeffentlichen bzw. offiziellen Eroerterungen um Jugendliche. Dabei sind Erscheinungen des organisierten Jugendlebens, der Jugendarbeit und der Jugendpresse gleichsam eine Art Hinterbandkontrolle.

Besondere Beachtung kommt dem wechselseitigen Prozess zu, bei dem ueber den Jugendfunk Vorstellungen und Normalitaetserwartungen nicht nur in die Gesellschaft hinein, sondern auch zurueck auf die Ebene derer diffundierten, die diese zur Handlungsgrundlage machten oder sie ueberdies wissenschaftlich verarbeiteten.

In einer Verbindung der strukturellen, ideengeschichtlichen und der individuellbiographischen Elemente soll versucht werden, kollektive Ideen in ihr soziales Umfeld einzubetten und Orte, Wege und Traeger der Durch- und Umsetzung neuer Ideen zu untersuchen. Mit den eingangs beschriebenen Ansaetzen lag es nahe, den Niederschlag von Ideen im Handeln dort zu suchen, wo sich eine gesellschaftlich bedeutende Subgruppe, ein einflussreiches Medium und eine kulturelle Neuorientierung in einem Prozess zusammenfinden, wie dies im Jugendfunk der Fall ist. Die Frage nach einer angemessenen Kategorienbildung fuer gesellschaftlichen Wandel und biographische bzw. gesellschaftlich-politische Verortung muss hier erst noch abschliessend beantwortet werden. Es gilt danach zu fragen, was der Jugendfunk will, was er wissen kann und was er tut. Dabei kann er in seiner Intention und Wirkung untersucht werden. Die jugendliche Hoererschaft bildet nur eine Projektionsflaeche, deren Rezeption unberuecksichtigt bleibt.



BETTINA ROELKE (Weimar): Die Praxis der Volksbildung in der Volkshochschule Thueringen 1919 -1933

Gegenstand der Untersuchung ist die Praxis der Volkshochschulen in Thueringen von der Gruendungssitzung des "Vereins Volkshochschule Thueringen" am 25. Februar 1919 in Jena bis zur Gleichschaltung und Umwandlung der Volkshochschule Thueringen in die "Deutsche Heimatschule" durch die Nationalsozialisten im April 1933. In der Geschichte der Volkshochschulen in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg kommt der Praxis der Volkshochschularbeit "Thueringer Richtung" besondere Bedeutung zu, weil sich diese Konzeption der Erwachsenenbildung - naemlich einer Volksbildung als Kulturarbeit mit Erwachsenen - im Unterschied zur Arbeit der Leipziger und Berliner Richtung nach dem Zweiten Weltkrieg durchgesetzt hat.

Als Materialgrundlage fuer die Untersuchung dienen vornehmlich die Bestaende des Thueringischen Hauptstaatsarchivs in Weimar und verschiedener Stadt- und Kreisarchive in Thueringen. Ergaenzt werden diese Archivalien durch Bestaende des Firmenarchivs Carl Zeiss Jena, des Universitaetsarchivs Jena sowie durch die Privatnachlaesse einzelner Volksbildner. Darueber hinaus werden Lokalzeitungen, verschiedene Kulturzeitschriften und das Mitteilungsorgan der Volkshochschule Thueringen, die "Blaetter der Volkshochschule Thueringen" ausgewertet. Dieses Quellenmaterial wird angereichert durch Schriftgut von Zeitzeugen wie Briefe und Mitschriften bzw. Kursunterlagen der Teilnehmer (Dozenten und Volkshochschueler). Darueber hinaus wurden Interviews mit Zeitzeugen gefuehrt.

Im Verlauf der Rekonstruktion des Neubeginns der Erwachsenenbildungsarbeit nach dem Ersten Weltkrieg und insbesondere zum Aufbau der Volkshochschulen in Thueringen waren folgende Fragen von Interesse:

Das Erstarken der Volksbildungsbewegung der Weimarer Republik war eng verknuepft mit den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und gepraegt von der Hoffnung auf einen gesellschaftspolitischen Neuanfang in der ersten demokratischen Republik in Deutschland. Die Foerderung der Volksbildung wurde zu einer zentralen Aufgabe. Die Regierung versprach sich davon die Bildung einer "Volksgemeinschaft" ueber alle sozialen, konfessionellen und politischen Schranken hinweg. Allein im Jahre 1919 entstanden in Thueringen 50 lokale Volkshochschulen und zwei Volkshochschulheime.

Neben der Gruendung und Entwicklung der Dachorganisation "Volkshochschule Thueringen" interessieren vor allem die lokalen Besonderheiten der praktischen Erwachsenenbildungsarbeit an den verschiedenen Standorten der Volkshochschulen. Die unterschiedliche Angebotsstruktur ist nachweislich darauf zurueckzufuehren, dass die Beduerfnisse der Hoererschaft in den verschiedenen Ortschaften und Staedten variierten, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, insbesondere aber die Leiter das jeweilige Profil der Institution praegten, und dass die finanzielle Unterstuetzung der Erwachsenenbildungseinrichtungen durch die Staedte und das Land Thueringen nicht einheitlich geregelt war.

Die besondere Ausrichtung der Thueringer Arbeit als einer Kulturarbeit mit Erwachsenen wird anschaulich anhand der Materialien zu Volkshochschulfesten und Sonderveranstaltungen, die oftmals an die Gepflogenheiten der Jugendbewegung anknuepften. Spezielle Volkshochschulwochen und Tagungen dienten der intensiven Erarbeitung eines Sachgebiets und der Auseinandersetzung mit aktuellen sozialen, politischen und oekonomischen Fragen. Teilbestaende zu spezifischen Frauen- und Muetterwochen erschliessen ein zentrales, bisher marginalisiertes Kapitel der Volksbildungsarbeit der Weimarer Republik. Aus den Belegungslisten einiger Volkshochschulen geht hervor, dass die weibliche Teilnehmerschaft sowohl in den staedtischen als auch in den laendlichen Volkshochschulen vereinzelt ueber 50% betrug. Die starke Nachfrage der Frauen nach Bildungsangeboten machte offenbar einen Mangel bewusst, auf den die Erwachsenenbildungseinrichtungen mit Ergaenzungen der Angebotspalette reagierten. Auch wurden spezielle Kurse fuer Jugendliche eingerichtet, die zu einem festen Bestandteil der Bildungs- und Kulturarbeit wurden.

Mit dem Zeitpunkt der Uebernahme der Ressorts Inneres und Volksbildung durch die nationalsozialistische Regierung in Thueringen wurde bereits im Jahre 1930 ein deutlicher Wandel der Volksbildungskonzeption eingeleitet. Die Angebotsstruktur veraendert sich trotz - zum Teil heftiger - Widerstaende einiger Erwachsenenbildner merklich und Thueringen wurde zum "Experimentierfeld" fuer die Bildungsarbeit nationalsozialistischer Praegung fuer das ganze Reich. Im April 1933 erfolgte dann die ministeriell verordnete Umwandlung der "Volkshochschule Thueringen" in die "Deutsche Heimatschule Thueringen".



BARBARA SCHUELER (Oestrich-Winkel): Von der Weissen Rose zur Eule der Weisheit. Die Gruendungsgeschichte der Volkshochschule Ulm (1945-1955)

Thesen:

1. Es besteht eine Divergenz zwischen der in Publizistik und Literatur aufgestellten Behauptung der Einmaligkeit der Volkshochschule Ulm und der wissenschaftlichen Aufarbeitung ihrer Geschichte. Zu fragen ist: Was hebt die "vh ulm" ueber das gaengige Volkshochschul-Niveau hinaus?

2. Wenn diese Einmaligkeit tatsaechlich bestand, dann muss sie mit den tragenden/ initiierenden Personen engstens zusammenhaengen. Hier faellt neben OTL AICHER (1922-1991) vor allem INGE SCHOLL (*1917) ins Auge. Ueber beide ist eine "Biographie intellectuelle" zu schreiben.

3. "Im Geiste der Gemordeten weiterarbeiten." - Die vh ulm stellt sich damit in eine bewusste Kontinuitaet zum Widerstand der Geschwister Scholl am Uebergang von der "Weissen Rose" zur "Eule der Weisheit".

4. Deshalb muessen neben allen Ueberlieferungsstraengen, die die Geschichte und Wirkungsgeschichte der vh selbst betreffen (vh-Archiv, Stadtarchiv Ulm, HfG-Archiv Ulm, Deutsches Literaturarchiv Marbach, Bundesarchiv Koblenz u.v.m.; oral history; Zeitzeugen) vor allem Quellen herangezogen werden, welche die personale, soziologische und materiale Kontinuitaet (resp. Diskontinuitaet) ueber die "Stunde Null" hinweg in den Blick nehmen (Analyse von Weisser Rose, Philosophie und Theologie zwischen den Weltkriegen usw.).

5. Der Widerstand der Weissen Rose und die Arbeit der vh ulm gruenden gleichermassen in der Renaissance eines christlich-abendlaendischen Humanismus reformkatholischer Praegung (HOCHLAND, CARL MUTH, THEODOR HAECKER als Mentoren der SCHOLL-Geschwister).

6. Damit verbunden ist ein ausgepraegter Bildungsbegriff, der von einem optimistischen Menschenbild ausgeht: "Das Gefaess Mensch ist umgestuerzt und will neu gefuellt werden".

7. Zwischen der hehren Programmatik und ihrer taeglichen Arbeit bestand indes eine grosse Diskrepanz. Die geistige Erneuerung wurde auch in Ulm bald (spaetestens seit der Waehrungsreform) vom materiellen Wiederaufbau in den Schatten gestellt.

8. Dies fuehrte zum Versuch der Gruender, ihre Gruendungsintentionen in anderen Sozialformen bzw. Institutionen zu realisieren. Hier hinein gehoert die Diskussion um "Studio Null", welches 1947/48 zu einer Hochschule fuer Politik und Geschichte umgeplant wurde, aber schliesslich zur Hochschule fuer Gestaltung "degene-rierte".

9. Die von Ulm ausgehenden Impulse bedingen eine ganze Reihe weiterer Initiativen (Zusammenarbeit mit der "Gruppe 47", "spielgut", sandfloh", Gruendung der Universitaet Ulm usw.).

10. Ulm als Spekulum: Themen im Nachkriegsdeutschland sind Themen der vh ulm. Es ergibt sich die einzigartige Moeglichkeit, anhand der einem Vademecum gleichenden Rednerliste und ihrer Vortragsthemen die literarisch-politische Publizistik der Nachkriegszeit systematisch aufzuarbeiten und so fuer eine Kultur- und Intellektuellengeschichte fruchtbar zu machen.

11. Die Rolle der amerikanischen Besatzungsmacht (Stichwort "Westernization") schwankt zwischen aktiver Intervention und passiver Haltung, ist aber auf dem bisherigen Forschungsstand noch nicht genau zu klaeren. Eine inhaltliche Rezeption "des Amerikanismus" erfolgt voellig selektiv.

12. Analog der gaengigen Periodisierung der deutschen Nachkriegsgeschichte lassen sich auch fuer die vh ulm 3 Hauptphasen ausmachen (1945/46-1948; 1948-1952; 1952-1955).

(Vgl.: BARBARA SCHUELER: Von der Weissen Rose zur Eule der Weisheit. Die Anfaenge der Ulmer Volkshochschule [=Sonderveroeffentlichung der Landeszentrale fuer politische Bildung Baden-Wuerttemberg zum 50jaehrigen Bestehen der Ulmer Volkshochschule]. Ulm: Sueddeutsche Verlagsgesellschaft, 1996.)



PETRA BRINKMEIER (Potsdam): Die evangelischen Jungfrauenvereine in Deutschland 1890 - 1934

In meinem Dissertationsprojekt sollen folgende Fragen beantwortet werden. Es soll

1. die Geschichte der ev. Jungfrauenvereine unter historiographischen Gesichtspunkten aufgearbeitet werden. Die Geschichte des 1893 gegruendeten "Vorstaende-Verbandes der ev. Jungfrauenvereine" wird dabei ergaenzt durch exemplarische Studien zur Geschichte der Entstehung und Etablierung der Jungfrauenarbeit insgesamt. Gefragt werden soll u. a. nach den Initiator/innen und Mitarbeiter/innen (z.B. nach ihrer soz. Herkunft, ihren Qualifikationen), nach den Schwerpunkten der Arbeit des Verbandes, den Veraenderungen und Erweiterungen der Arbeitsgebiete und der Zusammenarbeit von Dachverband und Einzelverein.

2. soll ein Beitrag geleistet werden zur Geschichte der Jugend im 19. und 20. Jahrhundert. Unter anderem soll die Stellung der evangelischen Jungfrauenvereine im Spektrum der organisierten Jugend untersucht werden. Wie wichtig diese Frage vor allem fuer die Zeit der Weimarer Republik ist, zeigt der Organisierungsgrad der Jugendlichen: 54% der maennlichen und 26% der weiblichen Jugendlichen gehoerten einem Jugendverein an, wobei bei den weiblichen Jugendlichen die konfessionellen Vereine die hoechsten Mitgliederzahlen aufweisen. Hierher gehoert auch die begriffsgeschichtliche Frage, welche Bedeutung die wohl aeltesten weiblichen Jugendvereine fuer die Entwicklung eines eigenen Bildes der weiblichen Jugendlichen gehabt haben, ob sich analog zum Wandel vom "Juengling" zum "Jugendlichen" der von der "Jungfrau" zur "weiblichen Jugendlichen" beobachten laesst.

3. ist angestrebt, die Bedeutung von Religion und Konfessionalitaet fuer den sozialen Wandel im 19. und fruehen 20. Jahrhundert herauszuarbeiten. Zum Beispiel wurde im Zuge des Organisierungsschubs der Jungfrauenvereine ab 1893 die Etablierung eines weiteren Frauenberufs im Protestantismus vorangetrieben - dem der "Berufsarbeiterin der Inneren Mission". Dieser zeigt gegenueber dem traditionellen ev. Frauenberuf der Diakonisse klare Modernisierungs- und Individualisierungstendenzen: ein Ausbildungsberuf mit regulaerer Bezahlung und ohne Anschluss an eine Lebensgemeinschaft.

4. Aus erziehungsgeschichtlicher Sicht stellt sich die Frage nach der Bedeutung von Religion wie folgt: Welche Ziele verfolgten die Verantwortlichen mit ihrer weiblichen evangelischen Jugendpflege? Wie versuchten sie auf den verschiedenen Ebenen der Vereinsarbeit diese Ziele zu erreichen? Laesst sich eine Diskrepanz feststellen zwischen den von Verbandsseite ausgegebenen Zielen und der Praxis der Jungfrauenvereine? Und schliesslich: Wie kam dies alles bei den jugendlichen Vereinsmitgliedern an? Hatten sie ein Interesse an der religioesen Ausrichtung der Vereine oder ging es ihnen in erster Linie um "das alltaegliche Erlebnis einer erfuellten Freizeit in der Gemeinschaft von Freunden" (D. PEUKERT, Jugend zwischen Krieg und Krise, Koeln 1987, S. 232f.).



PENNY SMITH EIFRIG (Berlin): Amerikanische Frauen und deutsche Universitaeten 1865-1915: 50 Jahre akademischer Austausch und die Entwicklung der Graduate Studies fuer Frauen am Beispiel der Bryn Mawr, Smith, Vasar und Wellesley Colleges

Das hoehere Bildungswesen fuer Frauen in den USA hat im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Transformation erlebt. Obwohl die Impulse zur Neubestimmung der Frauenrolle in den USA nach dem Buergerkrieg aus den sich aendernden Beduerfnissen der demokratischen Industriegesellschaft kamen, ist die Form der hoeheren Bildung, die die Frauen fuer ihre vermehrten Aktivitaeten als Buergerinnen und Berufstaetige benoetigten, stark von den deutschen Universitaeten beeinflusst worden. Ziel der Dissertation ist es, diesen Einfluss im Zeitraum zwischen 1865 und 1915 zu untersuchen. Insbesondere wird der Transfer von Wissen und Methoden zur Entwicklung der "graduate education" analysiert, um zu bestimmen, wie neue wissenschaftliche Inhalte durch bestimmte Formen der universitaeren Einrichtungen in Frauencolleges integriert und verarbeitet worden sind.

Dieser Transfer von Deutschland in die USA erfolgte ueber verschiedene Kanaele:

Auf diesen Wegen wurden vermittelt:

Die schnelle Entwicklung der Frauencolleges erfolgte nicht im Alleingang, sondern parallel zu einer allgemeinen Reform der hoeheren Bildung in den USA. Die spaet gegruendeten Johns Hopkins und Cornell Universitaeten sowie die westlichen Universitaeten von Chicago, Wisconsin und Stanford waren wegweisend fuer die neuen Formen der Higher Education, die auf der deutschen Forschungsuniversitaet basierten. Das Studium von Amerikanern in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts - unterstuetzt durch leichte Zulassungsverfahren und entsprechende Moeglichkeiten, deutsche akademische Grade zu erwerben - ist bereits mehrfach untersucht worden, um die Hintergruende und Urspruenge der "new education" in Amerika aufzuklaeren. Die wesentlich problematischeren Versuche von Amerikanerinnen, trotz offiziellen Zulassungverbots, akademisches Wissen an deutschen Universitaeten zu erwerben, wurden dagegen nur unzureichend analysiert. Gerade die amerikanischen Frauencolleges boten aber besonders guenstige Voraussetzungen, um neue Ideen in ein noch nicht fest etabliertes System zu integrieren. Anders als bei den traditionellen Colleges, die Neuerungen erst mit den bestehenden Strukturen vereinbaren mussten, konnten die Gruender von neuen Frauencolleges die Konzepte und Methoden der "research university" aufnehmen und sofort nach eigenem Bedarf ausgewaehlte Elemente inhaltlich verarbeiten, institutionell integrieren und reproduzieren. Trotz der vielen Hindernisse haben Ende des 19. Jahrhunderts hunderte von Amerikanerinnen den Weg ueber den Ozean ins Ungewisse gewagt, um an dem akademischen Leben in Deutschland teilzuhaben. Als sie in die USA zurueckkehrten, haben diese Pionierinnen ihre Ideen, Einsichten und Erfahrungen in die sich entwickelnden Zentren fuer hoehere Frauenbildung eingebracht.

Das Arbeitsprogramm unterscheidet zwischen einem quantitativen und einem qualitativen Bereich. Der quantitative Teil wird ueber die Erstellung mehrerer Datenbanken erfolgen:

Diese Daten von fuehrenden Frauen in der amerikanischen "higher education" werden nach einer entsprechenden Selektion qualitativ bewertet. Hierfuer werden insbesondere die Dokumente von M. CAREY THOMAS betrachtet, um am Beispiel des Bryn Mawr Colleges die direkte Uebertragung von Ideen der deutschen Universitaeten zu belegen. Um ein differenziertes Bild zu schaffen, werden ausserdem private und oeffentliche Dokumente anderer Studentinnen und Professorinnen aufgenommen. Einige ausgewaehlte Zeitschriften werden auch qualitativ untersucht, um anhand des Diskurses ueber Frauenbildung und "Educational Reform" eine historisch-hermeneutische Analyse durchzufuehren.

Es soll gezeigt werden, dass nicht nur die Colleges und Universitaeten fuer maennliche Studenten in den USA ihre entscheidenden Impulse aus dem deutschen Universitaetssystem erhalten haben, die den Wandel von den traditionellen "gentlemen's colleges" zu "research universities" initiierten. Obwohl im deutschen Bildungssystem das Frauenstudium ueber lange Zeit abgelehnt wurde, haben Akademikerinnen dennoch in einer haeufig feindlichen sozialen Umgebung alle Hindernisse ueberwunden, um 'Bausteine' fuer die eigene Wissenschaft zu sammeln und neue 'Monumente' der hoeheren Frauenbildung in den USA zu errichten.



FRANK TOSCH (Potsdam): Zum Strukturwandel im hoeheren Schulwesen der Preussischen Provinz Brandenburg 1890-1933

Gegenstand des Habilitationsprojekts ist die Rekonstruktion des regionalen Struktur- und Funktionswandels des oeffentlichen hoeheren Schulwesens der Provinz Brandenburg als Korrektiv der staatlichen Bildungsentwicklung in Preussen. Dabei wird versucht, ueber die beiden gesellschaftlichen Systeme - Kaiserreich und Weimarer Demokratie - hinweg, den gesamtstaatlichen Entwicklungsverlauf als Folie zur Systematisierung der regionalen und lokalen Spezifika zu nutzen und deren Rueckwirkungen auf das Gesamtsystem zu erfassen. Die Strukturanalyse aller hoeheren Schulen Brandenburgs sowie ausgewaehlte Fallstudien aeusserer und innerer Reformmomente schaffen quantitativ und qualitativ die Materialbasis, das Wirkungsspektrum des Strukturwandels zwischen amtlicher Schultypensystematik, zentralstaatlichen Vorgaben und der lokalen Schulwirklichkeit mit ihren tatsaechlichen Realisierungs- und Rahmenbedingungen im regionalen und lokalen Kontext (auch u.a. den Zusammenhang schichtenspezifischer Reproduktion mit dem Differenzierungsprozess des hoeheren Schulwesens einer Stadt, Rolle einzelner Direktoren auf Strukturentwicklungen) konkret zu bestimmen.

Die Region als Analyseebene erlaubt es, anhand der bisher ausgewerteten ca. 1300 Jahresberichte der hoeheren Schulen fuer die maennliche Jugend fuer den Zeitraum 1890 bis 1915 erste Teilergebnisse der erfassten Mannigfaltigkeit und Differenziertheit regionaler und lokaler Schulentwicklungsmuster aufzudecken und den Wandel des bis 1892 konstituierten Systems hoeherer Schultypen in ihrer Beziehungsstruktur zueinander darzustellen. Das normierende amtliche System dreier Vollanstalten (Gymnasium, Realgymnasium, Oberrealschule) bzw. Proanstalten (Progymnasium, Realprogymnasium, Realschule) erwies sich historisch ueber ein Dreivierteljahrhundert (bis Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre) als stabiles Strukturprinzip fuer die Entwicklung des modernen deutschen Schulsystems.

Der Vortrag stellt vor dem Hintergrund der strukturellen Reformziele der Schulkonferenz von 1890 die regionale Durchsetzung des amtlichen Typenspektrums seitens der Ministerialverwaltung dar, systematisiert den Expansions- und Differenzierungsprozess der hoeheren Knabenschulen in der Provinz Brandenburg und fragt nach dem schulstrukturellen Ertrag der Steuerungsversuche der Unterrichtsverwaltung bis zum Schuljahr 1914/15.

Die quellenkritische Analyse der unterschiedlichen Entwicklungsprozesse (Aufbau-, Abbau-, Umwandlungs- und Angliederungsprozesse und deren Kombination) laesst an den bis zum I. Weltkrieg entstandenen 63 strukturellen Angeboten an 47 Schulstandorten folgende Arbeitshypothesen zu:

1. Die geplante Beseitigung der Realgymnasialanstalten in Preussen nach 1890 wurde als entscheidender Weg der Reform der Organisationsstruktur gesehen, den anvisierten Strukturwandel zugunsten lateinloser Lehranstalten zu realisieren. Diese Strukturveraenderung Anfang der neunziger Jahre wird aber nur im gesamtstaatlichen Kontext der akademischen Ueberfuellungskrise und der Versuche, ein soziales Klassenschulsystem zu fundamentieren, verstaendlich.

In der Provinz Brandenburg wird das realgymnasiale Strukturelement bis zur Jahrhundertwende zum Vergleichsjahr 1892 um 1/3 verringert, waehrend der reale Strukturanteil um das Vierfache steigt und mit 1/4 des Gesamtangebots nahezu den realgymnasialen Strukturanteil erreicht. Bis zur Gleichstellung von Realgymnasium und Oberrealschule mit dem Gymnasium im Jahre 1900 erweist sich das Gymnasium mit der Haelfte des Strukturangebotes als dominantes Systemelement.

2. Sowohl Verlauf als auch Ergebnis des Widerstandes v.a. der groesseren Staedte gegen die beabsichtigten Veraenderungen der regionalen bzw. lokalen Schulversorgungsangebote verdeutlichen zum einen das ausserordentliche Beharrungsvermoegen v.a. der eingefuehrten gymnasialen Schulstandorte, zum anderen aber den Toleranzbereich wirkungsvoller Variationen im Prozess der Durchsetzung der amtlichen Organisationsstruktur.

3. Nach 1900 faellt bis zum I. Weltkrieg der gymnasiale Anteil am Gesamtstrukturangebot auf 1/3 zurueck, waehrend eine zunehmend breitere realgymnasiale und reale Angebotspalette es gestattet, auf die konkreten lokalen Beduerfnislagen flexibel zu reagieren, ohne dabei das offiziell eingefuehrte Schultypenspektrum zu negieren.

Die Erweiterung lateinloser Bildungsangebote wurde in erster Linie nicht durch die Substitution bestehender gymnasialer und realgymnasialer Lehranstalten erzielt, sondern durch eine enorme Erweiterung lokaler Standorte. Im Mittelpunkt dieses Expansionsprozesses steht der Ausbau von 11 bisher nicht staatlich anerkannten hoeheren Schulen zu berechtigten Voll- und Proanstalten. Parallel dazu wurde an etablierten Schulstandorten durch Kombinationsbildungen v.a. von gymnasialen bzw. realgymnasialen Hauptanstalten mit Angliederungen von realen Zweigen die bestehende "aeussere Strukturierung" erweitert. Ausserdem wurde auf Kursebene v.a. mit der Einfuehrung von realgymnasialen Ersatzunterricht an Gymnasien eine "innere Strukturierung" unterhalb der amtlichen Schultypenspezifik errichtet, die die Angebotspalette fuer eine heterogene Schuelerklientel ebenfalls erheblich verbreiterte. Die hier erkennbare innere Strukturflexibilitaet unterhalb der aeusseren Schultypenebene signalisiert, dass einerseits zentrale "struktursteuernde Massnahmen von oben" im Untersuchungszeitraum in ihrer Reichweite begrenzt waren, und dass andererseits "Reformintentionen von unten" von der Unterrichtsverwaltung im Nachgang strukturell legitimiert wurden.

4. Die Wandlungsprozesse im hoeheren Schulwesen auf aeusserer (Schultypen-differenzierung) und innerer (Kursdifferenzierung) Strukturebene generieren die historische Erfahrung, dass normierende Systematisierungsversuche "von oben" die errichteten Strukturen eines konstituierten Systems selbst in einen Prozess innerer Dynamik versetzen, der - durch Wandel und Kontinuitaet gepraegt -, in beachtlichem Ausmasse Modernisierungseffekte erzeugt. Praegnanter Ausdruck dieser Modernisierungseffekte sind (bis heute) jeweils historisch konkrete schulische Profilbildungen, die offensichtlich im zeitlichen Verlauf aeusserst stabil eine Balance von strukturellen Reorganisationsentwuerfen durch "Aussensteuerung" und adressatenbezogenen Schulversorgungsmustern durch "Innensteuerung" halten.



FRIEDHELM SCHUETTE (Berlin): Technische Fachschulen in Deutschland 1890-1938

Das sich in den 1890er Jahren in Preussen etablierende technische Fachschulwesen stellte nicht nur eine bildungspolitische Antwort auf die Differenzierung des deutschen Gymnasiums dar, sondern leistete, vor allem mit den Schultypen "Baugewerkschule" und "Maschinenbauschule", einerseits einen wesentlichen Beitrag zur Systemfindung der Beruflichen Bildung, andererseits zur Systemkonkurrenz von Allgemeinbildung und Berufsbildung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in (Preussen-)Deutschland.

Die historische Rekonstruktion des "Technischen Fachschulwesens in Deutschland 1890-1938" basiert auf der systematischen Auswertung von Archivalien des Geheimen Staatsarchivs Preussischer Kulturbesitz, des Bundesarchivs in Potsdam (nunmehr Berlin-Lichterfelde), des Saechsischen und Thueringischen Hauptstaatsarchivs sowie ausgewaehlter Stadtarchive (Koeln, Dortmund, Essen, Duisburg). Die sich damit eroeffnende Forschungsperspektive, den Prozess der Institutionalisierung in Preussen, Thueringen und Sachsen im Sinne komparativer Forschung zu beleuchten, soll Aufschluss sowohl ueber den bildungspolitischen deutschen Sonderweg, der traditionell zwischen Beruflicher Bildung und Allgemeiner Bildung und deren Institutionen differenziert, als auch ueber das Verhaeltnis von soziooekonomischer Entwicklung und politischer Intervention liefern. Darueberhinaus sollen die Schulkultur der beiden tragenden Schultypen des technischen Fachschulwesens und deren Beitrag zur Konstitution der "Berufsrolle" (Eder) untersucht werden.

Vor diesem Hintergrund sind erste Ergebnisse des am Institut fuer Berufliche Bildung, Hochschulbildung und Weiterbildungsforschung der TU Berlin angesiedelten DFG-Forschungsprojekts im Rahmen der Fachtagung der Historischen Kommission zur Diskussion zu stellen.

Im Zentrum des Vortrags, der sich auf ausgewaehlte Aspekte des Projekts konzentriert, stehen erstens der Institutionalisierungsprozess des technischen Fachschulwesens, zweitens die Abgrenzungs- und Berechtigungspolitik und schliesslich drittens das bildungs-soziologische Verhaeltnis von "Berufsbildung", "Fachbildung" und "Allgemeinbildung". Waehrend der Aufstieg des Fachschulwesens im spaeten Kaiserreich rasch voranschritt und die Etablierung am Ende der Weimarer Republik mehr oder weniger abgeschlossen war, war die Berechtigungspolitik dafuer verantwortlich, dass die technische Fachschule in dem zu untersuchenden Zeitraum einen prekaeren Status hatte und in einem gewissen Konkurrenzverhaeltnis zum System der Allgemeinbildung, namentlich der gymnasialen Bildung stand. Sowohl das Verhaeltnis zwischen beruflicher Erstausbildung (Betriebslehre und Berufsschule) und institutionalisierter Weiterbildung als auch das zwischen Fachschule und Gymnasium war konstitutiv fuer die Form und den sozialen Wandel der "Fachbildung". Geplant als "reine Fachbelehrung" (Thyssen) entwickelte sich die "Fachbildung" zu einem von Industrie und oeffentlicher Verwaltung anerkannten Bildungsweg, der in der Weimarer Republik allgemeinbildende Lehrinhalte in das Curriculum aufnahm und sich damit curricular auf die "Allgemeinbildung" zubewegte. Die vom NS-Regime nach 1936 intensiv betriebene Instrumentalisierung des technischen Fachschulwesens veraenderte insofern das Profil der "Fachbildung", als das institutionelle Verhaeltnis zur Erstausbildung enger und die curriculare Annaeherung an die "Allgemeinbildung" partiell aufgekuendigt wurde.

Die methodologischen Probleme des Projekts, die den Forschungshorizont widerspiegeln, erwachsen zum einen aus der unterschiedlichen Quellenlage (quellenkritischer Aspekt) - so ist beispielsweise die thueringische Entwicklung des Fachschulwesens nicht ueber den gesamten Untersuchungszeitraum durch ungedrucktes Quellemmaterial belegt -, zum anderen aus der Definition dessen, was die Historische Berufsbildungsforschung kategorial unter dem "System Beruflicher Bildung" in Preussen-Deutschland und der Bundesrepublik Deutschland versteht und darstellt (STRATMANN/ SCHLOESSER 1990; HARNEY/ZYMEK 1994; GREINERT 19952).



WOLFRAM HAUER (Tuebingen): Die Entwicklung der Schulen in Tuebingen seit dem Spaet-Mittelalter bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts

Gegenstand der Untersuchung ist die Entwicklung des Schulwesens in einer Stadt mit zentraloertlicher Funktion (hier: Tuebingen), weg vom lokalen, staendischen, konfessionell gepraegten heterogenen Schulwesen hin zu einem in allen Schultypen ausdifferenzierten gesamtgesellschaftlichen Schulsystem (mit spezifischen paedagogischen Profilen, geregelten Uebergaengen und Abschluessen).

Tuebingen hat seit seiner Gruendung in der zweiten Haelfte des 12. Jahrhunderts bis in die Gegenwart wirtschaftlich und verwaltungstechnisch immer die Funktion zumindest eines Mittel-Zentrums ausgeuebt. Die ehemalige Residenzstadt (seit 1477 mit Universitaetssitz) ist heute Zentrum eines der 4 Regierungsbezirke in Baden-Wuerttemberg mit Verwaltungsbehoerden auf mittlerer Ebene. Die Tuebinger Schullandschaft der Gegenwart zeichnet sich durch ein ueberdurchschnittlich ausdifferenziertes Angebot an allgemeinbildenden, berufsbildenden und sonderpaedagogischen Schulen aus.

Desiderat der gegenwaertigen Historischen Schulforschung sind lokale Mikroanalysen, die eingebettet sind in die regionalen und nationalen Trends. Das Kraeftespiel der Initiativen von "oben" und "unten", die Wirksamkeit oeffentlicher und privater Interessen bzw. Beduerfnisse in der Schulentwicklung wird in den gegenwaertigen schulgeschichtlichen Darstellungen bisher zu wenig abgebildet. Die (Eigen-) Dynamik einer lokalen Schulentwicklung erschliesst sich erst in der Verknuepfung mit sozial-, verwaltungs-, landes- und mentalitaetsgeschichtlichen Fragestellungen.

Im Anschluss an diese forschungstheoretischen Ueberlegungen stehen bei der Darstellung der Tuebinger Schulgeschichte in ihrer "longue durée" neben einer Wuerdigung der generellen Entwicklung im stadtgeschichtlichen Kontext vor allem folgende Fragestellungen im Zentrum:

Die aeltere Forschungsliteratur zur Tuebinger Schulgeschichte (zumeist Aufsaetze zu einzelnen Schulen aus dem ersten Drittel dieses Jahrhunderts) findet sich in der Bibliographie zur suedwestdeutschen Erziehungs- und Schulgeschichte Bd.1-3 (1982-1986). Bei den herangezogenen Materialien fuer diese Schulstrukturgeschichte auf lokaler Ebene bilden Quellen "niederer Provenienz" den Schwerpunkt. Das Forschungsinteresse ist vor allem auf kommunale und lokale Entscheidungstraeger, sowie Gremien der Schulaufsicht und Schulverwaltung auf der Stufe von Unter- und Mittelbehoerden gerichtet: Stadtgericht, Magistrat bzw. Gemeinderat; (Ober-)Amt und Kreisverwaltung; kirchliche Visitatoren bzw. Paedagogarchat; Bezirksschulinspektoren und (Bezirks-)Schulaemter; Scholarchat bzw. Ortsschulrat; Stiftungspflege, Schulpflege bzw. Schul- und Sportamt; Lehrerkonvente; Schul- und Elternbeiraete; Lehrervereine; Schuelervertretungen usw.; ergaenzend eventuell: Akten der Oberbehoerden in der Kirchen- und Schulverwaltung; Konsistorium und Kult(us)-Ministerium. Ueberliefert sind die Quellen zur Tuebinger Schulgeschichte vor allem im Stadtarchiv Tuebingen, im Kreisarchiv Tuebingen, im Hauptstaatsarchiv Stuttgart und den Aussenstellen in Ludwigsburg und Sigmaringen. Wichtige Bestaende befinden sich auch in den kirchlichen Archiven: Pfarrarchiv, Ev. Dekanatsarchiv, Ev. Landeskirchl. Archiv Stuttgart sowie Dioezesanarchiv Rottenburg. Der Abschluss der Dissertation, die von Prof. Dr. ULRICH HERMANN (Ulm) betreut wird, ist fuer 1997 vorgesehen.



JOHANNES KISTENICH (Bonn): Laienschulen der Bettelorden auf dem Gebiet der Erzdioezese Koeln im 17. und 18. Jahrhundert

Ziel des Dissertationsvorhabens am Institut fuer geschichtliche Landeskunde der Rheinlande/ Universitaet Bonn (Lehrstuhl PROF. DR. WILHELM JANSSEN) ist die vergleichende Erforschung und Darstellung der Betaetigung von Bettelorden auf dem Gebiet der fruehneuzeitlichen Erzdioezese Koeln im gesamten Spektrum schulischer Laienunterweisung von der Vermittlung der Elementarkenntnisse ueber den Gymnasialunterricht bis zur Lehrtaetigkeit an Akademien und Universitaeten.

Waehrend neben den im ganzen Reich taetigen weiblichen Schulorden (v.a. Ursulinen, Lothringische Chorschwestern, Englische Fraeulein) und den Jesuiten im sueddeutschen Raum vor allem die Benediktiner und im Osten der Piaristenorden in der fruehen Neuzeit auf dem Gebiet des Laienschulwesens engagiert waren, dominierten im Nordwesten die Mendikanten. Das rheinische und westfaelische Gebiete umfassende Koelner Erzbistum bildet dabei neben den habsburgischen Niederlanden einen Kernraum. Zentrales Anliegen der Arbeit ist es, die Triebkraefte dieses regionalgeschichtlichen Sonderweges im Spannungsfeld von Einfluessen der Erzbischoefe, der Landesherrn, der Orden, der lokalen Entscheidungsinstanzen sowie der kirchlich-schulischen Gegebenheiten auf die (versuchte) Errichtung bzw. Uebernahme und Schliessung solcher Bettelordensschulen sowie deren Schulalltag zu analysieren.

Dabei wird die Schulwirklichkeit anhand eines detaillierten Kriterienkatalogs untersucht. Hierzu zaehlen u.a. Anzahl, Ausbildung und Besoldung der Lehrer, ihre Stellung im Konvent und ihre ausserschulischen Funktionen, die Zustaendigkeiten bei ihrer Anstellung und Entlassung, die Dauer ihrer Lehrtaetigkeit, Zahl, Herkunft, soziale Stellung und Alter der Schueler, deren moeglicher Ordenseintritt oder weiterer Werdegang etwa als Studenten oder im staedtischen Dienst, die Dauer des Schulbesuchs, Lage des Schulgebaeudes oder Unterrichtsraumes, die Traegerschaft fuer Bau und Unterhaltung, das Niveau des angebotenen Unterrichts, die Unterrichtsfaecher und -methode, Hinweise auf Schulbuecher in Bibliothekskatalogen, ein moeglicher Zusammenhang von Ordensstudium und Laienunterricht. Die vergleichende Zusammenstellung soll einen Eindruck von Typischem und Besonderem in der Schulwirklichkeit der Bettelordensschulen liefern, um die Erkenntnisse in die juengeren Forschungsergebnisse zum Schulalltag vor 1800 einzuordnen.

Unter dem Terminus "Bettelorden" oder "Mendikanten" werden hier im engeren Begriffssinn die franziskanische Ordensfamilie, naemlich Minoriten, Franziskaner-Rekollekten, Kapuziner sowie Klarissen, daneben Dominikaner und Dominikanerinnen des 2. Ordens, beschuhte und unbeschuhte Karmeliten und Karmelitinnen sowie Augustinereremiten und Augustinereremitinnen verstanden.

Es gehoert zu den in der Forschung umstrittenen Fragen, in welchem Ausmass bereits im Spaetmittelalter Laien Zugang zu den Mendikantenstudia gewaehrt wurde oder schulische Laienunterweisung vorgesehen war. Dieses Problem ist fuer den Untersuchungsraum noch einmal einer kritischen Pruefung zu unterziehen, jedoch bleibt die Zahl verlaesslicher Nachrichten ueber Laienunterricht der Bettelorden vor 1600 ausgesprochen gering. Demgegenueber entstanden bis zur Saekularisation sowohl im Zuge der katholischen Reform im 17. Jahrhundert wie auch unter den Einfluessen der Spaetaufklaerung und der Aufhebung des Jesuitenordens im ausgehenden 18. Jahrhundert gerade im Nordwesten des Alten Reiches eine Vielzahl von diesen Orden eingerichteter oder uebernommener Schulen. Ging die Gruendungsphase im 17. Jahrhundert insbesondere auf das Engagement der Staedte und reform-katholische Bestrebungen der Erzbischoefe und altglaeubigen Landesherrn zurueck, so laesst sich die Hochphase in der zweiten Haelfte des 18. Jahrhunderts massgeblich auf ein staerkeres landesherrliches Engagement zurueckfuehren, das den absolutistischen Anspruch auf die staatliche Kontrolle und Regelung des Schulwesens mit den Vorstellungen der Aufklaerung verband. Die Aufhebung der meisten rheinischen Kloester im Zuge der Saekularisation der Jahre 1802/03 markiert den zeitlichen Endpunkt der Untersuchung.

Die stark divergierenden Grenzen der Ordensprovinzen verschiedener Mendikantengemeinschaften sowie diverse Grenzverschiebungen und Vereinigungen von Ordensprovinzen machen eine in der Ordensgeschichte selbst begruendete territoriale Umschreibung unmoeglich. Bereits die grosse Bedeutung der Klosterpolitik Koelner Erzbischoefe zugunsten der Bettelorden laesst die Wahl des Untersuchungsraumes sinnvoll erscheinen. Sie erweist sich zudem als vielversprechend, wenn man sich die landesherrlichen Strukturen vor Augen fuehrt, die durch drei grosse Territorialkomplexe bestimmt sind: Kurkoeln, Juelich-Berg und Kleve-Mark, hinter denen im 17. und 18. Jahrhundert bedeutende (Kur-) Fuerstenhaeuser des Alten Reiches standen: Das katholische Haus Wittelsbach zwischen 1583 und 1761 als Koelner Kurfuersten, seit 1614/66 das ebenfalls wittelsbachische, katholische Haus Pfalz-Neuburg und seine Nebenlinien fuer Juelich-Berg sowie die reformierten Kurfuersten von Brandenburg-Preussen fuer Kleve-Mark. Es ist daher zu erwarten, dass die Arbeit auch einen Beitrag zur vergleichenden landesherrlichen Kloster- und Schulpolitik dieser Dynastien und ihrer Regierungen leisten wird. Ferner ermoeglicht der Untersuchungsraum auch den Vergleich sehr unterschiedlich konfessionell bestimmter Regionen und Orte; waehrend die kurkoelnischen Gebiete und das Herzogtum Juelich ueberwiegend beim katholischen Glauben blieben, ueberwog in der Grafschaft Mark das lutherische, im Herzogtum Berg das reformierte Bekenntnis und im Herzogtum Kleve bestanden reformiert-protestantisches und katholisches Bekenntnis etwa gleich stark neben einigen lutherischen Gemeinden.

Nach den zugrunde gelegten thematischen, raeumlichen und zeitlichen Eingrenzungen ergibt sich eine Zahl von mindestens 95 zwischen 1600 und 1800 fortbestehenden bzw. neu gegruendeten Bettelordensniederlassungen. Fuer mindestens 51 der 95 Niederlassungen konnten bisher Zeugnisse fuer ein Engagement auf dem Laienschulsektor bzw. konkrete Versuche dazu nachgewiesen werden, allerdings mit signifikanten Unterschieden zwischen den Orden und den Territorien.

Da nur in sehr begrenztem Umfang auf ediertes Quellenmaterial zurueckgegriffen werden kann, ergibt sich die Notwendigkeit, ebenso umfassende wie disparate archivalische Quellenbestaende auszuwerten. Eine systematische Durchsicht der jeweiligen Archivfonds, insbesondere in den Provinzarchiven der Orden, in den Staatsarchiven Duesseldorf, Muenster, Koblenz, Muenchen, Speyer und Wiesbaden fuer die Quellen der geistlichen Institutionen und die landesherrliche Ueberlieferung, in den erzbischoeflichen und bischoeflichen Archiven in Koeln, Muenster, Aachen und Paderborn, sowie in diversen Orts- und Pfarrarchiven ist unerlaesslich (geplanter Abschlusstermin des Vorhabens: 1998).



MONIKA BALTES (Hamburg/ Potsdam): Das Schultheater der 20er Jahre. Reformpaedagogik in der Regelschule

Das Ziel meiner Arbeit ist eine historische Rekonstruktion des Schultheaters im Zeitraum der Weimarer Republik. Kuenstlerische Konzeptionen und paedagogische Diskurse zur dramatischen Gestaltung von Jugendlichen sollen mit praxisbezogenen Quellen der 20er Jahre verglichen bzw. kontrastiert werden; das Bild der Theaterlandschaft der Schulen wird sich demnach einerseits aus dem praktischen Geschehen, andererseits aus den theoretischen Forderungen zusammensetzen. Es soll damit moeglich werden, sowohl qualitative als auch quantitative, auf Empirie gestuetzte Aussagen ueber das Schultheater zu machen, um damit der in weiten Kreisen betriebenen "Legendenbildung" entgegenzutreten. Der so gewonnene Hintergrund bildet das Fundament fuer Fragen nach dem Zusammenhang von Reformpaedagogik und dramatisch-kuenstlerischer Aktivitaet, sichtbaren Unterschieden zum traditionellen literarischen Schultheater sowie zur zeitgenoessischen Spielbewegung und schliesslich nach der Moeglichkeit bildungstheoretischer Rueckschluesse.

Untersucht werden zu diesem Zweck:




DIETER TODER (Ulm): Die Geschichte des evangelischen Landerziehungsheims Urspring von der Gruendung bis 1945

Im Jahre 1930 wird am Suedrand der Schwaebischen Alb in einem ehemaligen, halbverfallenen Kloster ein Landerziehungsheim gegruendet, die "Evangelische Schulgemeinde Urpsringschule". Diese Schulgruendung ist sowohl zeitlich als auch programmatisch bemerkenswert. Sie liegt einige Jahre nach dem Einsetzen der Kritik an der Reformpaedagogik Mitte der 1920er Jahre, wo in der paedagogischen Geschichtsschreibung auch gemeinhin das Ende der Reformpaedagogik gesehen wird. Die dezidiert in reformpaedagischer Tradition stehende "Evangelische Schulgemeinde" wird in ihrer Programmschrift von BERNHARD HELL um eine Anthropologie und einen Gemeinschaftsbegriff herum entworfen. In dessen Zentrum steht eine christliche Persoenlichkeit, die ihre individuelle Entfaltung darin erkennt, aus einer christlichen Weltsicht heraus "Wirklichkeit als Aufgabe" anzunehmen. HELL sieht dies nicht als Bruch mit der reformaedagogischen Tradition, sondern als deren einzig moegliche Fortsetzung. Aufgrund dieser Beobachtung halte ich es fuer ertragreich, sich mit der Urspringschule zu beschaeftigen. Dies geschieht in drei Schritten: 1. zur Gruendungsgeschichte, 2. zur Entwicklung der Schule in schwieriger Zeit, 3. zu ihrer schulpaedagogischen Relevanz.

Die Gruendungsgeschichte laesst sich nicht ohne eine Beschreibung des Lebens und der 'biographie intellectuelle' des Schulstifters nachvollziehen. Sein geistiger Weg fuehrt ihn vom Studium der Naturwissenschaft ueber die Philosophie, namentlich ueber FICHTE und den Neukantianismus (er promoviert 1907 bei HEINRICH RICKERT ueber "ERNST MACHS Philosophie") zu einem vom Berneuchner Kreis gepraegten Christentum. Ueber den gesamten Zeitraum von 1907 bis 1930 beschaeftigt sich HELL in Buechern, Aufsaetzen und Reden mit FICHTE und seiner Lehre von der Erziehung, mit JULIUS ROBERT MAYER, mit der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, wo er von 1907 bis 1919 teilweise in leitender Funktion taetig ist, mit Fragen nach der Funktion von Schule in der kulturellen Entwicklung eines Volkes und einer Epoche. Im Zuge der Rueckkehr GUSTAV WYNEKENS nach Wickersdorf wechselt BERNHARD HELL an das Landschulheim am Solling, wo er seine spaetere Frau sowie FRITZ EHRECKE kennenlernt, der ueber das Neuwerk mit der Jugendbewegung verbunden ist. Beide sind entscheidend an der Neugruendung und an der fruehen Entwicklung Ursprings beteiligt. In den Jahren in Holzminden reifen Idee und Konzeption einer "Schule als Gemeinde". Die geistige Entwicklung vom jungen Lehrer zum Schulgruender, der das Evangelische seiner Schule in ihrer Gruendungsschrift so sehr betont, wird anhand der gedruckten und ungedruckten Schriften von BERNHARD HELL aufgezeigt.

Im zweiten Schritt wird die Schulentwicklung nachgezeichnet, und zwar von der Aufnahme des Schulbetriebes Ostern 1930 bis zu dessen mehrmonatiger Einstellung nach dem Ende des Krieges 1945. Hier ist zu berichten vom Beginn mit 6 Schuelern, vom raschen Anwachsen der Schuelerzahlen, von verschiedenen Stufen der Umgestaltung und Umbenennung, von der Verdraengung des Schulgruenders aus der Gesamtleitung 1937 und aus der Wirtschaftsleitung 1941, von der erzwungenen Aenderung in der personellen Zusammensetzung des Stiftungsrates 1937 bis hin zu einer 1944 formal erfolgten, faktisch nie vollzogenen Verstaatlichung der Urspringschule. In dieser ganzen Entwicklung ist die Person und das Wirken von FRITZ EHRECKE, der in der Stiftungsurkunde als Mitgruender bereits aufgefuehrte Stellvertreter HELLS und spaetere Leiter der Schule, von grosser Bedeutung. An ihm laesst sich das ambivalente Verhaeltnis der Schule zu Staat und Kirche exemplifizieren, er ist Garant fuer das Weiterbestehen der Schule "in schwieriger Zeit". Es soll gezeigt werden, dass in dieser Entwicklung die ursrpuengliche Konzeption in ihrer weltanschaulichen Dimension verloren geht, dafuer aber eine Schulwirklichkeit entsteht, die von schulpaedagogisch interessanten Unterrichts- und Arbeitsformen getragen ist. Quellengrundlage fuer diesen Schritt sind von mir gefuehrte Interviews mit ehemaligen Schuelern und Lehrern sowie die Dokumente des Urspringarchivs: Tertialberichte der Schulleitung, Arbeitsberichte der Lehrerinnen und Lehrer, Schulprospekte und Bilder, Briefwechsel mit Behoerden und Eltern und Stiftungsraeten sowie der Leiter untereinander, Schuelerlisten, Zeitungsberichte, ab den 1970er Jahren in den "Urpsringnachrichten" erschienene Erinnerungen und Wuerdigungen in Berichten ueber Ereignisse und Personen, Nachlaesse und muendliche Zeugnisse aus allen Perioden der Schulgeschichte.

Vor dem Hintergrund der im ersten Schritt biographisch entwickelten Programmatik und der im zweiten Schritt aufgezeigten historischen Entwicklung der Schulwirklichkeit wird im dritten Schritt die Ausgestaltung von Erziehung und Unterricht unter schulpaedagogischer Perspektive betrachtet. Zunaechst einmal ist die Urspringschule ein "traditionelles" Landerziehungsheim. Darueber hinaus aber gibt es Besonderheiten wie HELLS Orientierung des Schuljahres am Kirchenjahr und, daraus abgeleitet, die nach Inhalt und Arbeitsform entsprechend wechselnden Lerngegenstaende, EHRECKES Studienfahrten mit den dazugehoerigen, nach Klassenstufen und Themen geordneten und unterschiedlich intensiven Vorbereitung im gesamten Schuljahr. Didaktisch und methodisch relevante Neuerungen wie die Betonung der "Kunde" oder der Eigenarbeit der Schueler stehen neben der Pflege und Inszenierung von Fest und Feier, von Musik, Sport und der praktischen und handwerklichen Arbeit. Diese Formen einer paedagogisch durchdachten Schulkultur bilden den spezifischen Beitrag der Urspringschule zur Geschichte der deutschen Landerziehungsheime. Als Materialbasis dienen neben den bereits genannten Quellen die im Urspringarchiv befindlichen Berichte und Dokumentationen der einzelnen Studienfahrten aus Schuelerhand.

Das wesentliche Erkenntnisinteresse - wie bildet sich die Konzeption des Schulgruenders BERNHARD HELL in der Schulwirklichkeit der ersten 15 Jahre ab, wodurch wird diese gepraegt und veraendert? - stoesst methodisch auf eine Schwierigkeit: wie sind die verschiedenen Quellen, vor allem die muendlichen Zeugnisse, zu gewichten und in ihrer Relevanz fuer das Untersuchungsziel zu bewerten?



ANDREAS KRAAS (Marburg/ Potsdam): Lehrerlager im Nationalsozialismus

"Das Lager" durchzog die gesamte Gesellschaft des nationalsozialistischen Deutschlands. Neben den der Ausgrenzung und Vernichtung dienenden Konzentrationslagern hatte das Lager aber auch 'integrierende' Funktionen zu erfuellen. Diese Schulungslager sollten NSDAP-Mitgliedern und verschiedenen anderen gesellschaftlichen Gruppen ideologisches Ruestzeug und ein moeglichst positives Bild vom Nationalsozialismus vermitteln. Lagerschulung bedeutete paramilitaerische und rituelle Elemente verbindendes 'Leben und Arbeiten' und bildete "das entscheidende Instrument zur Inszenierung der Zwangsgemeinschaft" (DUDEK).

Die Nazis hatten das Lager nicht erfunden. Als sie 1933 an die Macht kamen, war es bereits zu einer selbstverstaendlichen Erziehungsform geworden. In der Jugendbewegung entstanden, in der Erwachsenenbildung erprobt, entwickelte es sich nach der Einfuehrung des Freiwilligen Arbeitsdienstes (FAD) in der Gesellschafts- und Wirtschaftskrise der Weimarer Republik zum ueberparteilich akzeptierten Instrument zur Schaffung der ersehnten "Volksgemeinschaft". Auch fuer Lehrer wurde der Arbeitsdienst im Arbeitslager bald als wesentliche Qualifikation kuenftiger "Volkserzieher" wahrgenommen und in selbstorganisierten Versuchen seit 1932 erprobt.

Als der Reichserziehungsminister Rust im Juni 1934 die 'Ueberholung' der Lehrer in Schulungslagern propagierte, knuepfte er an diese Entwicklungen an. Die Lehrerschaft sollte kuenftig ihre weltanschaulichen und fachlichen Qualifikationen im Schulungslager erwerben und beweisen. Bis 1945 duerfte jede Lehrerin und jeder Lehrer zumindest ein Mal bis zu 3 Wochen in den von verschiedenen Traegern durchgefuehrten Lagern verbracht haben.

Die im Lager gemachten Erfahrungen wurden von den betroffenen Lehrern und Lehrerinnen oftmals anhand von sogenannten "Lagerzeitungen" thematisiert. Diese Quellengattung erlaubt einen mehrfachen Interpretationszugriff:

  1. eignen sich Lagerzeitungen dazu, Aussagen ueber den Alltag im Schulungslager zu treffen;
  2. belegen die Lagerzeitungen, dass das Lagerleben von vielen Teilnehmer positiv erlebt wurde;
  3. zeigt eine Analyse von Stilformen und Themen der Lagerzeitungen, dass das Lagerleben auch als repressiv erlebt wurde: in den Lagerzeitungen aeussert sich die Verwunderung ueber die eigene Entmuendigung im Schulungslager.

Die Analyse der Lagerzeitungen zeigt somit, dass das Lagerleben repressiv war und dennoch positiv erlebt wurde. Im Lager spielte sich offenbar eine "zweite Realitaet" ein, in der sich die Teilnehmer mit der Lageratmosphaere arrangierten und sie positiv erinnerten. Die Analyse der nationalsozialistischen Schulungslager und der in ihnen entstanden Lagerzeitungen kann damit einen Baustein zu dem Phaenomen liefern, wie Menschen unter objektiv totalitaeren und ohn-maechtigen Bedingungen sich 'einrichteten' und subjektiv wohl fuehlten.



JUTTA FROTSCHER (Dresden): Volksschullehrerausbildung am Paedagogischen Institut der TU Dresden 1923-1931

Die lokalgeschichtlich angelegte Arbeit thematisiert mit dem unter akademischen Anspruechen 1923 in Sachsen angegangenen Aufbau einer einphasigen Ausbildung von Volksschullehrern innerhalb der Strukturen der Technischen Hochschule Dresden ein Schluesselproblem sowohl damaligen als auch heutigen Bildungsgeschehens.

Die Themenfindung fuer dieses Forschungsvorhaben vollzog sich in einem von rasanten gesellschaftlichen Umwaelzungen gepraegten Zeitraum. Fuer kurze Zeit schien in den neuen Bundeslaendern die Chance gegeben, bei der Neugestaltung der Lehrerausbildung konstruktiv vorzugehen, d.h. Bewahrenswertes unter den neuen Bedingungen modifiziert fortzufuehren und aus den historischen Erfahrungen deutscher Lehrerbildungsgeschichte heraus qualitativ Neuem in Struktur, Inhalt und Methode der Lehrerausbildung zur Entfaltung zu verhelfen.

Sachsen hatte 1923 als erstes der deutschen Laender die entscheidenden legislativen und strukturell-organisatorischen Schritte vollzogen, um die Volksschullehrerausbildung von der vielkritisierten seminaristischen auf die den Bildungsaspirationen sowie den sozialemanzipatorischen Bestrebungen der Volksschullehrer besser entsprechende akademische Ebene zu verlagern. Der dabei in Dresden mit dem ab 1924 der Technischen Hochschule angegliederten Paedagogischen Institut gefundene institutionelle Ort stellte innerhalb der drei in den zwanziger Jahren neu geschaffenen Typen der Volksschullehrerausbildung eine streitbare Variante dar:

Die Arbeit zielt darauf ab, am Dresdner Lehrerbildungsmodell zu zeigen, dass es trotz der am Paedagogischen Institut nachweisbaren Problemfelder zu einer wissenschaftlichen Lehrerausbildung innerhalb universitaerer Einrichtung keine Alternative gibt und dass der hier ab 1923 erreichte bildungspolitische Fortschritt sowie das dabei registrierbare Niveau der Bewaeltigung des Theorie-Praxis-Verhaeltnisses in der Lehrerausbildung keineswegs mehr unterschritten werden duerfen.

Dieser Zielstellung folgt die Gliederung der Arbeit:

Die erforderlichen Quellenstudien schoepften hauptsaechlich aus dem Fundus der drei Dresdner Archive (Saechsisches Hauptstaats-, Stadt- und Universitaetsarchiv). Zahlreiche, zum Teil fuer historische Bildungsforschung noch nie erschlossene Dokumente und von Zeitzeugen aus damaliger Sicht oder mit historischem Abstand verfasstes Schriftum halfen, trotz der erheblichen Kriegsverluste an Aktenmaterial und den demographisch bedingt fehlenden Befragungsmoeglichkeiten, einige Luecken im Forschungsstand zur saechsischen Lehrerbildungsgeschichte zu schliessen.

Methodologisch galt es bei dieser Arbeit, die Balance zwischen sozial- und ideengeschichtlichen Aspekten so auszuloten, dass die kritisch auszuleuchtenden Realprozesse am Paedagogischen Institut dem Wechselspiel beider Komponenten unterworfen waren und Elemente des Sozialgeschichtlichen, Theoretischen und Biographischen eine Buendelung in zeituebergreifenden Problemen der Lehrerbildung fanden.



OTTO REICHERT (Weingarten): Interessenpolitik des Wuerttembergischen Lehrervereins in bezug auf Professionalisierung und oekonomische Aspiration der Wuerttembergischen Volksschullehrerschaft im Kontext der Zeitphase 1840-1900

1.Einleitung - Exposition der Problemstellung

Steigende Bedeutsamkeit der Volksschule im 19. Jahrhundert

Die Kinder der unteren und mittleren sozialen Schichten sollten in der Volksschule (im 19. Jahrhundert besuchten in Wuerttemberg zwischen 91 und 95 % der Bevoelkerung diese Schulart) zu "gottesfuerchtigen" und "nuetzlichen" Untertanen erzogen werden. Im Zuge der Industrialisierung mussten auch dem einfachen Volke bestimmte, genau vorgegebene Elementartechniken vermittelt werden, um sie fuer die steigenden sozialen und kognitiven Anforderungen in den industriellen und verwaltungstechnischen Arbeitsprozessen zu qualifizieren. Der Beruf des niederen Lehrers war in diesem Verstaendnis vom Staat bzw. den Laendern als 'Mittel zum Zweck' - sozusagen artifiziell - geschaffen worden. Die Volksschullehrer sollten die Kinder und Jugendlichen zu "schreib- und lesekundigen, staatsglaeubigen und frommen Staatsbuergern" heranbilden. Die Volksschule stellte im 19. Jahrhundert nahezu das einzige Mittel der Bildung des "einfachen" Volkes in Wuerttemberg dar.

2. Interessenpolitik des Wuerttembergischen Lehrervereins bezueglich der Taetigkeitsfelder bzw. der Pflicht-Nebentaetigkeiten der Volksschullehrer

Die Erwartungshaltungen der beiden Kirchen und der Kommunen standen hinsichtlich der Taetigkeitsfelder der Volksschullehrer im starken Widerspruch zu den Intentionen des Wuerttembergischen Lehrervereins bzw. der Volksschullehrerschaft. Anschaulich soll die direkte und unmittelbare Korrelation von minderwertiger Ausbildung (IST-Zustand: Wie man um 1800 Schulmeister wurde), schlechter Besoldung und der hieraus resultierenden existentiellen Notwendigkeit von Nebentaetigkeiten dargelegt werden. Die Volksschullehrer wurden im Zuge der Industrialisierung zum Haupttraeger von wissensmaessigem und kulturellem Kapital einerseits, andererseits wurden sie nicht im geringsten zu Inhabern von oekonomischem Besitz, wie z.B. die Angehoerigen der akademischen Berufe (Geistliche, Lehrer an hoeheren Schulen usw.) und die Mitglieder der politischen Traegerschichten der buergerlichen Gesellschaft.

3. Seminaristische Ausbildung der niederen Lehrerschaft und differierender Ausbildungsmodus der wuerttembergischen Volksschullehrer nach 1848/49: Stagnation, Rueckschritt oder Fortschritt? - Interessenpolitik des Lehrervereins

Mit dem Uebergang zur industriellen Gesellschaft war es erforderlich gewesen, "auszuhandeln", welchen Berufsgruppen - im immer ausdifferenzierter werdenden System der gesellschaftlichen Arbeitsteilung - eine professionelle Funktion zukommen sollte, welche Art von Ausbildung hierfuer als notwendig erachtet und welche Entlohnung (Status, Besoldung, Verbeamtung) hierfuer zugestanden werden sollte. Unmittelbar nach der Einfuehrung der seminaristischen Ausbildung kam es bezueglich der semi-professionellen zwei- bzw. dreijaehrigen Seminarausbildung zu teilweise ueberaus kritischen Aeusserungen. Die Missbilligungen und Anfeindungen von kirchlicher, kommunaler und staatlicher Seite sollen hier nur am Rande Erwaehnung finden. Zentraler Punkt ist die Eroerterung, wie der Wuerttembergische Lehrerverein die Gefahren und Moeglichkeiten differierender Ausbildungsmodi (drei Modelle standen zur Diskussion) nach der Revolution von 1848/49 gesehen hat.

4. Befreiung aus der materiellen Not - Besoldung / Entlohnung im Vergleich

Vorrangig wird hier sehr knapp dargelegt, wie der Kampf um eine hoehere Besoldung fuer den Wuerttembergischen Lehrerverein immer auch eine heftige Auseinandersetzung mit verschiedenen Gruppierungen der Beamtenschaft / oeffentlich Bediensteter in Wuerttemberg darstellte. An dieser Stelle ist auf die vor allem auf dem Lande unzureichende Volksschullehrerbesoldung einzugehen, u.a. indem die Bezuege der niederen Lehrerschaft mit denen der freien Berufe und den mittleren Landesbediensteten verglichen werden. Zudem soll die direkte Korrelation von niederer Besoldung und der sozialen Herkunft der Volksschullehrschaft und / bzw. ihrer Klientel dargelegt und eroertert werden. Ferner ist auf die selektiven - zum Teil auch temporaer begrenzten - Erhoehungen der Volksschulgehaelter, welche von der Regierung immer aus rein pragmatischen Erwaegungen heraus gewaehrt wurden, einzugehen.

5. Bilanzierung - Der Lehrerverein als Akteur bei professionalpolitischen Entscheidungsprozessen

Thesenbildung zur Wirksamkeit bzw. Effizienz des Wuerttembergischen Lehrervereins. Es geht hier um die Frage nach den zentralen Akteuren bzw. den primaeren Triebkraeften beim Professionalisierungsprozess der wuerttembergischen Volksschullehrerschaft. Stellte der Wuerttembergische Lehrerverein den "Hauptakteur" (in Form einer wehrhaften Lehrerorganisation mit einem sehr hohen Organisationsgrad) bei den Auseinandersetzungen um eine Professionalisierung der nicht-akademisch ausgebildeten Lehrerschaft in Wuerttemberg dar, oder war er nur ein Mitstreiter bzw. Mitwirkender in diesem Geschehen? An dieser Stelle soll die (zentrale und bedeutungsvolle) Rolle des Wuerttembergischen Lehrervereins bei gesellschaftlichen und schulpolitischen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen im real-historischen Kontext dargelegt und analysiert werden, zudem auch wird aufgezeigt wie der Wuerttembergische Lehrerverein durch kontinuierliche Arbeit in intelligenter und ueberlegter Weise idealistisch wirkende Entwuerfe zur Professionalisierung der Volksschullehrerschaft mit eher realistischen Wegvorgaben verknuepfte, und so (u.a. durch die 'Konfoederation' mit den liberalen politischen Parteien) Verbesserungen - trotz teilweise erheblichen Widerstandes - sukzessiv realisiert werden konnten.



Professionalisierung paedagogischer Berufe im Historischen Prozess - Jahrestagung der Historischen Kommission in Thurnau 21.-24.09.1997 in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Schloss Thurnau bei Bayreuth

Vorlaeufiges Programm

Anreise: Sontag 21. 9. 1997

Montag, 22. 9. 1997

ab 8.00 Uhr         Anmeldung                                                      

9.00 Uhr            Eroeffnung der Tagung durch Uwe Sandfuchs                      

9.15 Uhr            Peter Lundgreen (Bielefeld): Berufskonstruktion und            
                    Professionalisierung in der historischen Perspektive.          

10.00 - 10.15 Uhr   Kaffeepause                                                    

10.15 - 10.55 Uhr   Martin Heidenreich (Stuttgart): Berufskonstruktion und         
                    Professionalisierung: Ertraege der soziologischen Forschung    

Diskussion: 20 Min.; Moderation: Uwe Sandfuchs                                    

11.15 - 11.55 Uhr   Heinz Elmar Tenorth (Berlin): Der Beitrag der                  
                    Erziehungswissenschaft zur Professionalisierung                
                    paedagogischer Berufe                                          

11.55 - 12.05 Uhr   Korreferat zu Tenorth: Hans-Ulrich Grunder                     

Diskussion: 20 Min.; Moderation: Uwe Sandfuchs                                    

12.30 - 14.00 Uhr   Mittagspause                                                   

13.30 Uhr           Angebot: Kleine Fuehrung Schloss Thurnau                       

14.00 - 14.40 Uhr   Karl-Ernst Jeismann (Muenster): Verberuflichung der            
                    Gymnasiallehrer im 19. Jahrhundert                             

14.40 - 15.00 Uhr   Gert Schubring (Bielefeld): Verberuflichung der                
                    Mathematiklehrer in der ersten Haelfte des 19. Jahrhunderts    
                    als Beispiel fuer die Entwicklung des Fachlehrertums.          

Diskussion: 15 Min.; Moderation: Hans Juergen Apel                                

15.15 - 15.35 Uhr   Heidemarie Kemnitz (Berlin): Lehrerverein und                  
                    Berufsidentifikation in der ersten Haelfte des 19.             
                    Jahrhunderts                                                   

15.35 - 15.55 Uhr   Edith Glaser (Halle): Verberuflichung weiblicher               
                    Lehrtaetigkeit. Das Beispiel Sachsen (1859 - 1919)             

15.55 - 16.15 Uhr   Jutta Frotscher (Dresden): Professionalisierung von            
                    Volksschullehrern an der TH Dresden (1923 - 1931)              

Diskussion: 15 Min.; Moderation: Hans Juergen Apel                                

16.30 - 17.00 Uhr   Kaffeepause                                                    

17.00 - 17.35 Uhr   Wolfgang Weber (Augsburg): Professionalisierung von            
                    Historikern als Prozess.                                       

Diskussion: 10 Min.; Moderation: Hanno Schmitt                                    

17.45 - 18.20 Uhr   Klaus-Peter Horn (Berlin): Professionalisierung von            
                    Diplompaedagogen                                               

Diskussion: 10 Min.; Moderation: Hanno Schmitt                                    


Statements:

18.30 - 18.50 Uhr   Anke Fuchs (Bremen): Professionalisierung des Berufsstandes    
                    der Diplompaedagogen und -paedagoginnen aus der Sicht des      
                    Berufsverbandes Deutscher Diplompaedagogen und                 
                    Diplompaedagoginnen.                                           

18.50 - 19.10 Uhr   Wolfgang Boettcher (Frankfurt/M.): Die Professionalisierung    
                    paedagogischer Berufe aus der Sicht einer                      
                    Bildungsgewerkschaft.                                          

Diskussion: 20 Min.; Moderation: Hanno Schmitt                                    


Dienstag, 23. 9. 1997

8.45 - 9.15 Uhr     Karl-Heinz Koenig (Erlangen-Nuernberg): Lehrerschulung durch   
                    den NSLB - Professionalisierung oder Deprofessionalisierung?   

9.15 - 9.35 Uhr     Andreas Kraas (Marburg/Potsdam): "Qualifizierung" durch        
                    Lagerschulung? - Lehrerlager im Nationalsozialismus            

Diskussion: 25 Min.; Moderation: Ulrich Herrmann                                  

10.00 - 10.30 Uhr   Kaffeepause                                                    

10.30 - 11.00 Uhr   Petra Gruner (Berlin): Learning by doing. Die berufliche       
                    Sozialisation von Neulehrern                                   

Diskussion: 15 Min.; Moderation: N.N.                                             

11.15 - 11.45 Uhr   Gerhard Kluchert (Berlin): Der Oberlehrer als Aktivist. Die    
                    Neubestimmung der Berufsrolle in der SBZ und der fruehen DDR   

Diskussion: 15 Min.; Moderation: N.N                                              

12.00 - 13.30 Uhr   Mittagspause                                                   

13.30 - 14.10 Uhr   Richard Muenchmeier (Berlin): Professionalisierung der         
                    Sozialpaedagogik in derWeimarer Republik                       

14.10 - 14.30 Uhr   Christian Niemeyer (Dresden): Professionalisierung der         
                    Fuersorgeerziehung in der Weimarer Republik                    

Diskussion: 20 Min.; Moderation: Klaus-Peter Horn                                 

14.50 - 15.00 Uhr   Kaffeepause                                                    

15.00 - 15.40 Uhr   Klaus Harney (Trier): Fragen zur Professionalisierung der      
                    Berufspaedagogen                                               

Diskussion: 20 Min.; Moderation: N.N.                                             

16.00 - 16.45 Uhr                                                                  

16.00 - 16.30 Uhr   GRUPPE A                                                       
                    Karl-Heinz Fuessl (Berlin): Zur Professionalisierung der       
                    Paedagogen durch internationalen Austausch.                    

Diskussion: 15 Min.; Moderation: N.N.                                             

16.00 - 16.30 Uhr   GRUPPE B                                                       
                    Ulrike Mietzner und Ulrike Pilarczyk (Berlin): Gesten des      
                    Paedagogischen. Tradition, Beharrungskraft und Veraenderungen  
                    des paedagogischen Formenkanons und des Habitus in Ost- und    
                    West-Deutschland seit 1945                                     

Diskussion: 15 Min.; Moderation: N.N.                                             

17.00 Uhr           Exkursion Burg Kulmbach: Renaissancehof                        


Mittwoch, 24. 9. 1997

8.30 - 10.00 Uhr    Abschlussvortrag und Abschlussdiskussion                       

8.30 - 9.15 Uhr     Ulrich Herrmann (Ulm): "Lob des Laien" - Erziehungstaetigkeit  
                    und Erziehungstheorie                                          

Diskussion: 45 Min.; Moderation: Hans-Ulrich Grunder                              

10.00 - 10.15 Uhr   Kaffeepause                                                    

10.15 - 13.00 Uhr   Mitgliederversammlung: u.a. Neuwahl des Vorstandes             


Die Anmeldung richten Sie bitte an Hans Juergen Apel, Bayreuth: hans-juergen.apel@uni-bayreuth.de

Kontaktadresse: PROF. DR. HANS JUERGEN APEL, Universitaet Bayreuth, Lehrstuhl Schulpaedagogik, Geschwister-Scholl-Platz 3, 95440 Bayreuth, Tel. (0921) 55-5082, -5052, Fax 555053. -

PROF. DR. UWE SANDFUCHS, TU Dresden, Institut fuer Schul- und Grundschulpaedagogik, Mommsenstrasse 13, 01062 Dresden, Tel. (0351) 463-3310, Fax 463-7243.


Jahrbuch fuer Historische Bildungsforschung, Band 3

Der dritte Band des von der Historischen Kommission herausgegebenen "Jahrbuches fuer Historische Bildungsforschung" ist kuerzlich erschienen und kann mit dem beiliegenden Coupon abonniert werden (fuer Mitglieder der Historischen Kommission verbilligt). [Sollte es tatsaechlich noch Kollegen geben, die dies noch nicht gemacht haben?!] Inhalt:

I. Die Gegenwart der Geschichte:

Luther - Pestalozzi - Campe im Gedenkjahr 1996

FRIEDRICH SCHWEITZER: Luther und die Geschichte der Bildung. Pflichtgemaesse Reminiszenz oder notwendige Erinnerung?

VOLKER KRAFT: Biographie und paedagogische Theorie - Psychoanalytische Einblicke in Leben und Denken Pestalozzis

HANNO SCHMITT: Pestalozzi und der paedagogische Diskurs der Philanthropen in der Spaetaufklaerung

PETER DUDEK: Die Pestalozzi-Feiern 1927 und 1946. Skizze einer Klassiker-Rezeption in der deutschen Paedagagik

SYLVIA SPRINGER: Neue Wege der Pestalozzi-Forschung. Methodische und hermeneutische Perspektiven am Beispiel der Pestalozzi-CD-ROM

ULRICH HERRMANN: "Noethige Erinnerung, dass die Kinder Kinder sind". Zum 250. Geburtstag von Joachim Heinrich Campe

II. Professionalisierungsgeschichte als Bildungsgeschichte

MARTIN SCHMEISER: Deutsche Universitaetsprofessoren mit bildungsferner Herkunft. Soziokulturelle Elternlosigkeit, Patenschaften und sozialer Aufstieg durch Bildung in Lebensverlaufstypologien von Professoren in der zweiten Haelfte des 19. Jahrhunderts

CHRISTINA VON HODENBERG: Kollektive Sozialisation oder Professionalisierung? Zwei Zugaenge zur Geschichte bildungsbuergerlicher Berufsgruppen am Beispiel der preussischen Richterschaft im Vormaerz

CLAUDIA HUERKAMP: Frauen in akademischen Berufen. Studienraetinnen und Aerztinnen in Deutschland, 1910-1945

III. Weibliche Lebensentwuerfe im Spiegel von Selbstzeugnissen

MARGRET KRAUL: Herta S.: Das Leben einer Studienraetin in der Nachkriegszeit. Versuch einer Annaeherung auf der Grundlage von Briefen

IMBKE BEHNKEN / PIA SCHMID: Sozialisation in Frauentagebuechern. Diaristinnen im Generationenvergleich vom Kaiserreich bis zur Gegenwart

IV. Historische Bildungssystemforschung

ULRICH G. HERRMANN: Bildungsgesamtplanung und Schulreform in Preussen. Zur Bilanz der Planungsstrategien fuer den Strukturwandel des hoeheren Schulsystems 1890-1914


Arbeitsgruppe Schulmuseen und Schulgeschichtliche Sammlungen

Die nachfolgenden Informationen wurden der Redaktion durch den Koordinator der Arbeitsgruppe Schulmuseen und Schulgeschichtliche Sammlungen, Prof. Dr. WALTER MUELLER, uebermittelt.

Vielen Dank fuer alle Angaben und Hinweise, die Sie der Koordinationsstelle haben zukommen lassen. Bitte senden Sie auch weiterhin alle diesbezueglichen Informationen an: PROF. DR. WALTER MUELLER, Archiv Schulisches Wandbild, FB 2, Gerhard Mercator Universitaet - GH - Duisburg, 47048 Duisburg.

Tagungen:

Am 3. Juni 1997 veranstaltet das Museum des Schulwesens und der Paedagogik in Bratislava eine Konferenz unter dem zentralen Thema: "Regionale Geschichte des Schulwesens in der Slowakei und ihre museale Dokumentation". Das angestrebte Ziel dieser Konferenz liegt primaer in der Vermittlung von aktuellen Erkenntnissen ueber die regionalspezifische geschichtliche Paedagogikforschung sowie in der Darlegung der erzielten Resultate der Sammeltaetigkeit in den Regionen der Slowakei. Naehere Infomationen: Museum des Schulwesens und der Paedagogik, Klariská 5, 842 44 Bratislava, Tel.: 07/5330308.

Am 13. Juni 1997 wird im Deutschen Institut fuer Internationale Paedagogische Forschung, Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung und Forschungsstelle Berlin (BBF) ein Kolloquium zur Geschichte der Schulwandbilder in der Schweiz und in Deutschland stattfinden, mit dem Titel: "Zwischen Kunst und Paedagogik". Im Verlauf des Kolloquiums ist zudem eine seit dem 5. Maerz laufende Ausstellung "Kunst zwischen Stuhl und Bank - Schweizerische Schulwandbilder 1935 -1995" zu sehen. Ansprechpartner: CHRISTIAN RITZI, Tel.: 030/306490-34 oder 33. Adresse: BBF, Warschauer Str. 34 - 38,10243 Berlin.

Ausstellungen:

Das Schulmuseum Berlin zeigt ab dem 8. Mai 1997 zwei Sonderausstellungen: 1. "Zusammenbruch - Befreiung - Besatzung in Berlin und Brandenburg 1945". In diesem gestalteten Raum liegen als Arbeitsmoeglichkeiten fuenf "Geschichtshaeuser zum Blaettern" mit Archivalien und eine Buecherkiste aus. Alle Materialien koennen ausgeliehen werden. 2. "Denkmal fuer die ermordeten Juden Europas", Projektergebnisse in Bild, Wort und Modell einer Schule aus Berlin-Weissensee. Ansprechpartner: DR. THOMAS HAHN, Tel.: 030/2750383, Fax: 030/2792979.

Das Wiener Schulmuseum zeigte vom 5. bis zum 20. Maerz 1997 im Magistratischen Bezirksamt fuer den 21. Bezirk, Am Spitz 1, die Ausstellung: "Schulbuch und Wandbild im Dienst der Staats- und Gesellschaftsordnung". Die als Wanderausstellung konzipierte Exposition ist noch vom 3. bis zum 20. April 1997 in der Paedagogischen Akademie des Bundes, Wien 1100, Ettenreichgasse 45a und vom 20. Oktober bis 7. November 1997 in der Aula des Stadtschulrates fuer Wien, 1010, Dr. Karl Renner-Ring 1, zu sehen. Die Ausstellung veranschaulicht anhand von praegnanten Beispielen die Einflussnahme politischer Systeme, wobei auf die Epochen "Monarchie", "1. Republik", "Hitler - Deutschland" sowie "2. Republik" Bezug genommen wird. Zur weiteren Vertiefung und Eroerterung dieser Thematik stehen fuer Schuelergruppen Arbeitsblaetter zur Verfuegung. Weitere Infomationen: Schulraetin HERTA KECK, Tel.: Wien, 4798692.

Am 16. Maerz 1997 eroeffnete das Nordwestdeutsche Schulmuseum die Sonderausstellung "Die Schule und der Winter; Bilder und Botschaften - Wuensche und Wirklichkeiten". Naehere Angaben unter Tel.: 04453/1381.

"Der Ottweiler Schulweg" lautete die Sonderausstellung des Saarlaendischen Schulmuseums Ottweiler, die vom 15. September bis zum 15. November 1996 gezeigt wurde. Sie veranschaulichte anhand ausgewaehlter Ottweiler Schulhaeuser die Geschichte des Schulhausbaus vom 18. bis zum 20. Jahrhundert in einer deutschen Kleinstadt.

Die Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen Instituts fuer Internationale Paedagogische Forschung und die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin zeigte vom 10. September bis 8. November 1996 die Ausstellung "Wie das Kind sein soll - Kinderbuecher als Quelle bildungsgeschichtlicher Forschung".

Sonstiges:

Aufgrund eines Umzugs ist das Heimatmuseum in Kuenzelsau derzeitig geschlossen. Das neue Stadtmuseum soll voraussichtlich am 25.11.1998 eroeffnet werden. Detaillierte Infomationen bezueglich der Integration des Bereichs "Schule" liegen noch nicht vor.

Seit Mai 1996 gehoert das Peiner Schulmuseum zum Kreismuseum Peine. Dort wurde ein altes Schulzimmer eingerichtet, in dem mittwochs von Schulklassen "Fraeulein Kuennemann, Schulunterricht wie frueher" gebucht werden kann. Zudem verfuegt das Kreismuseum ueber eine umfangreiche Schulbuchsammlung sowie ueber eine vollstaendig erhaltene Lehrerbibliothek eines Landkreisorts aus den 30er Jahren diesen Jahrhunderts. Die genaue Adresse lautet: Kreismuseum Peine, Stederdorfer Str. 17, 31224 Peine, Tel.: 05171/401-500, 506 und 423, Fax: 05171/401575.

Den Tausch oder auch kostenlose Duplikate von u.a. Schulbuechern, Romanen sowie fachspezifischer Literatur (Paedagogik-, Psychologie-, Philosophie-, Politik-, Oekonomiebuecher) aus der ehemaligen DDR bietet das Westsaechsische Schulmuseum Leipzig, Hohe Strasse 45, 04107 Leipzig, Tel.: 0341/2130568, anderen Schulmuseen sowie weiteren Interessenten an. Bezueglich der Auswahl und der Abholung wird um eine telefonische Absprache gebeten. Weitere Informationen unter der obigen Adresse.

In Vorbereitung ist ein Katalog des Schulmuseums Bozen ("Museo della Scuola di Bolzano"). Kontaktadresse: Comune di Bolzano, vicolo Gumer 7, I - 39100 Bolzano-Bozen.



INTERNATIONAL STANDING CONFERENCE FOR THE HISTORY OF EDUCATION (ISCHE)

ISCHE XIX: Faiths and Education. Historical and Comparative Perspectives (1500-1997)

Dublin, Ireland, Wednesday 3th to Saturday 6th September 1997.

Conference President: PROF. DR. JOHN COOLAHAN, St Patrick's College, Education Department, Maynooth, County Kildare, Ireland. Conference Secretary: Lily Fahy, Phone & Fax: +353-1-6289498.

Fuer weitere Informationen vgl. Rundbrief 2/1996. Unter der o.a. Adresse ist auch ein ausfuehrliches Programmheft mit den Abstracts der 'Plenary Lectures' erhaeltlich.



ARBEITSKREIS VORMODERNE ERZIEHUNGSGESCHICHTE (AVE)

Jugend in der Vormoderne - 6. Interdisziplinaeres Symposion des Arbeitskreises Vormoderne Erziehungsgeschichte in Berlin, Humboldt-Universitaet, 6. bis 8. Maerz 1997

Das sechste Symposion des Arbeitskreises Vormoderne Erziehungsgeschichte (AVE) fand vom 6. bis 8. Maerz in der Humboldt-Universitaet zu Berlin statt. Vorbereitet und ausgerichtet wurde es von Prof. Dr. JOHANNES CHRISTES, Dr. KLAUS-PETER HORN und Prof. Dr. MICHAEL PARMENTIER. Die insgesamt 12 Beitraege waren in mehreren Bloecken gruppiert.

Im Einleitungsteil nahmen K.-P. HORN und Prof. Dr. WALTER HORNSTEIN, Muenchen, den modernen sozialwissenschaftlichen Diskurs auf und setzten ihn in Beziehung zur historischen Jugendforschung. Dabei wurde einerseits deutlich, dass "Jugend" ein spezifisch modernes, paedagogisiertes Phaenomen ist; andererseits betonten die Referenten die Notwendigkeit, mit modernen Fragestellungen an die Geschichte der Jugend auch in der vorindustriellen Zeit heranzugehen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauspraeparieren zu koennen.

Den zweiten kleinen Block bildeten zwei Beitraege, die sich der Sicht auf Jugend im rabbinischen Judentum (Dr. RACHEL MONIKA HERWEG, FU Berlin) und im fruehen Christentum (Prof. Dr. MICHAEL KLOECKER, Koeln) zuwandten. In den jeweiligen zentralen Texten wurde Jugend in sehr unterschiedlichem Masse beruecksichtigt. Waehrend in der fruehchristlichen Literatur Kindheit und Jugend kaum thematisiert wurden, erfuhren beide im Judentum deutlich hoehere Beachtung bis hin zu entwicklungstheoretischen Ueberlegungen.

Nach diesen eher kontextuell bestimmten Vortraegen folgte das Symposion entgegen einer sonst ueblichen Einteilung versuchsweise einer umgekehrten Chronologie von der Fruehen Neuzeit zurueck zur Antike - mit durchaus ueberraschenden Befunden. Den Auftakt dieser Reihe machte M. PARMENTIER, der dem Motiv des Verlorenen Sohnes in der Malerei des 16. Jahrhunderts nachspuerte und dabei die These entwickelte, dass die auffaellige Vorliebe der Maler und Stecher fuer die Szene, die den Verlorenen Sohn bei den Huren zeigt, einen Reflex darstellt auf die historische Rolle des Bordells im Leben der jungen unverheirateten Maenner. Dr. MARKUS MEUMANN, Halle, referierte ueber unversorgte Kinder und Jugendliche in der Fruehen Neuzeit und die Versuche, mit der Einrichtung von Findel-, Waisen- und Kinderhaeusern nicht nur eine repressive Ordnungs- und Sozialpolitik zu betreiben, sondern durch Unterricht und andere paedagogische Massnahmen Entwicklungschancen zu erhoehen. PD Dr. JOHANNES KOEHLER, Hildesheim, stellte in eindringlicher Weise die Schuelergespraeche des Erasmus v. Rotterdam vor, in denen Jugend realitaetsnah und plastisch geschildert wurde, wobei auch die "Modernitaet" Erasmus' zum Ausdruck kam. Prof. Dr. ERIKA KARTSCHOKE, FU Berlin, richtet ihre Aufmerksamkeit auf Lebens- und Verhaltensentwuerfe fuer Maedchen in der deutschen Literatur des 16. Jahrhunderts, in der die Ehe oberstes Ziel war und die Ehefrau durchaus gebildet sein sollte, um dem gelehrten Manne ein angenehmes Heim bereiten zu koennen. Dr. EDMUND HERMSEN, Marburg, schliesslich fuehrte mit seinem Beitrag in das Hoch- und Spaetmittelalter, wo dann Forschungsdesiderata nicht mehr zu uebersehen waren. Hier liegen bislang lediglich Teilstudien vor, deren Integration in einem kurzen Vortrag nicht geleistet werden konnte.

Den abschliessenden Block bildeten drei Vortraege zur Jugend in der Antike. J. CHRISTES diskutierte in seinem sehr anregenden Beitrag die Frage, ob es im antiken Rom so etwas wie "Jugend" gegeben habe, wobei er nahe an den Fragestellungen und Begriffen, die in den Einleitungsreferaten angeschnitten wurden, argumentierte. Auf der Basis von Catull, Ovid oder Livius gelangte er zu der These, dass es in den oberen Staenden der roemischen Gesellschaft im 1. vorchristlichen Jahrhundert zu einer Entwicklung kam, in der sich ein der Moderne durchaus verwandtes Phaenomen "Jugend" einstellte, das sich jedoch nicht in einer eigenen Terminologie niedergeschlagen hat. Dr. ROLAND BAUMGARTEN, HU Berlin, gab einen grossformatigen Einblick in Sozialisationsformen im antiken Griechenland und verdeutlichte am Beispiel der Paederastie, dass der Wechsel vom Status des Kindes zum Erwachsenenstatus einen wichtigen Enkulturationsprozess darstellt, wobei Paederastie paedagogisch als Feld fuer soziale Interaktionen zu begreifen sei, in denen die Normen und Verhaltensweisen vorgestellt und zugleich eingeuebt werden konnten. Der letzte Vortrag von Prof. Dr. ERHARD WIERSING, Detmold, widmete sich dem Bild des griechischen Juenglings zwischen Ideal und Wirklichkeit und betonte die Idealbilder griechischer Jugendlichkeit als Herausforderung fuer die heutige Bildungs-theorie.

Das abschliessende Resuemee im Rueckblick auf den Gesamtverlauf der Tagung erwies sich als januskoepfig. Ausgehend von einem doch erheblichen Forschungsdefizit zum Thema Jugend in der vorindustriellen Zeit war die Tagung ein erster Versuch, im interdisziplinaeren Gespraech Forschungsergebnisse auszutauschen und neue Forschung anzuregen, der jedoch mehr Fragen eroeffnete als er beantworten konnte. Im Rueckblick zeigte sich das 6. Symposion des AVE also eher als Einstieg in eine Forschungsfrage denn als resuemierende Tagung, so dass der Entschluss gefasst wurde, die naechste Tagung des AVE im Herbst 1998 zum gleichen Thema zu veranstalten, um dann erweiternde und ergaenzende Beitraege insbesondere zum Mittelalter und zur Fruehen Neuzeit zu praesentieren.

Ansprechpartner fuer diese naechste Tagung des AVE ist Prof. Dr. KLAUS ARNOLD, Universitaet der Bundeswehr, Professur fuer Mittelalterliche Geschichte, D-22039 Hamburg.

KLAUS-PETER HORN


3. Aus der Forschung


Fragebogen zur Dokumentation bildungshistorischer Forschungsprojekte

Die regelmaessig bei der Redaktion eingehenden Forschungsberichte werden nach Moeglichkeit - unter dem Vorbehalt kleinerer redaktioneller Aenderungen - im jeweils folgenden Heft veroeffentlicht.

Wir bitten alle Kollegen, bei der Darstellung der Forschungsprojekte einen Umfang von Fragebogen und einer zusaetzlichen Seite nicht zu ueberschreiten.

Sie koennten uns die Arbeit sehr erleichtern, wenn Sie die Berichte als Manuskript und als Datei (Winword, Word o.ae.) einreichen.

Der Fragebogen kann selbstverstaendlich an alle Interessenten weitergegeben werden!



Auf dem Weg in die buergerliche Gesellschaft. Joseph Maier und die juedische Volksschule im Koenigreich Wuerttemberg

1. Name/ Anschrift/ Institut

SIEGFRIED DAESCHLER-SEILER, Jakob-Boehme-Weg 5, 70378 Stuttgart; Institut fuer Erziehungswissenschaft, Fakultaet I; Paedagogische Hochschule; Postfach 220; 71602 Ludwigsburg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Auf dem Weg in die buergerliche Gesellschaft. Joseph Maier und die juedische Volksschule im Koenigreich Wuerttemberg

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Im ausgehenden 18. Jahrhundert und zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzog sich in Deutschland die Transformation der feudalen Gesellschaft in die buergerliche Gesellschaft. Dieser Wandel betraf auch die Juden. Die meisten von ihnen fuehrten ein Leben in bitterer Not am Rande der Gesellschaft, wo sie die "geduldeten Ausheimischen" waren. Nach dem Willen des Staates sollte dies im neu errichteten Koenigreich Wuerttemberg anders werden. Einen wichtigen Beitrag zur Entstehung der buergerlichen Gesellschaft leisteten die Volksschulen, indem sie den Zugriff auf die Schriftkultur erheblich ausweiteten. Damit wurden sie zu einem Teil des Fundaments der neuen Zeit, in der sich das Interaktionspotential der Gesellschaft vergroesserte. In diesen Prozess wurden die 1806 zu Wuerttemberg gekommenen Landjuden hineingezogen, was bei ihnen zu erheblichen Irritationen fuehrte. Nach einer Zwischenzeit der ungeklaerten Verhaeltnisse ordnete der Staat fuer die juedischen Kinder eine staatlich beaufsichtigte Volksschule an, die die traditionelle juedische Bildung abloeste. Reformjuden forcierten diesen Prozss, um die buergerliche Integration voranzutreiben. Im Zentrum stand dabei JOSEPH MAIER, der erste Stuttgarter Rabbiner. Er stammte aus Laudenbach, heute zu Weikersheim gehoerend, wo er 1797 geboren wurde. Nachdem er in Niederstetten und in Fuerth zunaechst eine traditionelle juedische Bildung erhielt, studierte er spaeter in Heidelberg und promovierte anschliessend in Tuebingen. 1831 wurde er zum theologischen Mitglied der "israelitischen Oberkirchenbehoerde" berufen, 1834 zum ersten Stuttgarter Rabbiner ernannt. In der Funktion als Rabbiner und Kirchenrat hat er sich zunaechst um organisatorische Fragen und die Einteilung der juedischen Gemeinden in Rabbinate gekuemmert. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Reform des Gottesdienstes und die Entwicklung der juedischen Volksschule. Er verfasste mehrere Schulbuecher fuer den Religionsunterricht: ein Spruchbuch, ein Konfirmandenbuch, ein Gesangbuch fuer Schule, Familie und Synagoge und ein Lehrbuch. Zudem wirkte er mit an der Pruefung der Vorsaenger. In der Folgezeit beschaeftigten immer wieder Schulfragen die "israelitische Oberkirchenbehoerde".

MAIER war darueber hinaus ein in Deutschland bekanntes Mitglied der juedischen Reformbewegung um ABRAHAM GEIGER. Er gehoerte zu den Herausgebern der "Wissenschaftlichen Zeitschrift fuer juedische Theologie". Die erste Rabbinerversammlung von 1844, die in Braunschweig stattfand, waehlte ihn zu ihrem Praesidenten, was in der juedischen Geschichtsschreibung weitgehend verschwiegen wird. Vom wuerttembergischen Koenig wurde er als erster Rabbiner Deutschlands geadelt. 1873 starb MAIER in Stuttgart als "Kirchenrath Dr. Joseph von Maier, Rabbiner in Stuttgart". Auf dem Hoppenlau-Friedhof wurde er beigesetzt.

Neben MAIERS Arbeit fuer die juedischen Volksschulen werden in dem Buch noch einige andere Aspekte beleuchtet. In Stuttgart gab es einen fruehen, aber gescheiterten Versuch, eine juedische Realschule zu gruenden. Die Entwicklung der juedischen Volksschulen in Wuerttemberg wird in einem Ueberblick dargestellt, verbunden mit Ueberlegungen zur Schulgeschichtsschreibung. Am Beispiel eines sogenannten "Judendorfes", Talheim bei Heilbronn, wird die konkrete Schulgeschichte einer wuerttembergischen Landgemeinde, in der es im 19. Jahrhundert drei Volksschulen gab, nachgezeichnet.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Wuertt. Landesbibliothek, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Universitaetsarchiv Tuebingen, Bibliothek der Hochschule fuer juedische Studien Heidelberg, Gemania Judaica Koeln, weitere Archive und Bibliotheken: z.B. Stadt- und Universitaetsbibliothek Frankfurt am Main etc.

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Manuskript abgegeben am 12.8.96

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation; erscheint im September 1997 bei Klett-Cotta in der Reihe "Veroeffentlichungen des Stadtarchivs Stuttgart"



The pedagogization of the West (1750-2000)

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. MARC DEPAEPE, Vesaliusstraat 2, B-3000 Leuven (Belgium), K.U. Leuven

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

The pedagogization of the West (1750-2000). A conceptual framework for the study of the development of the educational mentality in Western Europe and Northern America

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

The history of education shows an relatively great amount of educational paradoxes which haven't been studied thoroughly yet. One of the most important is probably the observation that rather simplistic reasoning with regard to the emancipatory power of education, as can be found, for example, in the blueprints of the Enlightment, does not hold up. The increased educational activity since the Modern Period, called "pedagogization", seemed of itself in no way to guarantee greater emancipation of the individual. Hence the attempt of several researchers to use the attractive theories of social philosophers like MICHEL FOUCAULT and NORBERT ELIAS to explain the nature and tendency of the history of Western education. Up to now, the rather stringent "application" of normalization and civilization paradigms, however, has led to a rather negativistic coloring of the educational history. To understand the true nature of the history of Western civilization, I think, we, as historians of education, will have to strive more and more to develop intermediary theories and concepts on the basis of research in the history of education itself. In order to increase the theoretical strength of the history of education, we do want to analyse, describe and demonstrate the process of "pedagogization" in Western Europe and Northern America since the second half of the XVIIIth Century.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

1998

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Book



Everyday-life in Belgian primary schools 1880-1970

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. MARC DEPAEPE, Vesaliusstraat 2, B-3000 Leuven (Belgium), K.U. Leuven

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Everyday-life in Belgian primary schools 1880-1970

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

This research wants to reconstruct everyday-life inside the (primary) school and classroom. We pay attention to the determinants of school- and classculture being rooted in the temporal and spatial environment, representing, as it were, the rituals of school life: the school timetable, fractionizing the program into schooltime, terms, playtime and holidays, the school architecture, school furnishings, the class equipment, the number of students, the age-graded system, the panoptical view, the internal hierarchy within the school, the 'pedagogical-didactical' dealing with children, the so-called educational relationship, the authority of the teacher, the recurrent sanctioning interventions, such as exams, prizegiving ceremonies, etc.

To make sure not to lose ourselves in this almost unfeasible task, we have chosen to focus on three "key-peroids" of the history of Belgian elementary education: the eighties of the 19th century, the interwar period and the sixties of the 20th century.

We do not aim an encyclopedic study of all subjects and programmes, but an analysis of the contextuality in which the pedagogical work between teacher and student was being shaped. In the field of the methodology, it presupposes a constant linking of day-to-day structure(s) in the class to big social developments. Of course, interpretations should not be given undicriminately, but could be based on the large theoretical frames provided by social history, historical sociology and history of education itself, like the normalization, civilization, and pedagogization paradigms. In this way, our conceptualization can have a theoretical surplus value, amply surpassing the spatial and temporal limitations of the research.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

1998

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Teamwork with F. SIMON, M. DE VROEDE, J. VANDERHOEVEN, R. VANDENBERGHE and others; Book and Articles



From a normative to a normless pedagogy? The case of Flanders, 1945-2000

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. MARC DEPAEPE, Vesaliusstraat 2, B-3000 Leuven (Belgium), K.U. Leuven

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

From a normative to a normless pedagogy? The case of Flanders, 1945-2000

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

The fundamental question of this research is: did the secularization of pedagogy automatically lead to the abandoning of educational norms? We are convinced that such a history of science question should be framed in the socio-historical context, and that no simple answers can be provided to that matter. As a kind of case-study, we have chosen the situation in Flanders, where, anno 1945, the normative catholic pedagogy still dominated.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

2000

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Book (with P. SMEYERS)



The educational memory of Flanders

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. MARC DEPAEPE, Vesaliusstraat 2, B-3000 Leuven (Belgium), K.U. Leuven

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

The educational memory of Flanders. Inventorying, unsealing and valorization of unique sources for the history of education

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

In contrary to our surrounding countries the sources for the history of education in Flanders are gross neglected by the government. Yet the demand for this kind of materials has increased, thus revealing a genuine hiate. Therefore the "Archives and Documentation Center for the History of Education" of the University of Leuven and the "Collection of History of Education" of the University of Ghent collaborated to file the collective educational memory of Flanders. The project includes the acquisition, conservation, inventorying and valorization of the main sources for the history of education, such as schoolbooks, educational journals and monographies, archives from persons, associations and institutions, didactical material, and audio-visual media.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

1999

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Teamwork with Prof. Dr. F. SIMON, co-promotor; CD-ROMS, Catalogues, Bibliographics, etc.



Das Schulhaus - Entwicklungsetappen im Rahmen der Geschichte des Bauern- und Buergerhauses sowie der Schulhygiene

1. Name/ Anschrift/ Institut

Dr. MICHAEL FREYER; Eythstrasse 27; 91058 Erlangen; Institut fuer anthropologisch-historische Bildungsforschung der Universitaet Erlangen-Nuernberg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Das Schulhaus - Entwicklungsetappen im Rahmen der Geschichte des Bauern- und Buerherhauses sowie der Schulhygiene

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Das Buch erlaeutert die Entwicklung und Durchsetzung des modernen einfunktionalen Schulhauses und bezieht sich dabei auf den Zeitraum "Mittelalter bis Ende des 19. Jahrhunderts". Ueber 300 Abbildungen, vorwiegend alter Schulbauplaene, wurden in die Arbeit einbezogen. Die Durchsetzung des modernen speziellen Schulhauses wird mit statistischen Methoden ermittelt. Die Arbeit bezieht sich auf alle Schularten. Die Entwicklung wird exemplarisch fuer Deutschland an den Regionen Bayerns demonstriert. Ausserdem werden die zeitspezifischen Probleme des schulischen Alltags fuer Schueler und Lehrer aufgezeigt. Selbstverstaendlich sind dabei auch Fragen der Schulhygiene und des schulischen Umfeldes miteinbezogen, ebenso Fragen der Inneneinrichtung der Lehrstuben. Durch Rekurse auf die allgemeine Baugeschichte, gelang es, die regionalen Besonderheiten des Schulhausbaus herauszufinden. Das Buch entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Institut fuer Geschichte der Medizin der Universitaet Wuerzburg und mit dem Architekturmuseum der TU Muenchen (Prof. Dr. WINFRIED NERDINGER). Diese Studie wird von Prof. Dr. med. Dr. phil. GUNDOLF KEIL (Universitaet Wuerzburg) und von Prof. Dr.-Ing. WINFRIED NERDINGER herausgegeben.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Visitationsakten, Schul- und schulbaugeschichtliche Akten sowie Bauplansammlungen aus kommunalen, privaten und staatlichen Archiven Bayerns (Akten aller bayerischen Staatsarchive); Literatur zur allgemeinen Baugeschichte und Bildmaterial zur regionalen Baugeschichte; Beruecksichtigung von mehr als 1200 Orten; Spezialliteratur zur Schul- und Schulbaugeschichte, die Arbeit ist aber primaer quellenorientiert.

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Das Projekt ist abgeschlossen.

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Grundlage fuer eine weitere wissenschaftliche Qualifikation.

7. Zusaetzliche Erlaeuterungen

Das Buch wird im Mai 1997 vom Wissenschaftsverlag Richard Rothe, Passau, ausgeliefert; ca. 370-400 Seiten, ca. 148,-- DM.



Edition einer Briefauswahl aus der Korrespondenz Wilhelm Flitner (1909-1926)

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. ULRICH HERRMANN, Universitaet Ulm, Seminar fuer Paedagogik, 89069 Ulm; Dr. EDITH GLASER, Universitaet Halle, Institut fuer Paedagogik, Franckeplatz 1, H.24, 06110 Halle; Dr. MEIKE WERNER, Vanderbilt Univ., Dept. of German Literature, Nashville TN 37236, USA

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Edition einer Briefauswahl aus der Korrespondenz Wilhelm Flitner (1909-1926)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

WILHELM FLITNER (1889-1990) gehoert zu den herausragenden akademischen Vertretern der reformpaedagogischen Bewegung in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. FLITNER hat die Volkshochschul- und Erwachsenenbildungsbewegung massgeblich mitgestaltet; er hat seit 1926 als Professor an der Paedagogischen Akademie Kiel und seit 1929 an der Universitaet Hamburg die systematishe Grundlegung der Allgemeinen Paedagogik erarbeitet und als Schriftleiter bzw. Mitherausgeber der Zeitschrift "Die Erziehung" seit 1925 der Paedagogik als Wissenschaft zu hohem Niveau verholfen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat er der Bildungstheorie und Gymnasialreform bis zum Ende der 50er Jahre massgebliche Impulse und Einsichten vermittelt und u.a. in den Gremien der WRK und KMK entscheidende bildungspolitische Akzente gesetzt.

Die im Laufe von ca. 75 Jahren an FLITNER gerichteten Briefe sind saemtlich im Original in seinem Privatbesitz erhalten geblieben, desgleichen die komplette Redaktionskorrespondenz der Zeitschrift "Die Erziehung" und die Korrespondenzen der Jahre 1945ff. Diese Briefe und Korrespondenzen stellen eine bislang unausgeschoepfte, ungewoehnlich reiche Quelle zur Geschichte der Reformpaedagogik und Bildungspolitik nach den beiden Weltkriegen, zur freideutschen Jugendbewegung vor und nach dem Ersten Weltkrieg sowie zur Disziplingeschichte der Erziehungswissenschaft dar.

Bei dem geplanten Vorhaben im Rahmen der bei Schoeningh erscheinenden "Gesammelten Schriften" WILHELM FLITNERS, eine Auswahl aus diesen Briefsammlungen zu edieren, liegt der Schwerpunkt auf den Briefbestaenden und Korrespondenzen, die fuer seine intellektuelle Biographie, fuer die Wissenschaftsentwicklung der Paedagogik und die Bildungspolitik von besonderer Bedeutung waren.

Mit der kommentierten Edition ausgewaehlter Korrespondenzen aus diesen Briefsammlungen kann ein fuer die Erforschung der Bildungsgeschichte und der Wissenschaftsgeschichte seit dem Ersten Weltkrieg grundlegender Beitrag geleistet werden. Denn es gibt keine private Briefsammlung in der Paedagogikgeschichte des 20. Jahrhunderts - auch nicht von SPRANGER oder NOHL -, die in so dichter Weise die Kontinuitaet paedagogischer Fragestellungen und bildungspolitischer Wirksamkeit vom Hohenrodter Bund bis zum Deutschen Ausschuss fuer das Erziehungs- und Bildungswesen, von den Paedagogischen Akademien in Preussen bis zur Etablierung der Allgemeinen Paedagogik als Universitaetsdisziplin nach 1945, von der Jugendbewegung vor dem Ersten Weltkrieg bis zu den bildungstheoretischen Konzeptionen nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert und reflektiert.

Im ersten Teil dieses Vorhabens wurden Korrespondenzen aus den Jahren 1909 bis 1926 ausgewaehlt und erlaeutert, die in zwei Baenden herausgegeben werden:

Band 1: 1. Studienzeit und Serakreis 1909-1914; 2. Kriegsjahre 1914-1918

Band 2: 1. Mitarbeit in der Volksbildungsbewegung (1919-1926): VHS Jena und Thueringen, Hohenrodter Bund, Weltbund fuer Erwachsenenbildung, Deutsche Schule fuer Volksforschung und Erwachsenenbildung; 2. Redaktion und Herausgabe der "Erziehung" (1923-1926)

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Privatarchiv Wilhelm Flitner, Nachlaesse in oeffentlichen und privaten Archiven

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Ende 1996/Anfang1997

6. Zusaetzliche Erlaeuterungen

Bd. 1 : Bearbeiterin MEIKE WERNER; Bd. 2 : Bearbeiterin EDITH GLASER

Das Vorhaben wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefoerdert.



Sicherung des Nachlasses des Koelner Buehnen-Autors und Regisseurs Klaus Rohr (1907-1988)

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. HEINRICH KRONEN (em.o.), Adolph-Kolping-Strasse 11, D-50226 Frechen

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Sicherung des Nachlasses des Koelner Buehnen-Autors und Regisseurs KLAUS ROHR (1907-1988)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Der Dramaturg KLAUS ROHR, geb. 1907 in Koeln-Deutz, gest. 1988 in Frechen bei Koeln, war Schauspieler und Regisseur in verschiedenen Staedten des heutigen Nordrhein-Westfalen. Er begruendete ca. 1950 in Koeln ein Kindertheater. Er verfasste ca. 40 Buehnenwerke, darunter Stuecke fuer Kinder und etwa ein Dutzend sogenannter "Divertissementchen" - eine Art "Musical" in koelnischer Sprache, aufgefuehrt jeweils vom renommierten 'Koelner Maenner Gesang Verein'. ROHR war bei seinen und bei anderer Autoren "Divertissementchen" Regisseur. Schon zu seinen Lebzeiten wurde im Historischen Archiv der Stadt Koeln ein "Depositum" fuer seine Schriften angelegt. Die Aufgaben des Bearbeiters (KRONEN) liegen darin: den Nachlass in das vorhandene Material des Depositums einzuarbeiten; das Gesamtmaterial zu ordnen; eine systematische Uebersicht herzustellen; eine erste Biographie von KLAUS ROHR zu schreiben und diese dem Depositum beizufuegen; durch Publikationen auf das Depositum hinzuweisen und ggf. weitere Bearbeitung anzuregen.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Beginn der Arbeit: Fruehjahr 1994; Voraussichtlicher Abschluss: Fruehjahr 1997



Erziehungskonzepte der Haskala

1. Name/ Anschrift/ Institut

UTA LOHMANN M.A., Mottenburger Str. 1, 22765 Hamburg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Erziehungskonzepte der Haskala - das Beispiel DAVID FRIEDLAENDER (1750-1834)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Von zentraler Bedeutung innerhalb der Erziehungskonzepte der Haskala, der juedischen Aufklaerung, ist die Bildungsvorstellung DAVID FRIEDLAENDERS, der der fuehrende Kopf der "Berliner Haskala" in der Generation nach MOSES MENDELSSOHN war. An seinen Schriften wird besonders deutlich, dass und in welchem Masse die Haskala ein Erziehungsprogramm war, mithilfe dessen sich die Juden aktiv in die Gestaltung der Moderne einschalteten. FRIEDLAENDER verband zu diesem Zweck Elemente der juedischen Tradition mit solchen aus den zeitgenoessischen paedagogischen und theologischen Diskursen, speziell mit dem Philanthropismus und der Idee einer allgemeinen Vernunftreligion. Die Zwaenge und strukturellen Konflikte, denen der Prozess der rechtlichen Gleichstellung unterlag, aber auch die innerjuedischen Auseinandersetzungen zwischen Traditionalisten und Maskilim (jued. Aufklaerern) fanden ihren Niederschlag in FRIEDLAENDERS Biographie und Werk in besonders ausgepraegter Weise. Bis heute gilt er als eine der umstrittensten Figuren der Haskala. Die These des Projekts lautet, dass die Schriften FRIEDLAENDERS als Bestandteil einer aktiv und bewusst als solcher gestalteten aufklaererischen Erziehungspraxis interpretiert werden muessen. Ziel des Projekts ist die Interpretation der Haskala im Lichte dieser These, und zwar mit Schwerpunkt auf dem Werk DAVID FRIEDLAENDERS.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Gedrucktes Quellenmaterial: Schriften FRIEDLAENDERS und anderer Maskilim, Aufsaetze aus der hebr. Zeitschrift "Hameassef"; Archivalien: Akten des Koeniglichen Oberschuldepartements, des Generaldirektoriums, des Ministeriums der Geistlichen-, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten (Geheimes Staatsarchiv, Preussischer Kulturbesitz, Berlin); Akten der juedischen Gemeinde zu Berlin (Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem).

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Ende 1998 / seit Fruehjahr 1996

7. Zusaetzliche Erlaeuterungen

Das Projekt wird betreut von: Prof. Dr. INGRID LOHMANN, Institut fuer Allgemeine Erziehungswissenschaft, Universitaet Hamburg, Fachberich Erziehungswissenschaft, Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg; Prof. Dr. MICHAEL BROCKE, Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut fuer juedische Studien Gerhard-Mercator-Universitaet Duisburg; Fachbereich 1, Lotharstr. LF; 47048 Duisburg.



"Sowjetpaedagogik" in Deutschland

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. CHRISTINE LOST, Universitaet Ulm, Seminar fuer Paedagogik, 89069 Ulm (Prof. Dr. ULRICH HERRMANN)

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

"Sowjetpaedagogik" in Deutschland: Das deutsche Phaenomen "Sowjetpaedagogik" und seine Wirkung in der SBZ/DDR seit 1945; DFG-Projekt

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Der Gegenstand der Untersuchung sind die als "Sowjetpaedagogik" zusammengefassten und strukturierten Elemente von Paedagogik, Bildungspolitik und Bildungspraxis und deren Wirkung in der Bildungsgeschichte der SBZ/DDR. Der durch die Bildungsprogrammatik produzierte Mythos "Sowjetpaedagogik", seine tatsaechliche Substanz und seine Realitaet im Bildungswesen und Bildungsalltag der SBZ/DDR wird in seiner Konstitution, Entwicklung und Wirkung beschrieben. Die relative Abgeschlossenheit der damit verbundenen Prozesse bietet eine zusammenfassende Sicht an, die durch die Oeffnung der Archive erstmalig so moeglich ist.

Die Untersuchung befasst sich mit der Genese des Begriffes "Sowjetpaedagogik", mit Prozessen seiner Konstituierung als Deutungssystem sowie seiner Instrumentalisierung als appellatives System und politisches Steuerungssystem seit 1945 und der entsprechenden Wirkungen sowie mit der Pruefung seiner Elemente hinsichtlich ideologischer Fixierung und innovativer Oeffnung anhand einer Phasenanalyse.

Von besonderer Bedeutung sind Literaturanalysen, Archivrecherchen und Aussagen von Zeitzeugen (autobiographische Berichte, Biographien, Befragungen), die genauer bestimmen,

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Folgende Materialien spielen eine besondere Rolle: intern oder regional veroeffentlichte Erinnerungsberichte und Berufsbiographien, Anleitungs- und Fachliteratur fuer die Schulpraxis, paedagogische Zeitschriftenliteratur. Genutzt wurden Bestaende aus folgenden Archiven: Bundesarchiv/Aussenstelle Potsdam (Bestaende des Archivs des Ministeriums fuer Volksbildung der DDR und seiner Vorlaeufer), Bundesarchiv/Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR (Bestaende des Parteiarchivs, des Gewerkschaftsarchivs, des Archivs der DSF und der FDJ), DIPF/ Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung/ Archiv (Bestaende des Deutschen Paedagogischen Zentralinstituts und der Akademie der Paedagogischen Wissenschaften), Stadtarchiv Loebau (Bestand Volksbildung und Schulen), Russisches Zentrum fuer die Bewahrung und Erforschung von Dokumenten der neueren Geschichte (Bestand des Bereiches Agitation und Propaganda im okkupierten Ausland des ehemaligen KPdSU-Archivs in Moskau), Staatliches Archiv der Russischen Foederation (Bestand Auslandsverbindungen des Ministeriums fuer Volksbildung), Archiv der Russischen Akademie fuer Bildung ( Bestand der Abteilung Internationale Zusammenarbeit der Akademie der Paedagogischen Wissenschaften Russlands bzw. der UdSSR).

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

1997/98 (z.Zt. abschliessender Zwischenbericht zum Bewilligungszeitraum 1994/96 und Verlaengerungsantrag)

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Studie (Buchpublikation)



Die deutschen Fuerstenspiegel als "Bildungslektuere"

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. RAINER A. MUELLER, Professur fuer Geschichte der Fruehen Neuzeit, Katholische Universitaet Eichstaett, Universitaetsallee 1 85072 Eichstaett

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Die deutschen Fuerstenspiegel als "Bildungslektuere" (16.-18. Jahrhundert)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Auswertung der Fuerstenspiegelliteratur generell

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Archivbestaende nur zur Identifizierung der Autoren (Karrieren)

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

diverse Magisterarbeiten und Dissertationen

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

abgeschlossene Magisterarbeiten



Akademische Eliten in der Fruehen Neuzeit

1. Name/ Anschrift/ Institut

Prof. Dr. RAINER A. MUELLER, Professur fuer Geschichte der Fruehen Neuzeit, Katholische Universitaet Eichstaett, Universitaetsallee 1, 85072 Eichstaett

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Akademische Eliten in der Fruehen Neuzeit

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Akademisierung der Administrationen; Professionalisierung von Berufen

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Universitaetsmatrikeln; Beamtenlisten (raeumlich unbegrenzt auf das Deutsche Reich bezogen).

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

offen

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Projekt (ggfls. auch Tagung)



Hoehere Maedchenschulen im Koenigreich Wuerttemberg 1806 bis 1918

1. Name/ Anschrift/ Institut

KARIN DE LA ROI-FREY, Hacklaenderstr. 33a, 70184 Stuttgart

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Hoehere Maedchenschulen im Koenigreich Wuerttemberg 1806 bis 1918

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Grundlagenforschung zur Institutionsgeschichte, d.h. Gruendungs- und Etablierungsphase der Hoeheren Maedchenschulen. Beruecksichtigt werden konnten dabei die Aspekte:

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Grundlagenwerk: Desselberger, Julius: Geschichte des hoeheren Maedchenschulwesens in Wuerttemberg, 1916; vor allem: Schulgeschichten, Ortschroniken, Zeitungsbestaende, GR-protokolle, Kirchen-, Orts-, Schul- und Privatarchive, Biographien, Staatsarchiv, vereinzelte Aufsaetze, Erinnerungen beteiligter Personen, Kreisarchive und noch nicht verzeichnete Bestaende.

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

1997

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation



Das Verhaeltnis von Realschule und Technischer Bildung

1. Name/ Anschrift/ Institut

WILFRIED SCHLAGENHAUF, Dipl.Paed., Paedagogische Hochschule Freiburg, Fak. III, Fach Technik, Kunzenweg 21, 79117 Freiburg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Historische Entwicklungslinien des Verhaeltnisses von Realschule und Technischer Bildung. Von den Anfaengen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Obwohl die Realschule floriert und Technische Bildung eine gesicherte Position errungen hat, wurde der Realschulproblematik in ihrem Zusammenhang mit einer Allgemeinen Technischen Bildung bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Angesichts der Bedeutung, die der Fundierung eines Schulfaches zukommt, waere eine wissenschaftliche Reflexion dringend zu wuenschen. Insbesondere erscheint fuer eine sich ihrer Voraussetzungen bewusste Standortbestimmung die Klaerung historischer Hintergruende und Entwicklungslinien notwendig.

Auf der Grundlage eines geschaerften begrifflichen Instrumentariums werden wesentliche Stadien der Realschulentwicklung untersucht und ihr Zusammenhang mit Konzepten Technischer Bildung aufgezeigt. Durch die Klaerung des Problemfeldes und die Auswertung teilweise kaum erschlossenen Quellenmaterials soll weiterer Forschung der Weg gebahnt werden. Hauptgliederungspunkte:

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

verschiedene Universitaetsbibliotheken, insbesondere Freiburg, Halle, Konstanz

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

wird gerade abgeschlossen

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation



Paedagoginnen an Reformschulen

1. Name/ Anschrift/ Institut

ELLEN SCHWITALSKI, Lessingstr. 2, 33604 Bielefeld, Grad. Kolleg Paed. "Schulentwicklung an Reformschulen", Univ. Bielefeld

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Paedagoginnen an Reformschulen. Eine historische Untersuchung am Beispiel der Odenwaldschule (1910-1934)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Weibliche Ausbildungs- und Berufsverlaeufe im paedagogischen Arbeitsfeld zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterscheiden sich von denen der maennlichen Paedagogen in der Art der angestrebten (moeglichen) Berufsabschluesse, dem Zugang zu berufsbildenden Institutionen wie auch in der Ausgestaltung der Berufstaetigkeit. Die individuellen Interessen der Frauen ueberschneiden sich mit ihren paedagogischen und gesellschaftspolitischen Interessen. Die paedagogische Diskussion im ersten Drittel dieses Jahrhunderts ist gepraegt von einer kultur- und gesellschaftskritischen Haltung, die sich sowohl in Projekten der Erwachsenen- (Frauen-)bildung, als auch in der Neugruendung privater Reformschulen wie den Landerziehungsheimen niederschlug. Frauenbewegung, Jungendbewegung, Koerperkulturbewegung und Reformpaedagogische Bewegung sind direkte oder indirekte Orientierungspunkte fuer diese "kulturkritische Szene", zu der die Paedagoginnen der Odenwaldschule z.T. gezaehlt werden koennen.

Vornehmlich anhand der Quellen der Schularchive der Odenwaldschule und der (Exil-)Nachfolgeschule École d'Humanité in der Schweiz gehe ich den Berufsbiographien der an der Odenwaldschule bis 1934 beschaeftigten Lehrerinnen nach, um ein kollektives Bild des weiblichen Kollegiums zu entwerfen und damit den Einfluss der Paedagoginnen auf die Praegung der Odenwaldschule und ideengeschichtliche Zusammenhaenge der Bewegungen, bzw. der aus ihnen entstandenen Institutionen mit der Reformpaedagogik der Odenwaldschule zu bestimmen. Als Beitrag zur Geschichtsschreibung der Reformpaedagogik sind hier folgende Fragen von besonderem Interesse:

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Schularchive der Odenwaldschule, École d'Humanité/ Schweiz: Nachlass E. u. P. Geheeb; Archiv d. dt. Frauenbewegung Kassel: polit. Zeitschriften d. Frauenbewegung; div. Stadtarchive; Archiv Loheland

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

31.9.1997

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation



Prinzenerziehung in der 2. Haelfte des 19. Jahrhunderts

1. Name/ Anschrift/ Institut

Dr. YVONNE WAGNER, Steingrundweg 16, 60528 Frankfurt/M., Tel.: 069/676008; Historisches Seminar der Johann Wolfgang Goethe-Universitaet, Senckenberganlage 31, Postfach 111932, 60054 Frankfurt/M.

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Prinzenerziehung in der 2. Haelfte des 19. Jahrhunderts. Zum Bildungsverhalten des preussisch-deutschen Hofes im gesellschaftlichen Wandel

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Nur wenige Bildungshistoriker haben sich bisher mit der entscheidenden Frage auseinandergesetzt, ob und inwiefern die Zeit eines Uebergangs von adeligen Erziehungsidealen hin zu mehr buergerlich-neuhumanistischen dazu fuehrte, das Leistungsideal auch in der Prinzenerziehung zu staerken. Dabei bietet gerade die mutige wie extreme Paedagogik GEORG HINZPETERS, der von 1866 bis 1877 WILHELM VON PREUSSEN, den spaeteren Kaiser Wilhelm II., erzog, die seltene Chance, auf diese komplexe Frage eine umfassende Antwort zu finden. Denn nie zuvor hat ein Prinzenerzieher auf das Spannungsverhaeltnis zwischen ueberkommener preussischer Adelserziehung und moderner buergerlich-wissenschaftlicher Welt derart konsequent reagiert. Schliesslich will HINZPETER sein Bildungsideal realisieren und wagt dazu mit WILHELM ein aussergewoehnliches Experiment, das sich fuer die gesamte Prinzenerziehung als bahnbrechend erweisen sollte: Der geborene Prinz muesse sich schon frueh durch Eigenleistung fuer seine hohe Stellung qualifizieren, und zwar indem er im direkten Wettbewerb mit seinen buergerlichen Altersgenossen die "Herrschaft des Besten" (Aristokratie) garantiere. Somit besucht WILHELM seit Oktober 1874 ein oeffentliches Gymnasium, das sich zudem fern des Berliner Hofes im nordhessischen Kassel befindet. Dass er sogar im Januar 1877 gemeinsam mit seinen Klassenkameraden die Abitur-Pruefung ablegt, steht fuer das wesentliche Resultat: Der preussische Prinz durchlaeuft ein buergerlich-fortschrittliches Erziehungsprogramm, ohne dabei auf wichtige Komponenten der traditionellen Adelserziehung verzichten zu muessen.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

u.a. zahlreiche unveroeffentlichte Korrespondenzen, Gutachten, Denkschriften und Testamente der Erzieher, Eltern und Grosseltern sowie Briefe des Zoeglings im Bestand des Brandenburgisch-Preussischen Hausarchivs (Stiftung Preussischer Kulturbesitz, Archiv der hessischen Hausstiftung); bisher unbeachtete Lehrplaene und Zeugnisse in Akten der Schulbehoerde Kassel (hessisches Staatsarchiv Marburg)

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

abgeschlossen; die Arbeit ist unter dem oben angegebenen Titel im Verlag Peter Lang (Europaeische Hochschulschriften) erschienen; eine Kurzfassung, die im Archiv fuer Kulturgeschichte veroeffentlicht wird, ist in Vorbereitung

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation



Die Hamburger Lichtwarkschule

1. Name/ Anschrift/ Institut

JOACHIM WENDT, Metzer Str.10, 22049 Hamburg

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Die Hamburger Lichtwarkschule. Profil einer Reformschule im Rahmen des hoeheren Schulwesens waehrend der Weimarer Republik und in den ersten Jahren der NS-Zeit (1921-1937)

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

In meiner Dissertation bin ich der Frage nachgegangen, inwieweit es der Hamburger Lichtwarkschule gelang, Anregungen aus der reformpaedagogischen Bewegung (Gemeinschaftsgedanke, Arbeitsschule) mit zeitgenoessischen Reformbestrebungen aus dem Bereich des hoeheren Schulwesens (Kulturkundliches Unterrichtsprinzip, Deutsche Oberschule) zu verbinden und in eine eigenstaendige Schulpraxis umzusetzen. Um dieser Frage nachzugehen, zeichne ich in einem hinfuehrenden Teil zunaechst die schulpolitischen und paedagogischen Rahmenbedingungen nach, innerhalb derer sich die Lichtwarkschule entfalten konnte. Im Hauptteil meiner Dissertation stelle ich dann die konkrete Entstehungsgeschichte der Lichtwarkschule dar, die aus einer 1914 gegruendeten Realschule hervorgegangen war, und entfalte die paedagogischen und bildungstheoretischen Grundlagen der Lichtwarkschule, die sich die Betonung des Gemeinschaftsgedankens (Schulgemeinde) und des Arbeitsschulprinzips einerseits und eine kulturkundliche und musische Akzentsetzung andererseits auf die Fahnen geschrieben hatte. Ist somit das Programm der Lichtwarkschule geklaert, konnte ich bei der Rekonstruktion der Schulpraxis (Unterricht, Schulbuehne, Schuelerreisen) pruefen, inwieweit und auf welchem Wege diese paedagogischen Ansprueche realisiert wurden. Hierbei zeigte sich, dass der Kulturkundeunterricht, der die Faecher Deutsch, Geschichte und Religon umfasste, zum didaktischen Herzstueck der Lichtwarkschule wurde und sich durch Gegenwarts- und Problemorientierung auszeichnete, indem er die kritische Analyse zeitgenoessischer gesellschaftlicher Entwicklungen zum Gegenstand des Unterrichts machte und sich dadurch deutlich von deutschkundlichen Positionen abhob. Die musische Erziehung, die den Musik- und den Gestaltungsunterricht (Zeichnen, Werken) umfasste, sowie die taegliche Turnstunde an der Lichtwarkschule verstanden sich demgegnueber primaer als Ausgleichsunterricht zum vermeintlich kopflastigen Kulturkundeunterricht. Integraler Bestandteil der Schulpraxis waren nicht zuletzt die sorgfaeltig vor- und nachbereiteten Schuelerreisen, die von der Quinta an jede Klasse jaehrlich durchfuehrte. Gerade sie waren ein zentrales Feld fuer die angestrebte Erziehung zur Gemeinschaft, die darueber hinaus ganz wesentlich durch die Koedukation gefoerdert wurde.

Da Schule mehr ist als paedagogische Praxis, habe ich in meiner Arbeit auch den Versuch unternommen, sowohl ein Lehrer- als auch ein Schuelerprofil zu erstellen. Waehrend sich die Lehrerschaft trotz gemeinsamer Ablehnung der alten Lernschule als weitaus heterogener und zerstittener zeigte (insbesondere der marxistisch fundierte Kulturkundeunterricht einiger Lehrer gab Anlass zu heftigen Kontroversen), als bislang angenommen, konnte ich bei der Schuelerschaft feststellen, dass das Einkommensniveau der Eltern im Vergleich zu den uebrigen Hamburger Vollanstalten niedriger lag. Im Widerspruch zu dem allseits betonten Gemeinschaftsgeist der Schule steht der Umstand, dass nur ein kleiner Teil der Schuelerschft (etwa ein Zehntel) die Lichtwarkschule von der Sexta bis zur Oberprima durchlief, waehrend viele aus unterschiedlichen Gruenden bereits vorher abgingen bzw. erst spaeter in die hoeheren Klassen eintraten. Meine durchgefuehrte Befragung ehemaliger Lichtwarkschueler und -schuelerinnen, mit denen ich in Erfahrung bringen wollte, was im Erleben der Schueler und Schuelerinnen das besondere Kennzeichen der Lichtwarkschule war, zeigte ein relativ einheitliches Bild, indem die Befragten die Offenheit und Toleranz, den durch Koedukation und Schuelerreisen gefoerderten Gemeinsinn, das vertrauensvolle Lehrer-Schueler-Verhaeltnis sowie die in der Lichtwarkschule vermittelte Faehigkeit zum selbstaendigen Arbeiten und Urteilen als das Besondere der Lichtwarkschule hervorhoben. Waehrend die Darstellungen der NS-Zeit an der Lichtwarkschule bislang oft den Eindruck erweckten, dass die Veraenderungen ausschliesslich von aussen auf die Lichtwarkschule einwirkten, waehrend die "alte Lichtwarkschule" im Innern davon wesentlich unberuehrt blieb und so zu einem stillen Ort des Widerstands wurde, musste ich feststellen, dass diese Sicht der Korrektur bedarf, weil es einerseits auch aus dem Kreis des alten Kollegiums zu Anpassungstendenzen kam, waehrend andererseits das kritische Potential des Kulturkundeunterrichts zu einem Grossteil bereits am Ende der Weimarer Republik geschwaecht worden war. Die Akzentuierung der Kunsterziehung wiederum, die der neue Schuleiter nach 1933 fortsetzte und auszubauen versuchte, konnte nur deshalb gelingen, weil gerade ihr keine antinazistische Stossrichteng innewohnte. Auch wenn in der Tat mehrere Lichtwarkschueler nach Aufloesung ihrer Schule den Weg in den Widerstand fanden, ist eine augesprochen antinazistische Haltung innerhalb der Schueler- wie der Lehrerschaft nicht festzustellen. Allerdings bot die Lichtwarkschule offenbar den antinazistisch gesinnten Schuelern eine unpolitische Nische, so dass sie relativ resistent gegenueber nationalsozialistischen Vereinnahmungen blieb.

Neben der Rekonstruktion der Schulpraxis, des Lehrer- und Schuelerprofils sowie den Jahren waehrend der NS-Zeit versuchte ich in meiner Dissertation den paedagogischen Standpunkt der Lichtwarkschule genau zu verorten, indem ich Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu vergleichbaren Reformprojekten (Karl-Marx-Schule, Schulfarm Insel Scharfenberg, Deutscher Zug am Hamburger Wilhelm-Gymnasium) herausgearbeitet und die Resonanz der Lichtwarkschule innerhalb der nationalen und internationele Fachwelt sowie der Hamburger Oeffentlichkeit untersucht habe. Abschliessend wuerdige ich die Leistungen der Lichtwarkschule unter dem Gesichtspunkt, ob sie fuer Reformen des heutigen Schulwesens ein Aktualisierungspotential birgt.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Staatsarchiv der Freien u. Hansestadt Hamburg (StAHH): Oberschulbehoerde II; Oberschulbehoerde V; Gesellschaft der Freunde des vaterlaendischen Schul- u. Erziehungswesens; Lichtwarkschule; Schulwesen-Personalakten; Heinrich-Hertz-Schule; Nachlass Heinrich Landahl; Archiv des Hamburger Schulmuseums: Lichtwarkschule; Gustav Heine (Leben an der Lichtwarkschule); Nachlass Herbert Meinke (Lichtwarkschueler): Privatarchiv Marianne Schmidt (Lichtwarkschuelerin); Unterrichtsberichte; Vertrauensausschuss; Halbstrukturierte Interviews mit ehemaligen Lichtwarkschuelern und schuelerinnen

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

Die Dissertation wurde vom Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universitaet Hamburg angenommen. Am 19.12.1996 wurde die Promotion vollzogen.

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Dissertation Universitaet Hamburg, Fachbereich Erzeihungswissenschaft

7. Zusaetzliche Erlaeuterungen

z.Zt. suche ich eine Veroeffentlichungsmoeglichkeit fuer die Arbeit (370 Seiten)



Carl Hinrich Ludwig Brinckmann - Privatdozent in Heidelberg 1847-55 zwischen Universitaet und Politik

1. Name/ Anschrift/ Institut

MALTE WOYDT, 41 rue Joseph Coosemans, B-1030 Bruessel; Tel./ Fax 0032/2/7422025

2. Thema/ Titel/ Bezeichnung des Projektes

Carl Hinrich Ludwig Brinckmann - Privatdozent in Heidelberg 1847-55 zwischen Universitaet und Politik

3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse des Projektes, Darstellung des Forschungsvorhabens

Ausgehend von einem Bestand von etwa 70 Briefen, die BRINCKMANN aus Heidelberg an seine Frau in Hamburg schrieb, wird versucht, ein Bild ueber das Leben eines Privatdozenten in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu gewinnen. Unter anderem laesst sich sehr anschaulich das Vorlesungswesen darstellen und zum ersten Mal das Verhaeltnis von angebotenen und gehaltenen Veranstaltungen und die daraus erwachsenden Strategien ueber mehrere Jahre verfolgen.

Im Jahre 1846 entschied sich der gescheiterte Hamburger Anwalt CARL HINRICH LUDWIG BRINCKMANN, es einmal mit der Universitaet zu versuchen. Er zog nach Heidelberg, habilitierte kurzerhand und wurde Privatdozent. Als solcher verdiente er nicht annaehernd genug, um Frau und Kinder nachzuholen, was ihn aber offenbar auch nicht allzusehr gestoert hat. Jedenfalls sollte seine Frau ihn in den folgenden acht Jahren bis zu seinem Tod nur noch zweimal zu Gesicht bekommen. Was ihr von ihrem Gatten blieb, waren seine monatlichen Briefe, die sie aufbewahrte und die uns groesstenteils noch heute vorliegen. Weil seiner Frau das Universitaetsleben voellig unbekannt war, musste BRINCKMANN in seinen Erklaerungen weit ausholen. So stellen diese Briefe eine einzigartige Quelle dar, die hier zum ersten Mal Grundlage einer wissenschaftlichen Untersuchung werden.

Die Arbeit versucht, einen Mittelweg zwischen Biographie, Briefedition und allgemeiner Darstellung zu finden. BRINCKMANNS Selbstzeugnisse werden unter Hinzuziehung weiterer Dokumente zu seiner Person und der verfuegbaren Literatur dazu benutzt, ein lebendiges Bild der Situation eines Privatdozenten in der Mitte des vorigen Jahrhunderts zu zeichnen. In getrennten Kapiteln werden die Briefe auf universitaere, politische, wissenschaftliche und rechtshistorische Fragen hin untersucht. Insbesondere wird an jeder Stelle versucht, ueber die Person BRINCKMANNS hinaus allgemeingueltige Aussagen zu finden. Auf besonderes Interesse duerften meiner Einschaetzung nach folgende Bereiche stossen:

- Im Bereich des Vorlesungswesens ermoeglichen es die Briefe erstmals, das Verhaeltnis von angekuendigten und gehaltenen Veranstaltungen im Verlauf mehrerer Jahre zu betrachten. Zu Beginn jeden Semesters bangte BRINCKMANN wie die meisten seiner Kollegen, ob er genug Anmeldungen erhalten wuerde. Es wird augenscheinlich, wie er seine Veranstaltungsangebote ueber die Jahre laufend an Konkurrenzsituation und Nachfrage angepasst hat.

- BRINCKMANN berichtete - zunaechst nur als einfaches Buergerwehrmitglied, dann als Schriftfuehrer des Vaterlaendischen Vereins zu Heidelberg - verschiedentlich von Schluesselereignissen der Heidelberger Lokalgeschichte in der Revolution von 1848/49. Seine Beobachtungen koennen in wichtigen Details zu Korrekturen der bisherigen Heidelberger Lokalgeschichtsschreibung fuehren, illustrieren darueber hinaus aber auch sehr schoen die Fruehphase der Bildung lokaler Parteiorganisationen in Deutschland ueberhaupt.

- In einem Kapitel wird versucht, den Autor eines "Lehrbuchs des Handelsrechts" in der Geschichte der Rechtswissenschaft zu verorten und seine Bedeutung fuer die deutsche Rechtsgeschichte dingfest zu machen. Im Gegensatz zu anderen Lehrbuechern seiner Zeit orientierte sich seines stark an der Praxis. Sein direkter Einfluss auf die Rechtssetzung war eher gering, so dass er auch ueber 100 Jahre nicht in der einschlaegigen Literatur erwaehnt wird. KARSTEN SCHMIDT widmet ihm allerdings heute in seinen Schriften zum Handelsrecht wieder einige Zeilen, weil er in ihm den mittelbaren Urheber bestimmter Inkonsequenzen noch unseres heutigen HGB ausfindig gemacht zu haben meint.

Ausserdem werden soziale Herkunft, Studium und Rechtsanwaltstaetigkeit BRINCKMANNS einleitend geschildert, seine Teilnahme am Hochschulreformkongress 1848 in Jena und sein Wirken im Spruchkollegium der Juristischen Fakultaet beleuchtet. In zwei Abschnitten wird zum einen der Versuch unternommen, BRINCKMANNS Finanzen zu kalkulieren, zum anderen werden - unter Hinzuziehung der Personalakten - seine vergeblichen Bemuehungen um eine Professur untersucht.

Dank BRINCKMANNS Vielseitigkeit entsteht nicht zuletzt ein lebendiges Bild der Situation des Privatdozenten im 19. Jahrhundert ueberhaupt. Die Lebendigkeit ruehrt zu einem Gutteil auch von der Vielzahl der im Original wiedergegebenen Briefstellen her, in denen BRINCKMANN sein Dasein in kraeftigen Worten schildert und beklagt.

4. Herangezogene Materialien/ benutzte Archive/ Archivbestaende

Briefbestand, teilweise im Hamburger Staatsarchiv, teilweise im Familienbesitz; daneben kleinere Bestaende aus: Staatsarchiv Hamburg, Stadtarchiv Heidelberg, Universitaetsarchiv Heidelberg, Generallandesarchiv Karlsruhe

5. Geplanter Abschlusstermin des Projektes/ Bearbeitungsstand

abgeschlossen, in Vorbereitung einer Publikation

6. Status der Arbeit (Dissertation, Habilitationsschrift, andere Publikationsformen)

Magisterarbeit, voraussichtlich Teil einer Schriftenreihe des Heidelberger Geschichtsvereins; die Arbeit umfasst 270 Manuskriptseiten und wurde bei Herrn Prof. Dr. WOLFGANG VON HIPPEL an der Universitaet Mannheim vorgelegt.

7. Zusaetzliche Erlaeuterungen

Ueber Hinweise auf Foerdermoeglichkeiten, die die Publikation absichern koennten, wuerde ich mich sehr freuen.


4. Nachrichten und Berichte


Gleichheit oder Differenz: Ueber Konstruktionen des Weiblichen. Frauen- und Geschlechterforschung in der historischen Paedagogik

Am 8. und 9. November 1996 fand in den Frankeschen Stiftungen in Halle die 2. Arbeitstagung zur Frauen- und Geschlechterforschung in der Historischen Paedagogik statt. Mit diesen Arbeitstagungen bieten die Ausrichterinnen, PROF. DR. PIA SCHMID und DR. EDITH GLASER, Wissenschaftlerinnen ein Forum zur Praesentation und Diskussion ihrer Qualifikationsarbeiten.

Das bei der Tagung behandelte Themenspektrum war breit gefaechert. Gemeinsamkeiten bestanden jedoch darin, dass viele Referentinnen geschlechtertheoretische und (kollektiv-) biographische Ansaetze verfolgten. In den Vortraegen, Kommentaren und Diskussionen wurde haeufig die Problematik von Differenz- bzw. Gleichheitstheorie und deren Implikationen sowie von Konstruktionen von Weiblichkeit thematisiert.

So zeigte DORLE KLIKA (Hildesheim) anhand der geschlechtertheoretischen Konstruktionen in den Schriften HERMAN NOHLS auf, dass dieser trotz seiner konkreten Foerderung von Wissenschaftlerinnen das Konzept der Geschlechterpolaritaet gegen Aufloesungserscheinungen in der Weimarer Republik zu verteidigen suchte. In der Ehe sah NOHL ein letztes Bollwerk, die unverheiratete Frau dachte er ausschliesslich als "Ueberschuss". Gleichwohl hielt NOHL fuer den Beruf des (maennlichen) Paedagogen weibliche Anteile fuer notwendig. Gegen ein Androgynitaetskonzept favorisierte NOHL damit staerker ein Ambivalenzmodell bei der Ausgestaltung des Paedagogenberufs.

HEIKE NEUHAEUSER (Berlin) untersuchte die utopischen Familienkonzepte in Aufklaerung und Romantik. Anhand der Schriften von ERNST MORITZ ARNDT und denen der Philanthropen wurden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Familienmodelle vorgestellt. Dabei zeigte sie mittels der Analysekategorien "egozentrische Triebe" und "gesellschaftliche Zwaenge", wie unterschiedlich die Spannung von Utopie und gesellschaftlicher Funktionalitaet in den beiden familienpaedagogischen Theorien bewaeltigt wurde. Besonders hob sie die Ausdifferenzierung geschlechtsdifferenter Erziehungsfunktionen und die unterschiedliche Stellung von Vater und Mutter in den Familienmodellen hervor.

Einen geschlechtertheoretischen Ansatz verfolgte auch SABINE ANDRESEN (Heidelberg) in ihrer Dissertation zu weiblichen Selbstkonstruktionen von Maedchenjugend in der buendischen Jugendbewegung. Fuer die historische Rekonstruktion benannte sie die 'maedchenhafte Inszenierung des Koerpers', 'Aneignung des sexuellen Themas' und die 'Geschlechtsidentitaet weiblicher Jugend' als zentrale Aspekte. Mittels des Vergleichs zweier unterschiedlicher Quellengattungen - Zeitungen und Zeitschriften der buendischen Jugendbewegung, die den zeitgenoessischen Diskurs widerspiegeln, sowie persoenliche Aufzeichnungen (Briefe etc.) und Erinnerungen (Interviews, oral history) jugendbewegter buergerlicher Frauen - arbeitete sie nicht nur die Vielschichtigkeit weiblicher Selbstkonstruktionen heraus, sondern legte auch Brueche und Diskrepanzen offen: Obwohl die Maedchen an der Jugendbewegung partizipierten und die Kameradschaft bei ihnen im nachhinein im Vordergrund stand, vermittelte die buendische Jugendbewegung kein selbstbewusstes Maedchenbild. Maedchen-Sein bedeutete, ein "Mangelwesen" zu sein: Es war kein Junge und es war noch keine Frau. Das fuehrte dazu, dass die Maedchen, obwohl sie aktiv das Besondere des Maedchen-Seins pflegten, sich trotzdem als passiv empfanden.

Im Bereich historischer Sozialisations- bzw. Jugendforschung bewegte sich PETRA BRINKMEIER (Potsdam) mit ihrem Dissertationsvorhaben ueber die evangelischen Jungfrauenvereine in Deutschland 1890-1934. Sie untersucht damit einen neuen Typus von Verein, dessen Klientel ledige junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren, meistens Dienstmaedchen waren. Auch sie verfolgte die Frage nach dem Wandel des Konzepts von weiblicher Jugend.

Mittels des kollektivbiographischen Ansatzes untersuchte ELLEN SCHWITALSKI (Bielefeld) Lehrerinnen in der Reformpaedagogik am Beispiel der fruehen Odenwaldschule. Diese begriffen Individualitaet als Erziehungs-, Leitungs- und Lebensprinzip, damit als Gegenentwurf zur Uniformitaet in der Erziehung des oeffentlichen Schulwesens. Die Praesenz von Lehrerinnen eroeffnete den Schuelerinnen der Odenwaldschule darueber hinaus eine Palette von Identitaetsangeboten, obwohl der Schulleiter, PAUL GEHEEB, in der Geschlechterfrage die Differenztheorie vertrat. Eine durchschnittliche Verweildauer der Reformpaedagoginnen von nur 2,5 Jahren in der Odenwaldschule zeugt schliesslich von den starken Suchbewegungen, die als neues Moment der Emanzipation von Frauen interpretiert werden koennen.

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem in der historischen Forschung ueber Lehrer und Lehrerinnen dominierenden professionstheoretischen Modell verfolgte EDITH GLASER (Halle) mit ihren dem (berufs-)biographischen Ansatz verpflichteten Untersuchungen zu Berufsmotiven von Lehrerinnen 1860-1880. In Abgrenzung zu vorliegenden Arbeiten, die ihrer Meinung nach zu sehr sozialgeschichtlich orientierte Motive betonen, hob sie das berufsinterne Motiv 'mit Kindern arbeiten' hervor.

Einen Werkstattbericht erstattete schliesslich ANNEBELLE PITHAN (Muenster) ueber das von ihr im Comenius-Institut durchgefuehrte Projekt zu Biographien von Religionspaedagoginnen. Die Ergebnisse diese Projekts werden im Fruehjahr 1997 in einem Sammelband veroeffentlicht.

Die Arbeitstagung in Halle zeichnete sich darueber hinaus besonders durch eine gelungene Praesentation der Themen aus. Nach dem rund 20minuetigen Vortrag der Referentin folgte eine Kommentatorin - ihr lag zur Vorbereitung die schrifliche Version des Vortrags vor - mit einem fuenfminuetigen Statement. Darin wurden unter anderem die Vortragsergebnisse in die vorhandene Forschung eingebettet, Teil-aspekte des Vortrags fuer alle Tagungsteilnehmerinnen nochmals vertieft und erste kritische Anmerkungen vorgenommen. Kommentar und anschliessende Diskussion vertieften somit einzelne Aspekte des Vortrags; sie kreisten haeufig um methodische Fragen, bspw. wenn auf die Definition bestimmter Begriffe insistiert wurde oder quellenkritisch exakte Aussagen zu verwendeten Quellen eingefordert wurden.

Seit einigen Jahren nehmen die historisch-paedagagogischen Arbeiten zur weiblichen Bildung in einem erfreulichen Umfang zu. Ausdruck davon sind bspw. eigene Sektionen auf Tagungen - zu erinnern ist an die Flensburger Symposien zur Frauenforschung 1991 und 1996 oder an die Jahrestagung der Kommission Frauenforschung in der DGfE 1995 in Augsburg. Bei den Publikationen koennen die von ELKE KLEINAU und CLAUDIA OPITZ 1996 herausgegebene zweibaendige "Geschichte der Maedchen- und Frauenbildung" sowie die von ELKE KLEINAU und CHRISTINE MAYER herausgegebene zweibaendige kommentierte Quellensammlung "Erziehung und Bildung des weiblichen Geschlechts" sicherlich als erste 'Meilensteine' gewertet werden. Die dritte Arbeitstagung zur Frauen- und Geschlechtergeschichte in der historischen Paedagogik, fuer das Fruehjahr 1998 in Halle terminiert, gewaehrt Kontinuitaet und Stabilitaet dieses fuer die Frauenforschung wichtigen Forschungszweiges.

KARIN EHRICH (Hannover), MARTINA KAETHNER (Bremen)



Erziehungsreform und Gesellschaftsinitiative - Bildungshistorisches Kolloquium zum Wirken von Ludwig Natorp und Wilhelm von Tuerk

Am 15. November 1996 beschaeftigten sich Bildungshistoriker aus der gesamten Bundesrepublik auf einem ganztaegigen Kolloquium an der Universitaet Potsdam mit dem Wirken der beiden preussischen Bildungsreformer LUDWIG NATORP (1774-1846) und WILHELM VON TUERK (1774-1846). Die gut besuchte Arbeitstagung wurde organisiert von der Professur Historische Paedagogik, Geschichte der Paedagogik, Geschichte des Erziehungs- und Bildungswesens (PROF. DR. HANNO SCHMITT) in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle fuer Berlin-Brandenburgische Bildungsgeschichte im Rahmen einer jaehrlichen Veranstaltungsreihe. Anlass bildetete in diesem Jahr die 150jaehrige Wiederkehr des Todestages beider, in ihrer Zeit zentralen, von der bildungshistorischen Forschung bislang zu Unrecht vernachlaessigten Paedagogen.

Die Vortraege (Karl-Ernst Jeismann, Muenster; Manfred Heinemann, Hannover; Heinz-Elmar Tenorth, Berlin; Hans Juergen Apel, Bayreuth; Heinz Stuebig, Marburg; Wolfgang Rocksch, Borkwalde; Klaus Klattenhoff, Oldenburg; Kurt Adamy, Potsdam; Hanno Schmitt, Potsdam; Frank Tosch, Potsdam) stellten das bildungspolitische und paedagogische Wirken beider Schulraete nicht nur in ihrer Potsdamer Amtszeit in den Mittelpunkt der Diskussion. Vielmehr wurde versucht, die konkreten Initiativen beider Bildungsexperten im Kontext von Erziehungsreform und Gesellschaftsinitiative zu verorten. Denn in den Aktivitaeten von Natorp und Tuerk buendeln sich zentrale Fragestellungen der Bildungsgeschichte der ersten Haelfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, die durch eine tiefgreifende Segmentierung und Differenzierung der Gesellschaft gepraegt war.

Natorp war unter den preussischen Reformern zweifellos der anerkannte Experte fuer Fragen des Volksschulwesens. Als Berater der 'Sektion des Kultus und des oeffentlichen Unterrichts' und Schulrat der kurmaerkischen Regierung in Potsdam leitete er eine umfassende Schulreform in der Regierungshauptstadt Potsdam ein. So entstand u.a. ein Elementarschulnetz mit Vorbildfunktion. Ueberliefertes statistisches Material aus dem Regierungsbezirk Potsdam belegt, dass in der kurzen Zeit von 1808 bis 1827 z.B. 352 neue Schulgebaeude errichtet wurden und immerhin 83 % der Lehrer Einkommensverbesserungen verbuchen konnten. Diese Verbesserung der aeusseren Rahmenbedingungen des Schulwesens wurden parallel durch innere Reformen ergaenzt.

Natorps Name ist auch mit dem Plan eines Schullehrerseminars verbunden, das 1817 von seinem Nachfolger W. v. Tuerk eroeffnet wurde. Damit legten beide ein grundlegendes Konzept vor, das der historischen Gesamtentwicklung weit vorausgriff: anders als in den westlichen Industriestaaten ging in Deutschland die Bildungsrevolution der politischen und industriellen Revolution voran.

Der Spaetaufklaerung verpflichtet, bemuehte sich Natorp, der den Beruf des Lehrers ungewoehnlich realistisch, z.T. auch ironisch-relativierend beschrieb, undogmatisch um den Vorrang der Selbstreflexivitaet vor einem statischen Buchwissen in der Lehrerbildung. Auch sein 'spielender Unterricht' sollte nicht Haerte und Anforderungen wegnehmen, sondern den einzelnen motivieren, sich mit 'Leidenschaft' bis zur Vollendung der Aufgabe durchzubeissen. Diese Kriterien sind fuer Natorp Ausdruck einer 'Allgemeinen Bildung'. (Hieran schloss sich im Plenum eine Diskussion zur Frage einer 'guten Schule' an.)

Tuerk fuehrte die von Natorp begonnenen Reformen weiter, musste jedoch auch bald die Grenzen seiner Wirkungsmoeglichkeiten als Schulrat erkennen. Neben diesen bildungsreformerischen Initiativen ist das Lebenswerk des Potsdamer Ehrenbuergers Tuerk mit zahlreichen sozialreformerischen Projeken verbunden. So versuchte er, u.a. durch eine professionelle Intensivierung des Seidenbaus, die wirtschaftliche Lage der brandenburgischen Landschullehrer zu verbessern. Ueberlieferte Zahlen belegen eindrucksvoll den Erfolg dieser heute fremd wirkenden Initiative.

Das Kolloquium verdeutlichte insgesamt, dass es vor dem Hintergrund der Diskussion um Modernisierung und Professionalisierung des Bildungswesens notwendig ist, sich auch mit den hinter den grossen Namen der preussischen Reformtheoretiker eher in der zweiten Reihe stehenden Reformpraktiker wissenschaftlich intensiver auseinanderzusetzen. Die in dem Kolloquium deutlich gewordene neue Forschungsperspektive soll in einem von mehreren Universitaeten getragenen bildungshistorischen Kongress 1998/99 weiterentwickelt werden.

JOERG-W. LINK, FRANK TOSCH



Nachruf auf Prof. Dr. Dr. h.c. Karlwilhelm Stratmann

An dieser Stelle sollte urspruenglich ein Artikel ueber die Verleihung der Ehrendoktorwuerde der Universitaet Gesamthochschule Kassel an KARLWILHELM STRATMANN abgedruckt werden. Weil KARLWILHELM STRATMANN jedoch kuerzlich verstorben ist, erschien es der Redaktion angebracht, den folgenden, von MARTIN KIPP (Kassel) verfassten Nachruf, dem sich der Vorstand der Historischen Kommission ausdruecklich anschliesst, zu veroeffentlichen.

"Der Fachbereich Berufspaedagogik, Polytechnik, Arbeitswissenschaft trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. KARLWILHELM STRATMANN, Emeritus des Lehrstuhls fuer Berufs- und Wirtschaftspaedagogik an der Ruhr-Universitaet Bochum, der am 11. Maerz 1997 verstorben ist. Karlwilhelm Stratmann war am 26. Juni 1996 vom Fachbereich 02 der Universitaet GhK in Anerkennung und Wuerdigung seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der historischen Berufsbildungsforschung die Wuerde eines Doktors der Philosophie ehrenhalber (Dr. phil. h.c.) verliehen worden; der Festakt zur Verleihung der Ehrendoktorwuerde fand am 8. November 1996 im Giesshaus statt.

KARLWILHELM STRATMANN wurde 1930 in Kelzenberg am Niederrhein geboren, hat nach einer Tischler- und Maurerlehre und dem Besuch des Abendgymnasiums am Berufspaedagogischen Institut in Frankfurt/Main eine Ausbildung zum Lehrer an beruflichen Schulen durchlaufen . Er war Berufsschullehrer im hessischen Kirchhain, bevor er nach seiner Promotion in Koeln zunaechst ab 1970 eine Professur fuer Wirtschaftspaedagogik an der Paedagogischen Hochschule in Berlin wahrnahm. Zwei Jahre spaeter wurde er an die Ruhr-Universitaet Bochum berufen, wo er bis 1995 lehrte. Er gilt als der bedeutendste Forscher ueber die Geschichte der Berufserziehung und der Berufspaedagogik. Unter seinen zahlreichen Buechern und Aufsaetzen ragen besonders heraus seine Arbeiten "Die Krise der Berufserziehung im 18. Jahrhundert", "Zeit der Gaerung und Zersetzung. Arbeiterjugend im Kaiserreich" und "Das duale System der Berufsbildung", das er als Gutachter der "Enquete Kommission Bildung 2000" verfasst hat. Zudem ist er der Herausgeber der bisher achtzehn Baende umfassenden Edition "Quellen und Dokumente zur Geschichte der Berufsbildung in Deutschland" sowie Spiritus rector der seit 1987 regelmaessig stattfindenden berufspaedagogisch-historischen Kongresse, einer Institution des wissenschaftlichen Dialogs, deren Bedeutung mittlerweile weit ueber den erziehungshistorischen Rahmen hinausreicht.

KW. STRATMANN hat in seinem Wirken immer die Einheit von Berufs- und Wirtschaftspaedagogik vertreten und so seine Disziplin als eine eigenstaendige Fachrichtung der Erziehungswissenschaft gesehen, fuer die er auch ausserschulische Taetigkeitsfelder erschliessen wollte. Darin stimmt er mit den an der Kasseler Universitaet entwickelten differenzierten Diplomstudiengaengen fuer Berufs- und Wirtschaftspaedagogen ueberein.

KW. STRATMANN wusste um die Begrenzung der Hoffnung im Kampf gegen seine Krankheit, die ihn bereits bei seiner Ehrenpromotion deutlich gezeichnet hatte. Gleichwohl nahm er den Kampf sehr bewusst und mit eisernem Willen auf, wobei ihm Pflichterfuellung bis zuletzt oberstes Gebot war. Der Fachbereich 02 wird KW. STRATMANN ein ehrendes Andenken bewahren."



Dokumentation zur Salzburger Schul- und Universitaetsgeschichte

In der vom Institut fuer Oesterreichkunde, Wien, herausgegebenen Zeitschrift "Oesterreich in Geschichte und Literatur mit Geographie" 40 (1996), S. 306 wird mitgeteilt: "DR. HANS KUTSCHERA hat eine Dokumentation zur Salzburger Schul- und Universitaetsgeschichte gestaltet. Diese Dokumentation gibt mit Reproduktionen von Urkunden und Geschichtsquellen einen in fuenf Teilen geordneten Ueberblick ueber das Schulwesen in Stadt und Land Salzburg von den Anfaengen bis zur Gegenwart. Ort: Fachbibliothek fuer Rechtswissenschaften der Universitaet Salzburg, Toskanatrakt, Churfuerstenstrasse 1."


5. Veranstaltungskalender


1. TAGUNGEN (vgl. auch Arbeitsgruppe Schulmuseen)

Professionalisierung paedagogischer Berufe im historischen Prozess - Jahrestagung der Historischen Kommission 1997

Tagung vom 21. bis 24. September 1997; Programm

Kontaktadresse: PROF. DR. HANS JUERGEN APEL, Universitaet Bayreuth, Lehrstuhl Schulpaedagogik, Geschwister-Scholl-Platz 3, 95440 Bayreuth, Tel. (0921) 555082, Fax 555053. - PROF. DR. UWE SANDFUCHS, TU Dresden, Fakultaet fuer Erziehungswissenschaft, Mommsenstrasse 13, 01062 Dresden, Tel. (0351) 463-3310, Fax 463-7243.



Zwischen Kunst und Paedagogik - Kolloquium zur Geschichte der Schulwandbilder in der Schweiz und in Deutschland am 13. Juni 1997 in Berlin

Die Beziehung zwischen Kunst und Paedagogik war selten fruchtbarer als im ausgehenden 18. Jahrhundert. Die Ausdrucksmittel der Kunst entsprachen in kongenialer Weise den Zielsetzungen der Paedagogik. Einen Hoehepunkt bildete die Symbiose aus den Illustrationen DANIEL CHODOWIECKIES und den Texten JOHANN B. BASEDOWS im " Elementarwerk". Die Kupferstiche wurden jedoch nicht nur als Buchillustrationen verwandt, sondern auch als Schulwandbilder.

Bald danach entfernten sich Kunstschaffende und Paedagogen mehr und mehr voneinander - die Paedagogen wurden immer bestimmender in ihren Gestaltungsvorschriften, waehrend die Kuenstler nach neuen Ausdrucksmitteln suchten, die der paedagogischen Praemisse der Anschaulichkeit immer weniger entsprachen. Zwar erlebte das Schulwandbild einen wahren Boom, was sich in der Quantitaet sowohl der Motive als auch in der Auflagenhoehe ausdrueckt, aber die Qualitaet der Schulwandbilder ging selten ueber kunsthandwerkliche Soliditaet hinaus. Im Verlauf der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts verschwanden sie endgueltig aus den deutschen Klassenzimmern, ohne dass dies Aufsehen erregt haette.

Einen ganz anderen Entwicklungsverlauf kann man ab den dreissiger Jahren unseres Jahrhunderts in der Schweiz feststellen. Hier gingen Kunstschaffende und Paedagogen eine neue fruchtbare Beziehung ein. Unter dem Zeichen der "Geistigen Landesverteidigung" wurde 1935 eine Initiative gestartet, durch die Kuenstlerinnen und Kuenstler die heimatliche Welt, ihre Lebensform und ihre Denkart als Schulwandbilder darstellen sollten. Nach einigen Jahren wandelten sich die Themenschwerpunkte. So stand nach 1945 der Einfluss der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung im Vordergrund. Seit den spaeten sechziger Jahren begannen allgemein verbindliche Vorstellungen zunehmend zu fehlen, was das Spannungsverhaeltnis zwischen der von den Kuenstlerinnen und Kuenstlern geforderten Autonomie in ihren Schriften einerseits und den paedagogischen Zielen der Lehrerschaft andererseits zunehmend belastete. 1995 wurden die letzten von Kuenstlern geschaffenen Schulwandbilder produziert.

Der unterschiedlichen Verlaufsform der Geschichte von Schulwandbildern in der Schweiz und in Deutschland will sich ein Kolloquium widmen, das am 13.06.1997 von 10.00 bis 17.00 Uhr in den Raeumen der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung, Berlin stattfindet. Veranstalter sind die zum Deutschen Institut fuer Internationale Paedagogische Forschung gehoerende Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung und die Forschungsstelle Berlin. Je zwei Referenten aus der Schweiz und aus Deutschland werden sich dem Thema vor allem aus bildungsgeschichtlicher Perspektive zuwenden. PROF. DR. WALTER MUELLER, Universitaet Wuerzburg, wird im einleitenden Vortrag einen Ueberblick zur Geschichte des Schulwandbildes geben, grundlegende Bemerkungen zur Typologie vermitteln und schliesslich den aktuellen bildungsgeschichtlichen Forschungsstand darstellen. MARTINA SPAENI, Universitaet Bern, wird zur Schweizer Geschichte des Schulwandbildes sprechen, vor allem ueber das sechzig Jahre andauernde Schweizer Schulwandbilder-Werk. Unter kunsthistorischer Perspektive referiert DR. MATTHIAS VOGEL, Kunsthistoriker aus Zuerich, ueber: In welchem Stil sollen wir malen. Kuenstler im Dienst der Schule zwischen Freiheit und Anpassung. Den Abschluss bildet der Beitrag von DR. WINGOLF LEHNEMANN, Museum der Stadt Luehnen, zum Thema: Schulwandbilder zwischen Wissenschaft, Schule, Kunst und Kommerz. Zwischen den Vortraegen wird ausgiebig Zeit fuer Diskussionen verfuegbar sein.

Im Verlauf des Kolloquiums wird eine Fuehrung durch die in der Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung gezeigte Ausstellung: Kunst zwischen Stuhl und Bank. Schweizerische Schulwandbilder 1935-1995 stattfinden. Am Rand der Tagung werden zwei kurze Filme zur Geschichte des Schulwandbildes gezeigt:

1. Zeitgeschehen. Zur Geschichte Schweizer Schulwandbilder 1935-1995

2. Kinder, Kinder - Schulwandbilder aus 100 Jahren. Zur Geschichte der Schulwandbilder in Deutschland

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sind bis spaetestens 30.05.97 erforderlich - ein Anmeldeformular und weitere Informationen koennen angefordert werden bei:

Bibliothek fuer Bildungsgeschichtliche Forschung, Warschauer Strasse 34-38, 10243 Berlin; Tel. 0049 30 306490-0; Fax 0049 30 306490-25; email: ritzi@bbf.dpf.de



Bildung, Oeffentlichkeit und Demokratie - Arbeitstagung im Centro Stefano Franscini auf dem Monte Verità in Ascona (Schweiz)

Ziel der vom 21. bis 26. September 1997 stattfindenden Arbeitstagung ist es, einige Grundprobleme der gegenwaertigen bildungspolitischen Auseinandersetzungen historisch und systematisch zu diskutieren. Die Tagung ist geplant als internationales Forschungsseminar und richtet sich an Wissenschaftler sowie fortgeschrittene Studenten, die im Themenbereich arbeiten. Das Seminar wird aufgeteilt in ein oeffentliches Hauptreferat und vier Themenbloecke. Entsprechend der Arbeits- und Unterkunftsbedingungen ist die Teilnehmerzahl auf 60 Personen beschraenkt. Die Einschreibung erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Die Kosten fuer Unterkunft und Essen im Hotel Monte Verità in Ascona belaufen sich auf SFr. 650,- (Sonntagabend bis Freitagmittag) und sind nach Bestaetigung der Anmeldung zu zahlen.

Anmeldungen bitte bis zum 4. August 1997!

Leitung: Prof. Dr. JIM GARRISON, Prof. Dr. ULRICH HERRMANN, Prof. Dr. JUERGEN OELKERS, Prof. Dr. FRITZ OSTERWALDER.

Oeffentliches Hauptreferat: Prof. F. CAMBI (Universitaet Florenz): Schulreform und eingeschraenkte Oeffentlichkeit - die faschistischen Schulreformen;

1. Instruction publique, liberal education, Allgemeinbildung: Dr. H. RHYN (Universitaet Bern): Die Herausbildung der "liberal education" in England und Schottland; Prof. Dr. U. HERRMANN (Universitaet Ulm): Die Entstehung des Konzepts der "Allgemeinbildung" im 18. Jahrhundert in Deutschland; Prof. Dr. J. OELKERS (Univeritaet Bern): "Instruction publique" im franzoesischen Modernisierungsdiskurs des 18. Jahrhunderts; Prof. Dr. A. VON PRONDCZYNSKY (Bildungshochschule Flensburg): Oeffentlichkeit und Bildung in der paedagogischen Historiographie;

2. Oeffentliche Bildung - Wissenschaften und Laizismus: Prof. L. CUBAN (Stanford University): Die Integration der modernen Wissenschaften in die Curricula in den USA; Prof. Dr. F. OSERWALDER (Paedagogische Hochschule Karlsruhe): Der Laizismus und seine religioesen Grenzen; Prof. Dr. ST. HOPMANN (Universitaet Oslo): Der Lehrplan als Standard oeffentlicher Bildung;

3. Oeffentlichkeit und Bildungsinstitution: Prof. Dr. J. GARRISON (Verginia Polytechnic and State University): Die Bedeutung der Oeffentlichkeit fuer die Schulreform-Debatten in den USA; Dr. L. CRIBLEZ (Universitaet Bern): Bildungsinstitution und Oeffentlichkeit; PD Dr. L. WIGGER (Universitaet Muenster): Neue mediale Oeffentlichkeiten in der Erziehung; Prof. Dr. M. GOETZ (Paedagogische Hochschule Karlsruhe): Veroeffentlichte Ideologie und die Grundschulreform im Nationalsozialismus;

4. Oeffentliche Bildung und Demokratie: Prof. H. SIEGEL (Miami State University): Rationalitaet, Bildung und Demokratie; Prof. P. WHITE (London University): Lehrfreiheit, "National Curriculum" und Demokratie; Prof. Dr. A. LANGEWAND (Universitaet Flensburg): Bildung und die Aesthetik der Demokratie; Dr. Ph. GONON (Universitaet Bern): Berufsbildung, Markt und Demokratie.

Kontaktadresse und Anmeldung: Universitaet Bern, Institut fuer Paedagogik (AAP), Monte Verità, Muesmattstrasse 27, CH-3012 Bern.



Gelehrtenkultur im Zeitalter des Konfessionalismus (g)

42. Wolfenbuetteler Symposion der Herzog August Bibliothek, Wolfenbuettel, 2. bis 4. Juni 1997.

Kontaktadresse: Prof. Dr. FRIEDRICH NIEWOEHNER, Herzog August Bilbliothek, Postfach 1364, 38299 Wolfenbuettel, Tel. (05331) 8080.


Science, Technology and Industry

20. Internationaler Kongress fuer Wissenschaftsgeschichte, Luettich, 20. bis 26. Juli 1997.

Kontaktadresse: Prof. Dr. WOLFHARD WEBER, Historisches Institut, Ruhr-Universitaet Bochum, Universitaetsstrasse 150, 44780 Bochum, Tel. (0234) 7002548, Fax 7094128.


Aufklaerung und Esoterik

Tagung veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft fuer die Erforschung des 18. Jahrhunderts und der Herzog August Bibliothek, Wolfenbuettel, 2. bis 4. Oktober 1997.

Kontaktadresse: Prof. Dr. MONIKA NEUGEBAUER-WOELK, Deutsche Gesellschaft fuer die Erforschung des 18. Jahrhunderts, Lessingplatz 1, 38304 Wolfenbuettel.


Juden in der Stadt - Vom Mittelalter bis zum Holocaust

Tagung veranstaltet vom Oesterreichischen Arbeitskreis fuer Stadtgeschichtsforschung in Zusammenarbeit mit dem Institut fuer Geschichte der Juden in Oesterreich und dem Burgenlaendischen Landesarchiv, Eisenstadt, 13. bis 17. Oktober 1997.

Kontaktadresse: Oesterreichischer Arbeitskreis fuer Stadtgeschichtsforschung, Postfach 320, A-4010 Linz, Fax (0732) 7810644.



2. AUSSTELLUNGEN (vgl. auch Arbeitsgruppe Schulmuseen)

Die Schule und der Winter

Das Nordwestdeutsche Schulmuseum in Zetel-Bohlenbergerfeld zeigt vom 16. Maerz bis zum 15. November 1997 die Sonderausstellung: "Die Schule und der Winter. Bilder und Botschaften - Wuensche und Wirklichkeiten". Am Beispiel des Oldenburger Landes werden die Realitaeten der fruehneuzeitlichen "Winterschule" und der "Schule im Winter" des 19. Jahrhunderts der lehrhaften Darstellungsweise gegenuebergestellt, wie sie in Schulwandbildern von der Kaiserzeit bis zur Bundesrepublik ueblich gewesen ist. Eine illustrierte Begleitveroeffentlichung von Kurt Droege ist mit demselben Titel erschienen und im Museum sowie im Buchhandel fuer DM 10,- erhaeltlich.

Kontaktadresse: Nordwestdeutsches Schulmuseum Friesland, Zetel-Bohlenbergerfeld, Wehdestr. 97, 26340 Zetel, Tel. (04453) 1381


6. Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte 1997/I


Von DIETMAR HAUBFLEISCH

Das nachfolgende Verzeichnis von Neuerscheinungen zur Erziehungs- und Bildungsgeschichte enthaelt Monographien und Aufsaetze in Sammelbaenden und Zeitschriften der Jahre 1996 und 1997 und einige Nachtraege des Jahres 1995 (nicht verzeichnet wurden kleinere 'Miszellen' und Rezensionen). Es ist ausser im "Rund-Brief der Historischen Kommission der Deutschen Gesellschaft fuerErziehungswissenschaft" in elektronischer Form im elektronischen Textarchiv der Universitaetsbibliothek Marburg fuer die Nutzung im Internet (WWW) bereitgestellt; s. dazu die URL: http://www.ub.uni-marburg.de/meta/metadata/97-0004.html Bei der Erstellung des Verzeichnisses wurden neben Neuerwerbungen der Universitaetsbibliothek Marburg und der Bibliothek Erziehungswissenschaften der Philipps-Universitaet Marburg (Autopsie) in erster Linie die Wochenverzeichnisse der Deutschen Bibliothek, ausserdem Verlagsprospekte, paedagogische Zeitschriften u.a.m. herangezogen. Zusaetzlich gingen wieder eine ganze Reihe an Titelmeldungen durch Mitglieder der Kommission ein - ihnen sei hiermit Dank gesagt. Auch fuer die naechste Ausgabe der 'Neuerscheinungen' ist die Mitarbeit der Mitglieder der Kommission - durch konstruktive Kritik und vor allem durch Meldung von (eigenen) Veroeffentlichungen der Jahre 1996 und 1997 - willkommenund erwuenscht!

Adresse: Dietmar Haubfleisch, Philipps-Universitaet Marburg, Bibliothek fuer Erziehungswissenschaft, Wilhelm-Roepke-Str. 6B, 35032 MarburgTel.: 06421/28-4613 und -5115 - Fax: 06421/28-8946 (Geschaeftszimmer)

e-mail: haubflei@ub.uni-marburg.de


ABELS, Kurt, Lesebuch und nationale Bildung im Badischen Kulturkampf, in: Rottenburger Jahrbuch fuer Kirchengeschichte, Jg. 15 (1996), S. 43-64.

ADAM, Erik, Eugenie Schwarzwald und die Reformpaedagogik. Eine Skizze ueber eine bislang uebergangene Pionierleistung in der Geschichte des oesterreichischen Bildungswesens, in: Eugenie Schwarzwald und ihr Kreis, hrsg. von Robert STREIBEL, Wien 1996, S. 47-53.

ADICK, Christel, Zur Begegnung von 'Zivilisierten' und 'Wilden'. Eine sozialisations- und weltsystemtheoretische Analyse einiger Biographien von Westafrikanern in der fruehen Neuzeit, in: Der Umgang mit dem Fremden in der Vormoderne. Studien zur Akkulturation in bildungshistorischer Sicht, hrsg. von Christoph LUeTH, Rudolf W. KECK und Erhard Wiersing (=Beitraege zur Historischen Bildungsforschung, 17), Koeln [u.a.] 1997, S. 269-289.

AHN, Lee-Whan, Von der tugendhaften zur gebildeten Frau. Kontinuitaet und Wandel in der Frauenbildung Koreas um die Wende vom 19. Jahrhundert zum 20. Jahrhundert - eine Untersuchung unter frauenemanzipatorischem Aspekt (=Studien zur Paedagogik, Andragogik und Gerontagogik, 33), Frankfurt [u.a.] 1997.

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